TVB 1898 Stuttgart „Diese Leistung reicht im Derby nicht“

Der HC Erlangen war im Spiel gegen den TVB meist einen Schritt schneller. Hier hat Johannes Sellin (links) die Hand vor Michael Schweikardt am Ball (hinten Dominik Weiß). Foto: Sportfoto Zink / OGo

Ein Sieg in Nürnberg hätte den Handball-Erstligisten TVB 1898 Stuttgart auf Rang zehn der Tabelle gehievt. Nun steht er im Derby am Donnerstag in der Porsche-Arena unter Zugzwang. „Die vielen kleinen Fehler haben uns gegen Erlangen das Genick gebrochen“, sagt der TVB-Trainer Jürgen Schweikardt. „Diese Leistung reicht uns gegen Bietigheim nicht.“

Der eine oder andere hat sich gewundert, dass der angeschlagene Jogi Bitter bereits am Sonntag wieder ins Tor des TVB zurückkehrte. Schließlich hatte er sich drei Tage zuvor in Kiel eine Kapselverletzung am rechten Knie und am Fuß zugezogen. „Ich wollte unbedingt spielen, weil wir uns hier etwas ausgerechnet haben“, sagte der Weltmeister direkt nach dem Spiel. „Leider sind wir dem Rückstand aus der Anfangsphase die ganze Zeit hinterhergerannt.“ So sei’s nichts geworden mit den „Bonuspunkten“ gegen Erlangen. Nun müsse das Team gegen Bietigheim alles in die Waagschale werfen. „Spielerisch müssten wir’s eigentlich hinkriegen.“

Bonuspunkte gegen eine Mannschaft, die vor dem Spiel einen Punkt weniger auf dem Konto hatte als der TVB? „Es ist zumindest nicht normal, in Erlangen zu gewinnen“, sagt der TVB-Trainer Jürgen Schweikardt. „Der HCE ist mindestens so gut besetzt wie wir und hat zu Hause gespielt.“ Dass sein Team dort gewinnen könne, habe sie in der vergangenen Saison bewiesen. Damals indes war der TVB nicht dermaßen vogelwild aufgetreten wie in der ersten Viertelstunde am Sonntag. Mit 2:7 lag er im Hintertreffen, leistete sich sieben Fehlwürfe, zwei technische Fehler und ein Stürmerfoul. Dabei taten die Erlanger mit drei Zeitstrafen einiges, um den TVB ins Spiel zu bringen. Doch auch mit einem Mann mehr auf dem Feld stellte sich das Schweikardt-Team ziemlich ungeschickt an – wofür der Trainer eine Erklärung hat. Mit Michael Schweikardt, Michael Kraus und Lukas von Deschwanden hätten die drei wichtigesten Überzahlspieler gefehlt. Und Max Häfner, der einzigen Alternative, habe die Spielpraxis gefehlt.

Die Konzentration hat gefehlt

So verpufften die meisten Angriffe, die Bälle landeten in den Händen der Erlanger oder verfehlten das Ziel. „Die Spieler müssen mehr Verantwortungsbewusstsein in den einzelnen Aktionen zeigen“, sagt Schweikardt. Bei den freien Würfen habe die letzte Konzentration gefehlt. „Es sind die vielen kleinen Fehler, die uns derzeit das Genick brechen.“ Jedem Spieler müsse bewusst sein, dass jede einzelne Aktion zum Endergebnis beitrage.

Das gelte auch für die Defensive. „Im Großen und Ganzen“ habe sein Team ganz gut verteidigt. Konzentrationsschwächen gab’s jedoch auch hier. So bekam der TVB das Kreisspiel der Erlanger nicht in den Griff – „obwohl wir uns darauf eigentlich vorbereitet hatten“.

Mit der Niederlage gegen die Franken verpasste der TVB eine große Chance, sich deutlich von der Abstiegszone abzusetzen. Sollte er am Donnerstag auch gegen Bietigheim verlieren, wäre der Abstand auf den ersten Abstiegsrang auf drei Punkte geschrumpft. „Wir müssen uns aufrappeln“, sagt Schweikardt. „Die Leistung gegen Erlangen wird uns im Derby nicht reichen.“

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