TVB 1898 Stuttgart Taktik gegen Rhein-Neckar Löwen: „Unschöner“ Handball

In der vergangenen Saison hatten die Rhein-Neckar Löwen gegen den TVB alles im Griff. Hier wird Simon Baumgarten (rechts) von Mads Mensah Larsen betreut, Gedeon Guardiola schirmt ab. Mit Mikael Appelgren (hinten) hat der Deutsche Meister einen der weltbesten Torhüter in seinen Reihen. Foto: AS Sportfoto / Binder

Die Erfolgsaussichten des Handball-Erstligisten TVB 1898 Stuttgart beim Deutschen Meister Rhein-Neckar Löwen an diesem Donnerstag. Die Erfolgsaussichten des Handball-Erstligisten TVB 1898 Stuttgart beim Deutschen Meister Rhein-Neckar Löwen an diesem Donnerstag (19 Uhr) sind äußerst gering. Also gilt’s, den Schaden in einem überschaubaren Rahmen zu halten. „Wir müssen versuchen, lange den Ball zu halten, ohne jedoch ängstlich zu spielen“, sagt der TVB-Trainer Markus Baur.

Der TVB hatte es sich so schön ausgemalt nach dem Derby-Erfolg in Göppingen am sechsten Spieltag und 6:6 Punkten: Heimsiege sollten folgen in der Hinrunde gegen Gummersbach, Minden und Lübbecke sowie ein Auswärtssieg beim Aufsteiger Hüttenberg. Mit 14 Punkten und einem wahrscheinlich beruhigenden Polster auf die Abstiegsränge hätte der TVB in den Jahresendspurt gehen können. Nach diversen Pleiten, die auch dem anhaltenden Verletzungspech geschuldet waren, sieht die Lage angesichts von nur drei Punkten aus neun Spielen nicht besonders erfreulich aus. Die Gefahr, bis zur EM-Pause im Januar auf einen Abstiegsrang zu rutschen, ist beträchtlich angesichts des Programms, das der TVB noch zu bewältigen hat.

Löwen haben Chancen auf Tabellenführung bis Weihnachten

Den Auftakt macht der Deutsche Meister an diesem Donnerstag im Nachholspiel des zweiten Spieltags. Nach der überraschenden Titelverteidigung starteten die Rhein-Neckar Löwen gleich wieder richtig durch mit 20:2 Punkten. Dann forderten die beispiellos stressigen Wochen mit ligaübergreifend neun Auswärtsspielen hintereinander – unter anderem samstags in Leipzig und sonntags in Barcelona – ihren Tribut: Das Team von Trainer Nicolaj Jacobsen ließ Punkte in Melsungen (26:29) und Göppingen (26:28) und blieb sechs Spiele sieglos. Nach der jüngsten Champions-League-Pleite in Zagreb war bereits von einer Krise die Rede. Die indes wischten die Löwen mit dem 33:22-Sieg gegen Erlangen beiseite – und haben gute Chancen, sich bis Weihnachten die Tabellenführung zurückzuholen mit drei Spielen gegen Abstiegskandidaten und den Heimpartien gegen die Titelkonkurrenten Füchse Berlin und Flensburg.

Für den TVB geht es um den Ligaverbleib

Auf dem Weg dorthin dürfte der TVB nicht zum Stolperstein werden. Im Hallenheft zur Vorschau aufs badisch-schwäbische Duell lobte der Löwen-Spielmacher Andy Schmid den TVB-Geschäftsführer Jürgen Schweikardt und Trainer Markus Baur zwar in den höchsten Tönen. In Stuttgart greife jedes Rädchen ins andere, der Kader habe eine gute Mischung aus Talenten und Routiniers, so Schmid. „Ich gehe davon aus, dass sich der TVB langfristig im Mittelfeld festsetzen kann.“ Kurzfristig geht’s für den TVB allerdings um nichts anderes als den Ligaverbleib. Und das Team dürfte schon zufrieden sein, wenn es die SAP-Arena mit einem halbwegs annehmbaren Resultat verließe.

Gegner ist extrem eingespieltes Team

Der große Vorteil der Löwen gegenüber den anderen Meisterschaftskandidaten sei, dass sie extrem eingespielt seien, sagt der TVB-Trainer Markus Baur. Der Kader hat sich kaum verändert, den Verlust von Kim Ekdahl du Rietz haben die Mannheimer gut kompensiert. „Die Löwen haben viele Spieler, die verschiedene Systeme beherrschen.“ Und sie hätten Ausnahmekönner in ihren Reihen. „Andy Schmid bringt eine Ordnung ins Spiel, die ihresgleichen sucht.“ Mikael Appelgren und Andreas Palicka sind zusammen mit den Kielern Andreas Wolff und Niklas Landin das stärkste Torhütergespann der Liga. Einer der Besten seines Fachs ist im rechten Rückraum der 37-jährige isländische Dauerbrenner Alexander Petersson. Lediglich zwei Spieler im 18-Mann-Kader weisen keine internationalen Einsätze auf, während beim TVB mit Johannes Bitter und Michael Kraus die erfahrensten Akteure verletzungsbedingt fehlen. Wie auch der Youngster Max Häfner.

Baur: Hohe niederlage möglich

Entsprechend gering sind die Aussichten für den TVB, dass die Löwen in die Falle tappen könnten. Im Gegenteil: „Es kann schon passieren, dass wir eine hohe Niederlage kassieren“, sagt Baur, der sich zur Schadensbegrenzung eine Strategie zurechtgelegt hat: den Ball möglichst lange in den eigenen Reihen zu halten und auf die beste Chance zu warten – „ohne dabei ängstlich zu agieren“. Besonders spektakulären Sport dürften die Fans nicht erwarten, vielmehr „etwas unschönen“ Handball. Sprich: In diesem Fall heiligt der Zweck die Mittel. Weiteres Ziel sei, die Leistung aus der zweiten Halbzeit in Wetzlar auszubauen und die Stabilität in der Abwehr zu steigern. „Da gibt es doch nichts Besseres, als das gegen Weltmeister zu trainieren“, sagt Baur. Zweiter Mann hinter Jonas Maier wird dieses Mal der Nachwuchs-Keeper Nick Lehmann sein.

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