TVB 1898 Stuttgart Gegen Erlangen deutliches Zeichen gesetzt

Der Trainer und Geschäftsführer Jürgen Schweikardt herzt seinen Abwehrchef Manuel Späth nach dem 29:25-Sieg in Nürnberg gegen den HC Erlangen. Stiller Genießer im Hintergrund ganz links: Günter Schweikardt, der Sportliche Leiter des TVB. Foto: Sportfoto Zink / WoZi

Mit dem überzeugenden 29:25-Auswärtserfolg gegen den HC Erlangen hat der Handball-Erstligist TVB 1898 Stuttgart ein deutliches Zeichen gesetzt. Im vierten Spiel nach der Beurlaubung von Trainer Markus Baur holte der TVB den zweiten Sieg. „Wir haben wieder diese Mentalität an den Tag gelegt, die wir im Abstiegskampf brauchen“, sagt Jürgen Schweikardt.

„Ich hatte schon beim Warmmachen ein gutes Gefühl“, sagte Jürgen Schweikardt zwei Tage nach dem so wichtigen Sieg in der Nürnberger Arena. Dabei hätte es dem Geschäftsführer und Aushilfstrainer des TVB doch eigentlich ein bisschen mulmig zumute sein müssen angesichts des andauernden personellen Notstands.

Zu den Verletzten Djibril M’Bengue, Felix Lobedank, Tobias Schimmelbauer, Robert Markotic gesellte sich nun auch noch Michael Schweikardt (Oberschenkelverletzung). Finn Kretschmer stand zwar nach seinem Fingerbruch wieder im Kader, sein Einsatz indes war ebenso risikoreich wie der von Max Häfner. Der Youngster plagt sich seit Wochen mit Rückenproblemen herum. Sowohl Häfner wie auch Kretschmer blieben in Nürnberg deshalb auf der Bank.

Erster Bundesliga-Einsatz von Kienzle in dieser Saison

Da trifft es sich gut, dass die Bittenfelder auf Spieler aus dem erweiterten Bundesliga-Kader zurückgreifen können. Beispielsweise auf Martin Kienzle, den Goalgetter der Württembergliga. Weil beim TVB mit Schimmelbauer, Häfner und Schweikardt gleich drei Linksaußen ausfielen, klopfte Jürgen Schweikardt beim 26-Jährigen an – und stellte ihm gar einen Platz in der Start-Sieben in Aussicht. „Ich hatte dabei überhaupt keine Sorgen“, sagt Schweikardt. Kienzle habe „unbestritten“ die Qualität, und er habe sich gleich super integriert. „Wir haben ja bewusst Spieler wie Martin oder auch Daniel Sdunek in der Hinterhand, die uns weiterhelfen können, wenn es hart auf hart kommt.“

Das tat Kienzle, der sich mit einem verdeckten Hüftwurf und einem sicher verwandelten Konter in die Torschützenliste eintrug und auch in der Deckung seinen Mann stand. Immerhin hatte er es dort mit dem Nationalmannschafts-Rechtsaußen Johannes Sellin zu tun. „Martin sollte Sellin den einen oder anderen Gegenstoß ablaufen, das hat er gut gemacht“, sagt Schweikardt, der seinen Spielern ein Kollektivlob aussprach. Angesichts des personellen Engpasses hätten sie größten Belastungen standhalten müssen. „Und wir waren dem HC Erlangen trotzdem in allen Mannschaftsteilen überlegen, das Gesamtpaket hat einfach gestimmt.“

Erster Bundesligasieg im vierten Aufeinandertreffen 

Die Defensive habe hervorragend gearbeitet und konsequent die Zweikämpfe angenommen. „Jogi hat dadurch so manchen dankbaren Wurf bekommen, den Rest hat er selbst hervorragend erledigt.“ Auch im Angriff seien seine Spieler über weite Strecken konsequent und energisch zu Werke gegangen.

Am Ende feierten die TVB-Spieler mit den rund 70 mitgereisten, lautstarken Fans den ersten Bundesligasieg im vierten Aufeinandertreffen gegen den HC Erlangen. Bereits am Montag indes richtete sich der Blick auf die nächste Partie am Sonntag (12.30 Uhr): Mit einem Heimsieg gegen den TV Hüttenberg manövrierte sich der TVB in eine äußerst aussichtsreiche Position im Abstiegskampf.

Partie gegen Hüttenberg ist bedeutend

Dass der Vorletzte eine ganz harte Nuss sein wird, wissen die Bittenfelder spätestens seit Sonntag: 30 Sekunden fehlten dem Aufsteiger da zum dritten Saisonsieg. Immerhin trotzte er der HSG Wetzlar, gegen die der TVB im Pokalviertelfinale das Nachsehen hatte, beim 22:22 einen Punkt ab und verkürzte den Rückstand auf den rettenden 16. Platz auf zwei Punkte.

„Die Hüttenberger haben gegen Wetzlar ein richtig gutes Spiel gemacht“, sagt Schweikardt. „Sie wissen, dass sie wieder voll bei der Musik sind, wenn sie gegen uns gewinnen.“ Für sein Team sei die Partie so bedeutend wie jene in Ludwigshafen.

Erheblicher Personalmangel auf beiden Außenpositionen droht

Vermutlich muss Jürgen Schweikardt am Sonntag auf einen weiteren Spieler verzichten: Der zuletzt starke Rechtsaußen Sascha Pfattheicher prallte bei einem Konter mit dem Erlanger Torhüter Michael Hassferter zusammen und knickte um. Die genaue Diagnose steht noch aus. Gut möglich also, dass beim TVB auf beiden Außenpositionen erheblicher Personalmangel herrschen und ihm vor allem auf der rechten Seite eine Option genommen wird. Sollten Pfattheicher oder Kretschmer fit sein, könnte Bobby Schagen wieder phasenweise auf die halbrechte Position ausweichen. „Das macht er richtig gut“, sagt Schweikardt.

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