TVB 1898 Stuttgart gegen SG Flensburg Hoffen auf Flensburger Schwächeanfall

Ein mittleres Debakel erlebte der TVB in der vergangenen Saison im Heimspiel gegen die SG Flensburg-Handewitt in der ausverkauften Porsche-Arena bei der 28:46-Niederlage. Hier sucht Michael Kraus (Mitte) einen Lücke gegen Jacob Heinl (links) und Tobias Karlsson. Foto: Heiko Potthoff

Nach dem frustrierenden Auftritt gegen Gummersbach muss der Handball-Erstligist TVB 1898 Stuttgart an diesem Donnerstag in Flensburg ran. „Wir haben wenig Einfluss darauf, ob wir eine Chance haben“, sagt der TVB-Trainer Markus Baur. Anders ausgedrückt: Der Vizemeister muss einen schwachen Tag erwischen und der TVB seine Bestleistung abrufen.

Mit einem positiven, zumindest aber ausgeglichenen Punktekonto wollte der TVB an diesem Donnerstag ins Flugzeug steigen und relativ entspannt beim Deutschen Vizemeister antreten. Daraus wird nun nichts – und sollte sich der TV Hüttenberg im Aufsteigerduell gegen die Eulen Ludwigshafen durchsetzen, wäre das Polster des TVB auf den ersten Abstiegsrang auf einen Zähler geschmolzen.

Nach den zuletzt wenig erbaulichen Auftritten in Lemgo und gegen Gummersbach dürfte es für den TVB in erster Linie darum gehen, mit einem ordentlichen Resultat aus dem hohen Norden zurückzukehren. Eine Schlappe wäre gewiss nicht förderlich mit Blick auf die anstehenden Aufgaben, bei denen die Bittenfelder nach Möglichkeit nicht leer ausgehen sollten: Am Mittwoch geht’s im DHB-Pokal-Achtelfinale zum TBV Lemgo, am darauffolgenden Sonntag gastiert der Viertletzte TSV GWD Minden in der Scharrena und am 5. November wartet der Aufsteiger und Vorletzte TV Hüttenberg auf den TVB.

Kein Lieblingsgegner

Die Flensburger zählen nicht eben zu den Lieblingsgegnern des TVB: 13 Tore betrug die Differenz im Schnitt bei den vier Niederlagen – wobei den Bittenfeldern in den beiden jüngsten Begegnungen immerhin 27 und 28 Tore gelangen gegen den hohen Favoriten. Eine Quote, mit der ein Spiel durchaus auch gewonnen werden kann. Nicht allerdings, wenn man 36 und 46 Gegentreffer eingeschenkt bekommt.

In der vergangenen Saison verspielte Flensburg auf der Zielgeraden den Titel durch die Niederlagen gegen den späteren Meister Rhein-Neckar Löwen und in Göppingen und musste mit Rang zwei vorliebnehmen. Der Trainer Ljubomir Vranjes schloss sich dem ungarischen Erstligisten KC Veszprém an, der bisherige Co-Trainer Maik Machulla steht nun in der Verantwortung. Und der neue Mann erwischte in der Bundesliga einen holprigen Start.

 

Hier geht´s zum Liveticker am Donnerstag, 19 Uhr

 

Nach dem lockeren 37:23-Auftaktsieg gegen Lübbecke musste sich die SG in Hannover mit 29:32 geschlagen geben. Von ihrer besten Seite zeigten sich die Flensburger beim 27:22 gegen den Meister Rhein-Neckar Löwen – ehe sie in Leipzig mit 22:25 den Kürzeren zogen. Beim 28:28-Unentschieden zuletzt in Göppingen kämpfte die SG mit einer ungewöhnlich hohen Fehlerquote. „So etwas sieht man bei den Flensburgern nicht so oft“, sagt der TVB-Trainer Markus Baur. In der Champions League dagegen präsentiert sich der TVB-Gegner in dieser Saison durchweg stark, besiegte unter anderem Paris und holte in Kielce ein Remis. „Da hat Flensburg gezeigt, dass es eine Top-Mannschaft hat“, sagt Baur. Geradezu „sensationell“ sei das Umschaltspiel aus der aggressiven Deckung heraus vor dem starken Routinier Mattias Andersson im Tor. Mit Tobias Karlsson und Henrik Toft Hansen haben die Flensburger den vielleicht besten Mittelblock der Liga.

"Flensburg hat alles, was man braucht"

In der Offensive ist die SG variabler aufgestellt als in der vergangenen Spielzeit: Mit dem Schweden Simon Jeppsson und dem Norweger Magnus Röd hat das Team zwei Spieler für die sogenannten einfachen Tore aus dem Rückraum hinzubekommen. Sie sind die perfekte Ergänzung zu den spielstarken Rasmus Lauge und Thomas Mogensen. Weltklasseformat haben die Außenspieler Lasse Svan und Kentin Mahé. „Flensburg hat alles, was man braucht“, sagt Baur. Und der TVB? Der muss zunächst einmal wegen anhaltender Rückenprobleme auf seinen Kreisläufer Simon Baumgarten verzichten. Sascha Pfattheicher wird dafür wieder in den Kader rücken. Michael Kraus (Hexenschuss) wird auf die Zähne beißen. „Wir haben uns ein paar Dinge überlegt, die wir durchziehen möchten“, sagt Baur. Wohlwissend, dass alles funktionieren muss, um in der mit über 6000 Fans gefüllten Flens-Arena auch nur den Hauch einer Chance zu haben.

Andererseits haben die Bittenfelder ja auch schon bewiesen, dass sie die großen Fische zumindest ärgern können. Wie bei der 24:26-Niederlage in Berlin.

 

Die 22:26-Niederlage des TVB gegen Gummersbach wird in die Handball-Geschichtsbücher eingehen: Der VfL-Torhüter Carsten Lichtlein hielt gegen Bobby Schagen seinen 476. Siebenmeter in seiner 17-jährigen Bundesliga-Karriere. Damit ist der 36-Jährige gleichauf mit dem bisherigen Rekordhalter Jan Holpert.

Vier Duelle gab’s zwischen der SG Flensburg-Handewitt und dem TVB 1898 Stuttgart, die Bilanz ist eindeutig: Der Vizemeister gewann alle Vergleiche sehr deutlich: In der vergangenen Spielzeit 36:27 und 46:28, in der Saison davor 28:18 und 34:19.

  • Bewertung
    0
 

0 Kommentare

Kommentieren

  1. (Anschrift und E-Mail sind keine Pflichtangabe, allerdings können Kommentare ohne Angabe der vollständigen Adressdaten in der gedruckten Ausgabe leider nicht berücksichtigt werden. E-Mail, Straße und Nummer werden nicht veröffentlicht.)

Heute in Ihrer Tageszeitung

  • Waiblinger Kreiszeitung
  • Schorndorfer Nachrichten
  • Winnender Zeitung
  • Welzheimer Zeitung
Lust auf mehr?

Lesen Sie Ihre Zeitung immer und überall digital: Hier ePAPER-Angebote entdecken!