TVB 1898 Stuttgart gegen TBV Lemgo Starke Abwehr, überragender Jogi Bitter

Für Lemgo gab’s oft kein Durchkommen gegen die Deckung des TVB 1898 Stuttgart. Hier stoppen David Schmidt (links) und Manuel Späth (hinten Jogi Bitter) den Gästespieler Donat Bartok. Foto: Ralph Steinemann

Der 25:23-Sieg des Handball-Erstligisten TVB 1898 Stuttgart gegen den TBV Lemgo ist aus zweierlei Hinsicht von Bedeutung gewesen: Erstens hat das Team nach dem blutleeren Auftreten in Hannover demonstriert, dass es die Saison keinesfalls austrudeln lassen möchte. Zweitens hat sich das Polster auf die Abstiegsränge 13 Spieltage vor Schluss auf elf Punkte vergrößert.

Es hat ein bisschen länger gedauert, ehe Florian Kehrmann nach dem Spiel im Presseraum des TVB auftauchte. Möglicherweise musste der Trainer des TBV Lemgo erst einmal emotional runterkommen, schließlich hatte er in den 60 Minuten zuvor an der Seitenlinie körperliche und verbale Schwerstarbeit verrichtet. Durchschnaufen musste auch Jürgen Schweikardt, schließlich war sein Team nach dem schwachen Spiel in Hannover kritisiert worden. „Wenn wir nicht gewonnen hätten, wären wir möglicherweise schweren Zeiten entgegen gegangen“, sagte der TVB-Coach direkt nach dem Spiel.

Mindestens genauso wichtig wie die beiden Punkte war das leidenschaftliche Auftreten des Teams. Mit einer weiteren halbherzigen Darbietung hätte der TVB nicht nur die Fans vergrault. Es wären Fragen aufgetaucht, ob der eine oder andere Spieler womöglich jetzt, nachdem seine Zukunft geklärt ist, nicht mehr mit letztem Einsatz bei der Sache ist. „Dass die Mannschaft einen guten Charakter hat, steht für mich außer Frage“, so Schweikardt. „In den meisten Spielen hat man ihr diesbezüglich nichts nachsagen können.“ Ein Sonderlob verdiente sich gegen Lemgo die Defensive um die unermüdlich rackernden Tobias Schimmelbauer und Manuel Späth.

Jogi Bitter "on fire"

Stets mit heißem Herzen bei der Sache ist die Nummer eins im Tor des TVB. Auch am Donnerstag war Jogi Bitter wieder „on fire“ und zeigte, wie wichtig er für den TVB ist. Der 36-Jährige animierte immer wieder das Publikum, das Team zu unterstützen. Und mit der Fangquote von 43 Prozent bereitete er dem TVB den Weg zum vierten Heimsieg in Folge. Für die Fans lohnt sich in dieser Saison der Weg in die Scharrena und Porsche-Arena. Lediglich gegen die Rhein-Neckar Löwen, den Bergischen HC und den SC Magdeburg ging der TVB leer aus. „Natürlich sind Auswärtssiege auch schön“, sagt Schweikardt. „Aber die Siege daheim sind noch bedeutender. Wir wollen ja unsere Fans und Sponsoren zufrieden stellen.“

Sieben Heimspiele stehen in dieser Saison noch an. Nach der Partie beim Tabellenvierten SC Magdeburg am Sonntag in einer Woche dürfen sich die Fans auf zwei Derbys hintereinander freuen: Am Sonntag, 3. März (13.30 Uhr), gastiert FA Göppingen in der Porsche-Arena. Zwei Wochen später steht das Nachbarschaftsduell gegen die SG BBM Bietigheim in der Ludwigsburger MHP-Arena auf dem Programm.


Zitate

David Schmidt, Spieler des TVB 1898 Stuttgart: „Wir haben uns für den harten Kampf belohnt. Von einem Handballprofi kann man sicherlich verlangen, dass er in jedes Spiel so reingeht. Für mich war's schon antrengend auf der rechten Bahn. Da war ich froh, wenn's ab und zu mal eine Wischpause gab.“

Jürgen Schweikardt, Trainer des TVB: „Für mich persönlich war's ein wichtiges Spiel. Ich habe mit Flo Kehrmann zusammen die A-Lizenz gemacht und bis jetzt beide Spiele verloren.“

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