TVB 1898 Stuttgart Redebedarf beim TVB nach müdem Auftritt

David Schmidt (Mitte, gegen Evgeni Pevnov und Ilija Brozovic/44) gelang gegen Hannover zwar auch nicht alles. Dennoch war der Linkshänder der beste Feldspieler des TVB 1898 Stuttgart. Foto: Vosshage

Keine gute Visitenkarte hat der Handball-Erstligist TVB 1898 Stuttgart bei der 22:33-Niederlage in Hannover abgegeben. „Das war ein mieser Start in die Rückrunde“, sagt der Trainer und Geschäftsführer Jürgen Schweikardt. „Darüber müssen wir intensiv reden, die Körpersprache hat mir bei vielen Spielern nicht gefallen.“

Das Schmerzmittel bekamen die TVB-Fans, die das Spiel via Sky in der Bittenfelder Schillerstube verfolgten, in der 52. Minute verabreicht. Simon Baumgarten erzielte das 20:30 aus Sicht des TVB – und der Wirt spendierte seinen Gästen den zweiten Ouzo. Bei jedem zehnten TVB-Treffer, so der Deal vorab, sollte es ein Freigetränk geben. Eine dritte Runde wäre locker drin gewesen, wenn die Spieler auch nur annähernd eine erstligataugliche Abschlussquote und Konzentrationsfähigkeit an den Tag gelegt hätten. Insgesamt 33 Fehlwürfe und technische Fehler des TVB spielten Hannover derart in die Karten, dass es dieses Spiel im Grunde gar nicht verlieren hätte können.

„Uns fehlten die letzten paar Prozent an Entschlossenheit und Aufmerksamkeit – und die sind eben die entscheidenden“, sagt Jürgen Schweikardt. „Wir hätten sowieso einen sehr guten Tag gebraucht, um in Hannover etwas zu holen.“ Schließlich sei der Gegner individuell stark besetzt und in der Hinrunde weit unter seinen Möglichkeiten geblieben.

Viele Lücken in der Abwehr

Vom Start weg war der TVB nicht richtig bei der Sache. In der ersten Auszeit nach 17 Minuten hatte Schweikardt seine Spieler zu mehr Konzentration ermahnt. „Wir werfen fünfmal den Ball weg und bekommen fünf Gegenstoßtore“, sagte er. „Das ist unser Problem.“

Es war freilich nicht die einzige Baustelle des TVB in der TUI-Arena. Die Abwehr offenbarte ungewöhnlich viele Lücken – ganz gleich, welche Formation Schweikardt aufs Feld schickte. Erschwerend hinzu kam, dass Dominik Weiß kränkelte, weshalb ihm der Trainer in der Defensive die eine oder andere Pause gönnte. Doch auch im Angriff setzte der „Lange“, der in den letzten Partien vor der WM-Pause eine stabile Form hatte, kaum Akzente. Wie auch Mimi Kraus, dessen Spiel extrem fehlerbehaftet war. „Man hat gemerkt, dass ihm nach seiner Verletzung noch die Spielpraxis fehlt, wir müssen ihm Zeit geben.“

Schweikardt missfällt die Körpersprache

Spielerisch blieb der TVB vieles schuldig, es mangelte jedoch auch an der Einsatzbereitschaft. „Die Körpersprache hat mir bei vielen Spielern nicht gefallen“, sagt Schweikardt. In der Pressekonferenz vor dem Spiel hatte er noch betont, dass sich sein Team auf den komfortablen 15 Punkten nicht ausruhen werde. Die nächste Gelegenheit, das zu beweisen, hat der TVB am Donnerstag (19 Uhr) in der Scharrena. Es gastiert der TBV Lemgo, der mit dem 34:30-Sieg gegen die Füchse Berlin glänzend ins neue Jahr startete. „Mit der Leistung in Hannover werden wir da nichts holen“, sagt Schweikardt. Er habe jedoch genügend Vertrauen in die Mannschaft und sei sich sicher, dass Auftritte wie der in Hannover die absolute Ausnahme bleiben werden.

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