TVB 1898 Stuttgart TVB reist als Außenseiter zum Spiel nach Leipzig

Elvar Asgeirsson, hier beim Sparkassencup in Altensteig gegen den Balinger Torhüter Mike Jensen und Oddur Gretarsson (14), ist nach den Ausfällen der beiden Linkshänder die erste Option im rechten Rückraum des TVB. Heute trifft der Isländer in Leipzig auf eine starke Defensive. Foto: ZVW/Marco Wolf

Nach der 24:29-Auftakt-Niederlage gegen den HC Erlangen stehen die Erstliga-Handballer des TVB Stuttgart an diesem Dienstag (ab 19 Uhr im ZVW-Liveticker) beim SC DHfK Leipzig vor einer noch schwierigeren Aufgabe: Das Team von Trainer André Haber ist mit 4:0 Punkten hervorragend gestartet und dürfte vor seinen euphorischen Fans mit einer großen Portion Selbstvertrauen zu Werke gehen.

Die englische Woche ist dem TVB erspart geblieben durch die Verlegung des Kiel-Spiels vom vergangenen Sonntag auf Mitte Dezember. Damit blieben dem Trainerteam ein paar Tage mehr Zeit zur Vorbereitung auf das zweite Saisonspiel – und das hat es in sich: Der Vorjahreselfte SC DHfK Leipzig bestätigte in den ersten beiden Bundesligaspielen den sehr guten Eindruck, den er in der Vorbereitung hinterlassen hatte. Auf den 31:25-Testspielsieg gegen den polnischen Vizemeister Wisla Plock ließ das Team vom Trainer André Haber den souveränen Einzug ins DHB-Achtelfinale folgen: 40:27 gegen den Drittligisten Altenholz und 31:21 gegen den Liga-Konkurrenten HSG Nordhorn-Lingen.

Zum Punktspielauftakt kämpften die Leipziger im prestigeträchtigen Duell in heimischer Halle die Füchse Berlin mit 24:23 nieder. Sie ließen sich dabei auch vom schnellen 1:7-Rückstand nicht aus der Ruhe bringen – und setzten im nächsten Spiel sogar noch einen drauf in puncto Aufholjagd: 1:8 lag Leipzig in Minden im Hintertreffen und bog die Partie noch in den 25:21-Sieg. „Nach diesen Erfolgen strotzen die Leipziger natürlich vor Selbstbewusstsein“, sagt der TVB-Trainer Jürgen Schweikardt. Die Moral des Gegners sei enorm. „Das macht die sowieso schon sehr ambitionierte Aufgabe für uns nicht leichter.“

Hoffnungsträger bei Leipzig: Marko Mamic aus Kielce

Nach zwei achten Plätzen in Folge lief’s bei den Leipzigern in der vergangenen Saison nicht ganz so rund. Zur WM-Pause im Januar mussten sie sich sogar Sorgen machen um den Ligaverbleib. Nur vier Punkte waren’s bis zum Abstiegsrang. In der Rückrunde berappelte sich der SC und kletterte immerhin noch auf Platz elf.

Die Ansprüche indes sind andere. Mittelfristig möchte Leipzig aufs internationale Parkett – und deshalb langte der Verein bei der Kaderplanung für die aktuelle Spielzeit noch einmal kräftig zu. Für den linken Rückraum verpflichtete er vom polnischen Top-Club KS Kielce den kroatischen Nationalspieler Marko Mamic (25). „Er war vor ein paar Jahren auf dem Weg zum neuen Superstar, er hat sich in Kielce aber im Angriff nicht so richtig durchgesetzt“, sagt Schweikardt. In der Defensive sei er aber sehr stark, und in den ersten beiden Saisonspielen habe er auch im Angriff überzeugt.

Bei 21 Spielern kann die eine oder andere Verletzung problemlos aufgefangen werden

Mit dem deutschen Ex-Nationalspieler Philipp Müller (34) holte sich Leipzig nicht nur Erfahrung ins Team, sondern auch einen weiteren ausgebufften Defensivstrategen. Hinzu kommt Bastian Roscheck, seit sechs Jahren Abwehrchef bei SC.

Großes Pfund des TVB-Gegners dürfte in dieser Saison – außer der Abwehrstärke – der extrem breite und ausgeglichene Kader sein. Bei 21 Spielern kann die eine oder andere Verletzung problemlos aufgefangen werden. So fehlt derzeit noch der an der Schulter operierte Niclas Pieczkowski. Einsatzfähig dagegen sind dessen Nationalmannschaftskollegen Philipp Weber, Franz Semper und Maximilian Janke.

„Unsere wichtigste Aufgabe ist es zunächst, den großen Kampfgeist der Leipziger anzunehmen“, sagt Schweikardt. Zusammen mit dem begeisterungsfähigen Publikum dürfte das Haber-Team ziemlich viel Lärm veranstalten.

„Natürlich versuchen wir, jedes Spiel zu gewinnen“

Der TVB-Trainer möchte sich jedoch nicht allzu ausgiebig mit dem Gegner beschäftigen. „Wir müssen aktuell mehr auf uns schauen, wir haben noch genügend Aufgaben im eigenen Stall.“ Mit Rudolf Faluvegi, der in Erlangen sein Debüt und Comeback zugleich feierte, müsse ein weiterer neuer Spieler ins Team integriert werden. Zwei Etablierte, die langzeitverletzten Linkshänder David Schmidt und Robert Markotic, sollen Ende der Woche wieder ins Mannschaftstraining einsteigen.

Wie in Erlangen, so bleibt dem TVB Stuttgart auch in der Leipziger Arena lediglich die Rolle des Außenseiters. „Natürlich versuchen wir, jedes Spiel zu gewinnen“, sagt Schweikardt. Sollte dies jedoch nicht gelingen, „geht es für uns darum, aus jedem Spiel etwas mitzunehmen“. Leipzig träumt derweil von vier Siegen nach vier Spielen. Nach dem TVB wartet mit den Eulen Ludwigshafen schon am Donnerstag eine weitere machbare Aufgabe.


Zwei Begegnungen vorverlegt

Der TVB Stuttgart hat aus Gründen der Hallenverfügbarkeit zwei Begegnungen der laufenden Hinrunde vorverlegt. Die Pokal-Achtelfinalpartie zwischen dem TVB Stuttgart und dem HC Erlangen findet am Mittwoch, 25. September, statt. Am Samstag, 2. November, empfängt der TVB die SG Flensburg-Handewitt.  

Grund für die Verlegung des Pokalspiels ist die in Stuttgart stattfindende Turn-Weltmeisterschaft. Durch das Event sind beide Heimspielstätten des TVB, die Scharrena und die Porsche-Arena, an den ursprünglich von der Handball-Bundesliga angesetzten Terminen am 1. und 2. Oktober nicht verfügbar. Das Spiel wird um eine Woche nach vorne verlegt: Start am Mittwoch, 25. September, in der Scharrena ist um 20 Uhr.  

Aufgrund des Heimspiels des VfB Stuttgart am ursprünglich angesetzten Termin wird die Begegnung gegen den Deutschen Meister und Super-Cup-Sieger SG Flensburg-Handewitt nicht wie geplant am Sonntag, 3. November, sondern am Samstag, 2. November, ausgetragen. Anwurf in der Porsche-Arena ist um 20.30 Uhr.  

Tickets können ab sofort unter bit.ly/TicketsTVB1920 oder in den Geschäftsstellen in Waiblingen und Bittenfeld erworben werden. Für die Pokal-Begegnung besitzen Dauerkarteninhaber, Sponsoren und VIP-Gäste bis einschließlich Montag, 9. September, ein Vorkaufsrecht für ihre Plätze. Diese müssen in einer der Geschäftsstellen unter Vorlage der Dauerkarte erworben werden. Die Öffnungszeiten in Waiblingen: Montag, Dienstag und Freitag von 10 bis 15 Uhr, Mittwoch 10 bis 18 Uhr. Die Öffnungszeiten in Bittenfeld: Montag 10 bis 12 und 15 bis 17 Uhr, Donnerstag 10 bis 12 Uhr.

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