TVB 1898 Stuttgart TVB will in Flensburg Selbstvertrauen tanken

Auf Manuel Späth (links), hier gegen Tobias Karlsson (rechts Hampus Wanne), und den TVB kommt in der „Hölle Nord“ einiges zu. Foto: Ralph Steinemann Pressefoto

Saisonübergreifend ist die SG Flensburg-Handewitt in der Handball-Bundesliga seit 16 Spielen ohne Niederlage. Die Aussichten auf eine Überraschung sind entsprechend gering für den TVB 1898 Stuttgart an diesem Donnerstag um 19 Uhr. „Wir möchten ein gutes Spiel machen, um Selbstvertrauen zu tanken vor den kommenden Aufgaben“, sagt TVB-Trainer Jürgen Schweikardt.

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Die Konstellation könnte eindeutiger kaum sein: Der Deutsche Meister hat einen glänzenden Saisonstart hingelegt und steht mit 16:0 Punkten schon wieder an der Tabellenspitze. Der TVB ist seit fünf Partien ohne Sieg. „Wir fahren nicht nach Flensburg und denken, wir könnten dort punkten“, sagt der TVB-Trainer Jürgen Schweikardt. „Dennoch ist das für uns als Mannschaft ein wichtiges Spiel.“ Nach den zuletzt erfolglosen Auftritten, bei denen der TVB auch vom Pech verfolgt worden sei, gehe es jetzt darum, das Abwehrspiel zu verfestigen und einen Schritt voranzukommen.

TVB erwarten einige knifflige Aufgaben

Die Defensive dürfte in der Flensburger „Hölle Nord“ vor einige knifflige Aufgaben gestellt werden, schließlich ist der Meister bereits früh in der Saison in Form. Etwas überraschend für den einen oder anderen, schließlich waren dem Team von Trainer Maik Machulla vor der Saison aufgrund der vielen Abgänge nicht die besten Titelchancen eingeräumt worden. Nicht mehr dabei sind die Torhüter Mattias Andersson und Kevin Moeller, der Liga-Torschützenkönig Thomas Mogensen, das Abwehr-Ass Henrik Toft Hansen, Kentin Mahé und Jakob Heinl.

Schweikardt: Flensburg hat eines der größten Talente Europas am Kreis

Zwei Spieler verpflichteten die Flensburger aus der Bundesliga: Der Torhüter Benjamin Buric kam aus Wetzlar, der Kreisläufer Johannes Golla aus Melsungen. „Am Kreis ist er eines der größten Talente in Europa“, sagt Schweikardt über den 21-Jährigen. In Flensburg könne er sich jetzt auf höchstem Niveau weiterentwickeln. „Das ist super für die Nationalmannschaft.“ Gollas großer Vorteil sei, dass er zudem sehr abwehrstark sei.

Flensburg konnte ohne Druck aufspielen

Die restlichen Neuzugänge kommen aus Dänemark und haben nicht die großen Namen. Sie passten jedoch sehr gut ins Team, so Schweikardt. Das sei trotz der großen Fluktuation nach wie vor glänzend besetzt. Der Rückraum mit Jim Gottfridsson, Rasmus Lauge und Holger Glandorf ist unverändert, die Flügelzange mit Lasse Svan und Hampus Wanne hält Schweikardt für die beste in der Liga. „Deshalb hat es mich gewundert, dass mit Flensburg keiner gerechnet hat.“ Der SG sei diese Einschätzung zugutegekommen, sie habe ohne Druck aufspielen können. Nach den Siegen in Minden (31:28) und gegen Göppingen (26:15) holte sich die SG auch bei den Füchsen Berlin (30:25) und gegen den THW Kiel (26:25) die Punkte. Zuletzt hatten sie in Lemgo (23:21), gegen Hannover (29:28) und in Erlangen (27:26) ein bisschen Probleme. Für Schweikardt sind diese knappen Siege jedoch kein Anzeichen dafür, dass es nicht mehr so rund läuft. „Enge Spiele sind mittlerweile normal“, sagt er. „Es ist nicht mehr so wie vor sechs oder sieben Jahren, als die Top-Teams die Gegner reihenweise abschossen.“

Ernüchternde Bilanz des TVB

Auch der TVB hat sich angenähert – von Ausrutschern wie dem in Minden einmal abgesehen. Gegen Ende der vergangenen Saison machte er trotz der Sieben-Tore-Niederlage gar keine so schlechte Figur. Bis zur 44. Minute war’s eine enge Partie. Nach dem 21:23 leisteten sich die Bittenfelder allerdings ein paar Fehler zu viel, die Flensburger machten in der Schlussphase alles klar. Insgesamt ist die Bilanz des TVB dennoch einigermaßen ernüchternd. 

Die große Stärke der Flensburger ist ihre Variabilität, Gefahr droht von sämtlichen Positionen. Außerdem verfügen die Flensburger, zusammen mit Magdeburg, über das beste Umschaltspiel der Liga.

Mit einem ordentlichen Auftritt Mut fassen

„Uns kann es in diesem Spiel nicht um Punkte gehen“, sagt Schweikardt. Wichtig sei, mit einem ordentlichen Auftritt Mut zu fassen für die nächsten Aufgaben, bei denen die Erfolgsaussichten nicht unbedingt viel größer sein dürften. Schweikardt ist sich im Klaren darüber, dass sich die Lage für den TVB in den kommenden Wochen „aller Voraussicht nach“ zuspitzen werde. „Wir sollten uns aber nicht mit der Tabelle beschäftigen, sondern mit unserer Leistung.“ Und diesbezüglich sei sein Team nicht so weit weg von seinen Zielen.

Noch nicht sicher ist, ob der TVB in Bestbesetzung antreten wird. Michael Kraus und Florian Burmeister plagen Magen-Darm-Probleme, Robert Markotic klagt über Schmerzen in der Schulter.


Statistik SG – TVB

Sechsmal haben die SG Flensburg-Handewitt und der TVB 1898 Stuttgart gegeneinander gespielt, sechsmal setzte sich der Deutsche Meister klar durch – im Schnitt mit 11,6 Toren Differenz.

30. September 2015: SG – TVB 34:19

29. Mai 2016: TVB – SG 18:28

27. November 2016: TVB – SG 28:46

17. Mai 2017: SG – TVB 36:27

12. Oktober 2017: SG – TVB 28:17

26. April 2018: TVB – SG 28:35

Das nächste Spiel des TVB in der Porsche-Arena steigt am Donnerstag, 8. November (19 Uhr), gegen den SC Magdeburg. Für die Dauerkarten-Inhaber gibt es eine besondere Aktion: Jeder Dauerkartenkunde kann für dieses Spiel bis zu vier Tickets in der Kategorie 2 für je 2,50 Euro erwerben. Hierzu muss in den Geschäftsstellen in Waiblingen oder Bittenfeld lediglich die Dauerkarte vorgezeigt werden. Öffnungszeiten Waiblingen (Steinbeisstraße 13): Montag, Dienstag, Freitag von 10 bis 15 Uhr, Mittwoch 10 bis 18 Uhr. Bittenfeld (Schulstraße 29): Montag 10 bis 12 und 15 bis 17 Uhr, Donnerstag 10 bis 12 Uhr. Das Angebot gilt, solange Tickets verfügbar sind.

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