TVB 1898 Stuttgart Zeckenbiss legte Lukas von Deschwanden flach

Ein halbes Jahr lang kränkelte Lukas von Deschwanden (beim Wurf, hinten Dominik Weiß) immer wieder. Wie sich erst vor wenigen Wochen herausstellte, war eine Zecke der Übeltäter. Mittlerweile geht’s dem Schweizer wieder gut. Foto: Ralph Steinemann

Nicht so richtig in die Gänge gekommen in der Hinrunde ist Lukas von Deschwanden, Neuzugang des Handball-Erstligisten TVB 1898 Stuttgart. Mittlerweile ist klar, warum: Ein Zeckenbiss hatte eine Borreliose ausgelöst. Nach einer zweiwöchigen Antibiotika-Kur geht’s dem 29-jährigen Schweizer deutlich besser. „Ich hab’ jetzt wieder richtig Bock auf Handball“, sagt er.

Ziemlich clever eingefädelt haben das die beiden Schweizer in Diensten des TVB, Lukas von Deschwanden und Samuel Röthlisberger. Das Wintertrainingslager in der Heimat gab ihnen die Gelegenheit, die ehemaligen Kollegen wiederzusehen. Jene von Lukas „Uri“ von Deschwanden hatten sich zum Empfang eine besondere Überraschung einfallen lassen: Als von Deschwanden in Thun sein Hotelzimmer bezog, lag sein Double im Bett – der Pappkamerad im Wacker-Trikot, den ihm die Kollegen bei seiner Verabschiedung im Frühjahr überreicht hatten.

„Es war sehr schön, zurückzukommen“, sagt von Deschwanden. „Immerhin habe ich neun Jahre für Wacker gespielt.“ Nach seinem Wechsel in die deutsche Bundesliga indes blieb der Nationalspieler häufig hinter den Erwartungen zurück. Das eine oder andere Mal deutete der Rückraumspieler seine Klasse an, von einem konstanten Niveau war er aber ein gutes Stück entfernt.

Nach Sturz: Verdacht auf Gehirnerschütterung

Warum, das weiß von Deschwanden erst seit wenigen Wochen, nachdem eine Borreliose-Erkrankung diagnostiziert worden war. Im Sommer hatte er sich offensichtlich einen Zeckenbiss eingefangen. Die Symptome wie Grippe, Nacken- und Gelenkschmerzen oder Schlafstörungen habe er zwar wahrgenommen, aber anders eingeordnet. „Ich dachte, das hängt mit der Umstellung zusammen, mit dem anderen Training und neuen Umfeld.“ Ende November verschlimmerte sich von Deschwandens Zustand, er wurde von starken Kopfschmerzen geplagt. Dummerweise führte ein Sturz auf den Kopf im Spiel gegen Melsungen auch noch auf die falsche Fährte: Es wurde eine Gehirnerschütterung vermutet. Erst im Januar war die Ursache gefunden.

Zwei Wochen lang wurde von Deschwanden mit Antibiotika behandelt. „Schon nach drei Tagen habe ich mich wie ein neuer Mensch gefühlt“, sagt er. Am Mittwoch nahm er erstmals am Krafttraining teil, in diesen Tagen möchte er wieder ins Mannschaftstraining einsteigen. Dass er bis zum Hannover-Spiel wohl noch nicht ganz bei Kräften sein wird, ficht „Uri“ nicht an. „Ich habe wieder richtig Bock auf Handball und denke, ich bin jetzt richtig angekommen beim TVB.“

Große Wiedersehensfreude auch bei Röthlisberger

Der zweite Schweizer im Team ist diesbezüglich ein Stück weiter. Samuel Röthlisberger spielt seine zweite Saison beim TVB und ist längst eine feste Größe. Ende November vergangenen Jahres verlängerte der 22-Jährige seinen Vertrag vorzeitig um weitere zwei Jahre bis 2021. Auch für den Abwehrspezialisten war das Trainingslager eine Rückkehr zu seinen Wurzeln. „Es war schön, aber auch ein bisschen komisch“, sagt er. „Zum ersten Mal habe ich gegen meine alten Kumpels gespielt.“ Die Wiedersehensfreude sei groß gewesen auf beiden Seiten, der Kontakt immer noch eng. Viele seiner Freunde hätten sich ein Sky-Abo gekauft, nur um den TVB zu schauen. Röthlisberger reiste direkt ins Trainingslager, weil er in der ersten Januarhälfte mit der Nationalmannschaft im Einsatz war. Gleich fünf Länderspiele standen auf dem Programm, unter anderem gab’s zwei Siege gegen Polen. Mit einer jungen Mannschaft und Röthlisberger als Abwehrchef. Im April stehen die beiden entscheidenden Partien in der EM-Qualifikation gegen Belgien an. „Wir werden alles reinhauen, damit wir das schaffen“ – dann auch wieder mit Unterstützung von Lukas von Deschwanden.

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