TVB 1989 Stuttgart Ein neues Gefühl: Planungssicherheit

Der TVB-Trainer Jürgen Schweikardt (Mitte, von links Co-Trainer Karsten Schäfer, Samuel Röthlisberger, Tobias Schimmelbauer, Simon Baumgarten, Manuel Späth) geht entspannt in die Pause. Foto: Steinemann Foto: Ralph Steinemann Pressefoto

15 Punkte und damit sechs mehr als zum selben Zeitpunkt der vergangenen Saison, neun statt zwei Zähler Polster zu den Abstiegsrängen: Die Bilanz des Handball-Erstligisten TVB 1898 Stuttgart nach etwas mehr als der Hälfte der Saison lässt sich sehen. „Wir können alle stolz sein auf das, was wir geleistet haben“, sagt der Trainer und Geschäftsführer Jürgen Schweikardt.

Als primäres Ziel für sein viertes Jahr im Handball-Oberhaus hatte der TVB ausgegeben, den Anschluss ans Tabellenmittelfeld herzustellen. Zwei Spiele der Rückrunde sind durch – und es sieht ganz danach aus, als könnte der Verein seine Vorgaben erreichen. Nur zwei Punkte fehlen dem TVB als Zwölfter zu Rang neun, den derzeit der TBV Lemgo einnimmt. Noch wichtiger indes ist die Distanz von neun Punkten zu den Abstiegsplätzen.

„Wir sind jetzt zum ersten Mal in der komfortablen Situation, relative Planungssicherheit für die neue Saison zu haben“, sagt der TVB-Trainer Jürgen Schweikardt. Anders ausgedrückt: Im Kampf um den Ligaverbleib dürfte nach menschlichem Ermessen nichts mehr anbrennen. In der vergangenen Spielzeit genügten sogar 15 Punkte – und die hat der TVB jetzt bereits auf dem Konto. „Mit unserer Ausbeute sind wir sehr zufrieden“, sagt Schweikardt. „Man muss auch immer die Voraussetzungen sehen, die wir haben.“

Mit einem Etat von rund vier Millionen Euro sind die Stuttgarter zwar nicht das Armenhaus der Liga. „Wir haben aber recht hohe Spielbetriebskosten“, sagt Schweikardt. Deshalb könne der TVB nicht so viel in den Kader investieren wie andere Vereine mit einem ähnlichen Etat.

Sportlich gab’s für Jürgen Schweikardt in der Hinserie nicht viel zu meckern. Besonders gut gefallen hat ihm, dass sich die Mannschaft im Tempospiel „deutlich verbessert“ habe. „Da sind wir jetzt gefährlich.“ Die vielen Angriffe führten zu 515 Toren, in der vergangenen Saison hatten lediglich 458 zu Buche gestanden. Allerdings kassierte der TVB mit 573 Gegentreffern 42 mehr als im Vorjahr. „Da müssen wir in der Rückrunde ansetzen.“

Mehr Höhen als Tiefen hatte die erste Saisonhälfte aus Sicht des Trainers und Geschäftsführers. Wichtig sei gewesen, „dass wir die Muss-Spiele gezogen haben“. Gegen den Aufsteiger Bietigheim behielt der TVB ebenso die Punkte wie gegen Gummersbach. Überraschend waren die Auswärtssiege gegen Leipzig und Berlin. Zudem gewann der TVB gegen Wetzlar, Melsungen und Hannover.

Die 30:31-Heimniederlage gegen den zweiten, sehr starken Aufsteiger und Tabellenachten Bergischer HC relativiert der Trainer. „Da haben wir ein gutes Spiel gemacht, am Ende hat es nicht ganz gereicht.“ Beim Punktverlust gegen die Eulen Ludwigshafen seien zu viele Dinge gegen den TVB gelaufen, „solche Spiele gibt es einfach immer mal wieder“. Geärgert hat sich Schweikardt über die 25:38-Schlappe in Minden und über den Auftritt in den ersten 30 Minuten gegen Magdeburg, als der TVB zur Pause bereits mit 9:23 im Hintertreffen lag und am Ende mit 27:40 verlor.

In Erinnerung bleiben auch die spektakulären Auftritte von Michael Kraus, der bei den Siegen gegen Hannover und Berlin insgesamt 29 Mal erfolgreich war. Zwei Spiele danach brach sich der Weltmeister die Mittelhand und fiel für die restlichen sechs Partien im Kalenderjahr 2018 aus. Dass der TVB diese Schwächung verkraftete und auch ohne seinen Spielmacher sechs Punkte holte, war eine wichtige Erkenntnis.

Ein anderer Spieler trat besonders in der Schlussphase in den Vordergrund. „Dominik Weiß hat einen großen Schritt nach vorne gemacht, er ist konstanter geworden“, sagt Schweikardt. „Noch schafft er es nicht in jedem Spiel, aber sonst würde er auch nicht mehr beim TVB spielen.“

Nach der erfolgreichen, jedoch auch anstrengenden ersten Saisonhälfte durften die Spieler nach Weihnachten eine Woche die Beine hochlegen. In diesen Tagen startet das individuelle Grundlagenausdauer-Training, die Mannschaft trifft sich am 14. Januar wieder. „Es tut auch mal gut, wenn sich die Spieler drei Wochen nicht sehen“, sagt Schweikardt. „Sie hängen ja sonst den ganzen Tag aufeinander.“

Mehr als eine Woche Urlaub gönnt sich auch der Trainer und Geschäftsführer nicht, schließlich stehen wichtige Vertragsverhandlungen an. „Das ist natürlich ein großes Thema, wir kommen jetzt in die entscheidende Phase.“ Die Verträge von gleich neun Spielern laufen am Saisonende aus. Gespräche geführt werden müssen mit Johannes Bitter, Jonas Maier, Michael Kraus, Robert Markotic, Michael Schweikardt, Dominik Weiß, Tobias Schimmelbauer, Simon Baumgarten und Manuel Späth.

Bis zum ersten Spiel am 7. Februar in Hannover dürfte die eine oder andere Personalie geklärt sein. Dann gilt’s, sich auf die restlichen 15 Spiele zu konzentrieren. „Wir werden uns jetzt nicht zurücklehnen, sondern weiter hart arbeiten“, sagt Schweikardt. Die Chance auf die beste Platzierung in Liga eins dürfte Anreiz genug sein.

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