TVB Stuttgart Abstiegsduell gegen Schlusslicht Nordhorn-Lingen

Der Blick von TVB-Trainer Jürgen Schweikardt richtet sich nach oben in der Tabelle. Alles andere als ein Sieg gegen das Tabellenschlusslicht HSG Nordhorn-Lingen wäre eine riesige Enttäuschung. Unter anderem Zarko Pesevski, Robert Markotic, Elvar Asgeirsson, Dominik Weiß, Patrick Zieker (von links) und David Schmidt (vorne) sind gefordert. Foto: Ralph Steinemann Pressefoto

Nein, der Handball-Erstligist TVB Stuttgart wird sein Team nicht vorzeitig abmelden, sollte es auch gegen den Tabellenletzten und Aufsteiger HSG Nordhorn-Lingen am Sonntag (Ab 13.30 Uhr im ZVW-Liveticker) in der Scharrena nicht mit dem zweiten Saisonsieg klappen. „Die Welt wird sich dann auch am Montag noch weiterdrehen“, sagt der TVB-Trainer Jürgen Schweikardt. „Aber wir wissen natürlich auch, dass wir vor einem äußerst bedeutenden Spiel stehen.“ Und vor einem mentalen und körperlichen Stresstest, schließlich wird die Partie am Sonntag die erste von fünf sein binnen 15 Tagen.

Eine schwierige Saison hatten die Verantwortlichen des TVB angesichts des radikalen Umbruchs und des Verletzungspechs befürchtet. Dass der TVB nach dem 14. Spieltag aber auf einem Abstiegsplatz stehen könnte, damit war nicht zu rechnen. Dies könnte passieren, falls das Team von Trainer Jürgen Schweikardt am Sonntag die neunte Saisonniederlage einstecken muss.

„Wir beschäftigen uns aber jetzt nicht damit, was sein wird, wenn wir gewinnen oder verlieren“, sagt Schweikardt. „Wir konzentrieren uns auf die Aufgabe.“ Von der Papierform her sei der TVB sicherlich der Favorit. Doch es sei jedem bewusst, dass Nordhorn kein Gegner sei, „den wir einfach so im Vorbeigehen schlagen können“.

Eingespielter Gegner, der sich klug verstärkt hat

Nach der Insolvenz und zehn Jahren in der zweiten Bundesliga ist mit der HSG Nordhorn-Lingen ein Traditionsclub zurück in der höchsten Liga. Eine ganze Reihe von Weltstars trugen einst das Trikot der Niedersachsen – unter anderem Holger Glandorf, Tobias Karlsson, Ola Lindgren, Börge Lund, Bjarte Myrhol, Ljubomir Vranjes oder Steffen Weinhold.

In der vergangenen Saison überholte die HSG den bis dahin Zweitplatzierten HSC Coburg dank eines beeindruckenden Endspurts. Großartige Veränderungen im Kader gab’s nicht, die Nordhorner verstärkten sich klug: Der österreichische Nationalspieler und Rechtsaußen Robert Weber (vom SC Magdeburg) gehörte jahrelang zu den besten Torschützen in der Bundesliga. Der Weißrusse Anton Prakapenia ist ein abwehrstarker Rückraum-Allrounder, für den Kreis kam der Slowake Dominik Kalufat.

Der Großteil des Teams ist eingespielt und erfahren. Gleich sieben Spieler stehen noch im Kader, die zu Zweitligazeiten auf den TVB trafen. Beispielsweise die niederländisch/tschechische Flügelzange Nicky Verjans/Pavel Mickal, der Torhüter Björn Buhrmester, Patrick Miedema, Luca de Boer und Alexander Terwolbeck.

Einen überraschenden kurzfristigen Wechsel gab’s nur zwei Wochen vor dem Saisonstart auf der Trainerbank: Aus gesundheitlichen Gründen trat Heiner Bültmann zurück, dafür kam der ehemalige isländische Nationalcoach Geir Svensson.

Schweikardt: "Wir sind gewarnt vor Nordhorn"

Zu Beginn der Spielzeit hatten die Nordhorner die für einen Neuling üblichen Anpassungsprobleme und kassierten zum Teil deutliche Niederlagen. Beim 25:26 in Erlangen am siebten Spieltag schnupperten sie zum ersten Mal an einem Punkt. Eine Woche später war’s dann so weit mit dem 33:30-Sieg gegen Leipzig. Erwartungsgemäß nichts zu holen gab’s in Kiel (23:31), wobei die HSG die Zebras 30 Minuten lang ärgerte (13:14). Dann hatte die HSG zweimal Pech beim 25:26 gegen Minden und 29:30 in Hannover. Zuletzt war das Team allerdings wieder chancenlos (24:34 gegen Berlin, 12:19 in Ludwigshafen, 20:29 gegen die SG Flensburg-Handewitt).

„Wir sind gewarnt vor Nordhorn“, sagt Schweikardt. Immerhin habe sich die HSG in der zweiten Liga durchgesetzt, der sechstbesten Liga der Welt. Nordhorn sei es in den ersten Saisonspielen oft ähnlich ergangen wie dem TVB: Es habe gut, aber erfolglos gespielt. Bei allem Respekt vor dem Gegner sagt der TVB-Trainer aber auch: „Wir haben schon oft gezeigt, wozu wir imstande sind. Wir möchten jetzt endlich unsere Leistungen mit Punkten belohnen.“

Der TVB wird am Sonntag voraussichtlich in Bestbesetzung antreten. Robert Markotic, der in Mannheim aufgrund von Knieproblemen pausierte, ist wieder ins Training eingestiegen. Adam Lönn plagt sich mit einer Fersenprellung herum. Schweikardt hofft, dass der Schwede dennoch auflaufen kann. Ihn braucht der TVB nicht nur im linken Rückraum, sondern auch an der Seite von Samuel Röthlisberger, Manuel Späth oder Dominik Weiß im Mittelblock.


Karten im Vorverkauf für die TVB-Spiele gibt es wie immer bei Easy-Ticket, Tel. 07 11/2 55 55 55 / www.easyticket.de, sowie auf den Geschäftsstellen in Waiblingen (Steinbeisstraße 13, 71332 Waiblingen, Tel. 0 71 51/5 00 01 70) und Bittenfeld (Schulstraße 29, 71336 Waiblingen-Bittenfeld, Tel. 0 71 46/2 81 87 50).

Weitere Spiele

Vom 1. bis zum 15. Dezember hat der TVB gleich fünf Spiele vor der Brust, zwei weitere kommen bis zum Jahresende noch dazu. Der Kartenvorverkauf für die fünf Heimspiele läuft.

Sonntag, 1. Dezember (13.30 Uhr/Scharrena): TVB – HSG Nordhorn-Lingen: Es gibt noch 200 Karten.

Dienstag, 3. Dezember (20 Uhr/Scharrena): DHB-Pokal, Viertelfinale: TVB – THW Kiel: Noch 600 Karten.

Samstag, 7. Dezember (20.30 Uhr): HSG Wetzlar – TVB.

Donnerstag, 12. Dezember (19 Uhr/Scharrena): TVB – MT Melsungen: Noch 60 Karten.

Sonntag, 15. Dezember (13.30 Uhr/Porsche-Arena): TVB – THW Kiel: Noch 280 Karten.

Donnerstag, 26. Dezember (14 Uhr): TSV Hannover-Burgdorf – TVB.

Sonntag, 29. Dezember (13.30 Uhr/Porsche-Arena): TVB – Füchse Berlin. Noch 170 Karten.

  • Bewertung
    0
Der ZVW Morgen-Newsletter

Gut informiert in den Tag starten. Einfach kostenlos anmelden.

Heute in Ihrer Tageszeitung

  • Waiblinger Kreiszeitung
  • Schorndorfer Nachrichten
  • Winnender Zeitung
  • Welzheimer Zeitung
Lust auf mehr?

Lesen Sie Ihre Zeitung immer und überall digital: Hier ePAPER-Angebote entdecken!