TVB Stuttgart Abstiegskampf: „Für viele ist dieser Druck neu“

Am zweiten Spieltag verlor der TVB in Leipzig mit 28:31, am Sonntag braucht er dringend beide Punkte. Hier wird Max Häfner von (von links) Philipp Müller, Franz Semper und Luca Witzke gestoppt. Foto: Rainer Justen

So schnell kann’s gehen: Nach drei Siegen in Folge im Dezember und sechs Punkten Abstand zu den Abstiegsrängen hatten die Verantwortlichen des Handball-Erstligisten TVB Stuttgart kräftig durchgepustet. Es folgten vier Pleiten – und plötzlich geht wieder die Angst um. Bei einer Niederlage am Sonntag (16 Uhr/ZVW-Liveticker) gegen den SC DHfK Leipzig könnte der TVB auf einen Abstiegsplatz rutschen.

Die Frage, ob sich die Stuttgarter zu sicher gefühlt haben nach etlichen überzeugenden Auftritten gegen Ende des vergangenen Jahres, lässt sich nur schwer beantworten. Es sieht jedoch ganz danach aus, denn anders lassen sich die wechselhaften Auftritte kaum erklären. Nach dem tollen Spiel gegen Melsungen (31:28) hielt der TVB gegen den Tabellenführer Kiel – trotz der deutlichen 21:29-Niederlage – 50 Minuten lang sehr gut mit. Erschreckend schwach dagegen präsentierte sich das Schweikardt-Team beim 19:32-Debakel in Hannover, anschließend verpasste es nach einem überzeugenden Spiel beim 32:33 gegen das Top-Team aus Berlin knapp die Überraschung.

„Für viele ist dieser Druck neu, aber damit muss jeder klarkommen“

Im ersten Spiel des neuen Jahres, bei der 23:27-Niederlage gegen den Abstiegskonkurrenten TBV Lemgo, waren die Stuttgarter komplett neben der Spur. Die Unbeständigkeit indes ist nicht das einzige Problem des TVB derzeit: Der Tabellenvorletzte, die Eulen aus Ludwigshafen, gewann drei der jüngsten vier Spiele und schloss nach Pluspunkten zum TVB auf.

Es gab also einiges zu besprechen nach der äußerst dürftigen Vorstellung in Lemgo. „Die Spieler waren sehr einsichtig“, sagt der Trainer Jürgen Schweikardt. „Sie haben gemerkt, dass das viel zu wenig war.“ Es habe aber keinen Rundumschlag gegeben, vielmehr hätten „taktische Justierungen“ auf dem Trainingsplan gestanden. Die Beinarbeit in der Abwehr sei in Lemgo schlecht gewesen, wodurch die Staffelung nicht stimmte. Ein bisschen mehr Dynamik hätte auch im Angriff nicht geschadet. „Was die Intensität in den Zweikämpfen betrifft, haben uns ein paar Prozent gefehlt.“

Wenn seine Mannschaft diese Tugenden auch künftig vermissen lässt, wird’s schwer im Abstiegskampf. „Ich bin mir sicher, dass sich alle der Situation bewusst sind“, sagt Schweikardt. „Für viele ist dieser Druck neu, aber damit muss jeder klarkommen.“ Und zwar schon am Sonntag, denn das Spiel gegen Leipzig ist ein bedeutendes. Dessen ist sich auch der Trainer bewusst. Trotzdem mache es keinen Sinn, darüber nachzudenken, was passiere, wenn dieses oder jenes Spiel verloren gehe. „Wir müssen nicht jedes zum Schicksalsspiel ausrufen.“

Manuel Späth ist zurück im Kader

Der kommende Gegner ist von anderem Kaliber als Lemgo. Mit 22:20 Punkten stehen die Leipziger auf einem Mittelfeldplatz. Das Team habe etliche gestandene und den einen oder anderen außergewöhnlichen Spieler in seinen Reihen. Außer mit dem deutschen Nationalspieler Philipp Weber waren die Leipziger noch fünfmal bei der Europameisterschaft vertreten in Person des Silbermedaillen-Gewinners Marco Mamic, Raul Santos, Alen Milosevic und Maciej Gebala.

Robert Markotic wird dem TVB wegen einer Fußverletzung noch zwei bis drei Wochen fehlen. Adam Lönn (Schulter) hat eingeschränkt trainiert, Schweikardt hofft auf seinen Einsatz. Ins Team rücken wird wahrscheinlich Luis Foege aus der zweiten Mannschaft. Auch Manuel Späth ist zurück im Kader: Die zweite Tochter hat mittlerweile das Licht der Welt erblickt.


Info: Es gibt noch rund 1300 Karten fürs das Spiel gegen Leipzig. Die Tageskassen öffnen am Sonntag um 14.30 Uhr. Anpfiff ist um 16 Uhr.

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