TVB Stuttgart Die Neuen Adam Lönn und Patrick Zieker starten durch

Symbolbild. Foto: pixabay.com (CC0 Public Domain)
Wie haben sich die 15 Spieler des TVB in der ersten Saisonhälfte geschlagen? Wer sind die Gewinner, wer hat die Erwartungen – noch – nicht erfüllt? Eine Einschätzung:

Johannes Bitter: Kein Bundesliga-Torhüter hat so viele Bälle gehalten wie der Weltmeister von 2007 – nämlich 187. Allerdings stand Bitter in den 19 Spielen auch so lange auf der Platte wie kein anderer Keeper und hatte dadurch reichlich Gelegenheit, sich auszuzeichnen. Bitters Fangquote liegt bei 28 Prozent, da haben viele Kollegen besser abgeschnitten. Trotzdem spielte der 37-Jährige natürlich eine starke Hinrunde und wurde mit dem EM-Ticket belohnt.

Nick Lehmann: Die klare Nummer zwei beim TVB kam erwartungsgemäß nur sporadisch zum Einsatz. Dennoch zeigte er das eine oder andere Mal, dass er Potenzial hat.

Adam Lönn: Der schwedische Neuzugang ist einer der Gewinner der Hinrunde – nicht nur, weil er über ein großes Kämpferherz verfügt und in Bereiche vordringt, wo’s schmerzt. Nach ein paar Anlaufschwierigkeiten fand er sich immer besser zurecht, avancierte zur Nummer eins im linken Rückraum und war auch in der Deckung ein wichtiger Eckpfeiler. In den letzten vier Spielen fehlte Lönn wegen einer Schulterverletzung.

Elvar Asgeirsson: Zu Beginn der Saison war der Rückraum-Allrounder aus Island einer der konstantesten Spieler, er machte wenig Fehler. Nachdem die verletzten Spieler nach und nach zurückgekehrt waren, reduzierten sich die Spielanteile des 25-Jährigen deutlich. Bei seinen wenigen Einsätzen waren ihm die fehlende Spielpraxis und Selbstvertrauen anzumerken.

Dominik Weiß: Gegen Berlin zeigte der „Lange“, warum er für den TVB so wertvoll sein kann. Ansonsten war’s eine Hinrunde mit Höhen und Tiefen, eine langwierige Zahnoperation brachte Weiß zudem aus dem Rhythmus. Im Angriff kämpfte er immer wieder mit seiner Konstanz, im Mittelblock der Defensive stand er dagegen meist seinen Mann.

Rudolf Faluvégi: Wegen einer Knöchelverletzung startete der ungarische Neuzugang mit Verspätung in die Saison. Kaum auf der Platte, verletzte er sich erneut. Der Spielmacher deutete hernach in der einen oder anderen Partie seine großen Qualitäten an. Es ist aber noch deutlich Luft nach oben.

Max Häfner: In der vergangenen Saison, nachdem sich Michael Kraus nach Bietigheim verabschiedet hatte, zeigte der 23-jährige Mittelmann starke Spiele. In der Hinrunde indes schwankten die Leistungen extrem. Der jüngere Bruder von Kai Häfner kämpft noch mit der Stabilität.

David Schmidt: Der zweitbeste Torschütze des TVB (70 Tore) verpasste den Saisonstart aufgrund einer hartnäckigen Schambeinentzündung. Nachdem er wieder fit war, spielte er im rechten Rückraum eine dominante Rolle mit seiner Wurfkraft und Wucht.

Robert Markotic: Der Kroate hatte wie Schmidt lange Zeit gesundheitliche Probleme (Knieverletzung). Er kam nie richtig in den Tritt und ist die klare Nummer zwei im rechten Rückraum. Immer mal wieder deutete Markotic an, dass er ein feines Händchen und ein gutes Auge hat. Unterm Strich indes war’s zu wenig.

Patrick Zieker: Zusammen mit Adam Lönn machte der Linksaußen, der aus Lemgo kam, die meiste Freude. Mit 109 Toren liegt Zieker auf Rang sechs der Bundesliga-Torschützenliste, überzeugte mit seiner Schnelligkeit, guten Trefferquote auch als sicherer Siebenmeterschütze. Der Bundestrainer Christian Prokop nominierte Zieker in den 17er-Kader für die EM.

Sascha Pfattheicher: Der Nachfolger von Bobby Schagen machte seine Sache gut, gegen Melsungen trumpfte er mit neun Toren auf. Der konterstarke Rechtsaußen leidet allerdings etwas darunter, dass die Außen beim TVB im Positionsangriff häufig verhungern.

Tim Wieling: Der andere Rechtsaußen, der vom Zweitligisten Dormagen zum TVB stieß, spielte deutlich weniger als Pfattheicher. Wenn er zum Einsatz kam, überzeugte auch er. Auf dieser Position hat der TVB wenig Sorgen.

Zarko Pesevski: Der bullige Kreisläufer hatte zu Beginn erhebliche Anpassungsprobleme, er litt besonders unter dem mangelnden Spielverständnis. Nach und nach kam der Mazedonier besser zurecht und steigerte auch seine Trefferquote. Zuletzt schwächelte er wieder ein wenig. Von ihm ist in der Rückrunde noch einiges zu erwarten.

Manuel Späth: Auf den Routinier war wieder einmal Verlass. Er hielt in der Deckung den Laden zusammen und zeigte auch im Angriff gute Spiele im Wechsel mit Pesevski. Späths Erfahrung braucht der TVB auch in der Rückrunde dringend.

Samuel Röthlisberger: Wie immer spielte der Schweizer Abwehrspezialist unspektakulär, aber äußerst effektiv – im Mittelblock und auch auf der Halbposition. Auf ihn kann der TVB kaum verzichten.

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