TVB Stuttgart Ist Berlin wieder eine Reise wert für den TVB?

Nur knapp obenauf waren die Füchse Berlin in der vergangenen Saison beim 34:33-Sieg in Stuttgart. Hier umarmt der Berliner Nationaltorhüter Silvio Heinevetter den TVB-Kreisläufer Manuel Späth. Foto: Ralph Steinemann Pressefoto (Archiv)

In der vergangenen Saison ist Berlin für den Handball-Erstligisten TVB Stuttgart eine Reise wert gewesen, der 30:25-Sieg war die große Überraschung des elften Spieltags. Die Chancen auf eine Wiederholung des Coups am Sonntag in der Max-Schmeling-Halle sind eher gering – auch wenn es im Fuchsbau nach zwei Niederlagen in vier Spielen schon kräftig geraucht hat.

Die Füchse Berlin zählen zu den besten Adressen im deutschen Handball und haben auch schon international für Aufsehen gesorgt. Für den TVB ist das Team von Trainer Velimir Petkovic demnach eine Nummer zu groß. Allerdings waren die Füchse in den vergangenen drei Spielzeiten jenes Top-Team, gegen das der TVB am besten ausgesehen hat. In der Vorsaison nahm er beim 30:25 überraschend beide Punkte aus dem Fuchsbau mit. Im Rückspiel verpassten die Stuttgarter den erneuten Coup nur hauchdünn und unglücklich bei der 33:34-Niederlage. Auch in den beiden Spielzeiten zuvor machte der TVB den Berlinern das Leben schwer (24:24, 24:26, 27:29, 25:28).



„Vor allem in der vergangenen Saison haben wir zweimal sehr gut gespielt gegen Berlin“, sagt der TVB-Trainer Jürgen Schweikardt. Sich deshalb große Siegchancen auszurechnen, sei jedoch verwegen. „Beide Teams sind nicht mehr zu vergleichen.“ Die in der vorigen Spielzeit von Verletzungen arg gebeutelten Berliner traten unter anderem ohne die deutschen Nationalspieler Paul Drux, Fabian Wiede und Simon Ernst an. Beim TVB standen Tobias Schimmelbauer, Bobby Schagen, Michael Schweikardt, Michael Kraus und Simon Baumgarten auf dem Spielfeld.

Die Berliner haben ihren Kader nochmal verstärkt

Nach einer durchwachsenen Saison reichte es für die Berliner mit 38:30 Punkten lediglich zu Rang sechs. Gemessen an den Ansprüchen der Hauptstädter war das viel zu wenig. In der neuen Runde möchten sich die Füchse wieder weiter nach vorne orientieren. Das Team von Trainer Velimir Petkovic hat sich die Teilnahme an den Endrunden im DHB- und EHF-Pokal zum Ziel gesetzt, in der Liga soll es mindestens zu Rang fünf reichen. Dazu ist der von Haus aus schon exzellent besetzte Kader noch einmal verstärkt worden. Als Entlastung für Fabian Wiede im rechten Rückraum kam aus Melsungen der erfahrene Michael Müller. Geballte internationale Klasse findet sich im Tor mit Silvio Heinevetter, Martin Ziemer und dem neuen Mann Dejan Milosavljev (aus Skopje). Letzterer wurde in der vergangenen Saison zum besten Torhüter der Champions-League gewählt.

Nach zwei Kreuzbandrissen in zwei Jahren ist Simon Ernst zurück auf dem Spielfeld. Mit Drux, Wiede und Ernst stellen die Berliner den kompletten Rückraum der deutschen Nationalmannschaft. „Das alleine zeigt schon die Qualität der Mannschaft“, sagt Schweikardt.

Durchwachsener Saisonstart für die Füchse

Der Saisonstart der Füchse indes war – vorsichtig ausgedrückt – recht durchwachsen. Zum Auftakt setzte es eine 23:24-Niederlage in Leipzig. Nach dem 30:23-Heimsieg gegen den HC Erlangen folgte die nächste, ganz bittere Pleite mit dem 25:29 in eigener Halle gegen den TSV GWD Minden. Der Manager Bob Hanning sprach vom „schlechtesten Spiel der vergangenen 15 Jahre“. Das Spiel gegen Minden sei aus Berliner Sicht natürlich „eine Katastrophe“ gewesen, sagt Schweikardt. „Aber jeder Trainer weiß, dass so etwas mal passieren kann.“ Die Erleichterung nach dem über weite Strecken überzeugenden Auftritt in Göppingen (28:25) nahm etwas Druck aus dem Kessel, der bereits zu dampfen begann.

Die Erleichterung war nicht nur bei Schweikardts Trainerkollegen immens. „Viele hatten mich schon in Rente gesehen“, sagte der Ex-Göppinger Velimir Petkovic, der bereits nach drei Spielen heftig in die Kritik geraten war. Eine weitere Heimpleite können sich die Berliner nicht erlauben, entsprechend dürften sie am Sonntag gegen den TVB Stuttgart zu Werke gehen. „Wir dürfen uns von der Niederlage gegen Minden nicht blenden lassen, die Füchse sind eine Spitzenmannschaft“, sagt Schweikardt. „Wir befinden uns immer noch in einem Prozess, wir müssen schauen, dass wir von Spiel zu Spiel stabiler werden.“

Die nach wie vor angespannte Personallage indes steht diesem Plan im Wege. Verzichten muss der TVB auf Rudolf Faluvégi (Ellbogenverletzung), Luis Foege (Schulter) und Dominik Weiß (Zahnoperation). David Schmidt ist zurück im Mannschaftstraining, es besteht Hoffnung auf ein Comeback des Linkshänders.


Ausblick: Zweites Heimspiel des TVB 

Im zweiten Heimspiel der Saison erwartet der TVB Stuttgart am Donnerstag, 19. September, die TSV Hannover-Burgdorf in der Porsche-Arena (19 Uhr). Knapp 4000 Tickets sind verkauft. Karten gibt es wie immer im Vorverkauf bei Easy-Ticket, 07 11/2 55 55 55 oder www.easyticket.de und auf der Geschäftsstelle des TVB 1898 Stuttgart, Schulstraße 29, ) 0 71 46/2 81 87 50, Fax: 0 71 46/2 81 87 55, E-Mail: moh@tvb1898.de.

Das erste württembergische Derby für den TVB steht bereits am Sonntag, 29. September, auf dem Programm. Für die Partie gegen FA Göppingen in der EWS-Arena setzen die Bittenfelder zwei kostenlose Fan-Busse ein. Abfahrt ist um 11.30 Uhr am Vereinsheim in Bittenfeld (Schulstraße 29, 71336 Waiblingen). Zur Einstimmung wird um 10 Uhr ein Weißwurstfrühstück auf dem Gelände des Vereinsheims angeboten. Die Tickets für das Spiel können über die Geschäftsstelle des TVB bestellt werden. Anmeldung und Ticketbestellung sind möglich bis zum kommenden Montag, 16. September, per Mail an mw@tvbstuttgart.de.

Hans Lindberg vom kommenden TVB-Gegner Füchse Berlin führt nach vier Spielen die Torschützenliste an: Der Rechtsaußen hat 34 Tore erzielt. Zweiter ist Morten Olsen (33/Hannover-Burgdorf).

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