TVB Stuttgart Jogi Bitter freut sich riesig über EM-Nominierung

Über seine Nominierung freut sich Johannes Bitter riesig. Gerechtfertigt hat er sie mit starken Leistungen für den TVB in der Bundesliga. Foto: Oliver Vogler

„Was ich mitbringe zur EM? Schuhe in Größe 50!“, witzelt Johannes „Jogi“ Bitter. Aber es sind dann wohl doch die große Erfahrung des 37-Jährigen und die starken Leistungen in der Bundesliga, die Bundestrainer Christian Prokop dazu bewogen haben, dem Weltmeister von 2007 zum Comeback im Nationalteam zu verhelfen. Mit Linksaußen Patrick Zieker darf sich ein weiterer Handballer des TVB Stuttgart große Hoffnung auf die Titelkämpfe in Norwegen, Schweden und Österreich machen.

Prokop hatte 28 Spieler für die EM vornominiert, am Freitagmorgen wollte er eigentlich seinen reduzierten 18er-Kader vorstellen. Doch kurz zuvor sagte Steffen Weinhold vom THW Kiel verletzungsbedingt ab. Somit sind noch 17 Spieler übrig geblieben. Die Torhüter Andreas Wolff (Vive Kielce, Polen), Prokops Nummer eins, und Bitter sind gesetzt. Einer der Feldspieler aber wird bis einen Tag vor Turnierbeginn am 9. Januar noch gestrichen. Zittern muss somit unter anderem Patrick Zieker vom TVB. „Ich hoffe, dass er auch nach Norwegen kommt“, sagt Bitter. „Er spielt eine hervorragende Saison.“ In 17 Partien für die Bittenfelder hat der Linksaußen 99 Tore erzielt. Zieker betont, es müsse auch in den letzten beiden Spielen des Jahres für den TVB alles aus sich herausholen, um eine Chance zu haben, auch die letzte Hürde bis zur EM zu nehmen. Nicht in den 17er-Kader geschafft hat es der dritte vornominierte TVB-Spieler David Schmidt.

2011 hatte Bitter seinen Rücktritt erklärt

Die Berufung von Jogi Bitter ins Nationalteam ist eine Überraschung. 2011 hatte er seinen Rücktritt erklärt, zuletzt vor fünf Jahren ausgeholfen. Vor der Handball-WM 2019 stand der 2,05-Meter-Riese nur für den Notfall auf Abruf bereit – und nun also schlüpft er tatsächlich wieder ins deutsche Trikot. Ein Blick auf die Statistik gibt Aufschluss, warum sich Prokop für den 37-Jährigen und gegen Silvio Heinevetter (Berlin) und Dario Quenstedt (Kiel) entschieden hat: Bitter führt die Liste der Bundesliga-Torhüter mit 172 Paraden an.

Über seine Nominierung und das Vertrauen des Bundestrainers freut sich der TVB-Keeper riesig. „Ich werde alles dafür tun, dass das Duo mit Andi Wolff funktioniert.“ Noch nie sei er, Bitter, mit Torhüter-Kollegen aneinandergeraten. Mit seiner Erfahrung – 144 Spiele im Nationaldress – könne er dem jungen Team helfen. „Ich habe sehr, sehr viel erlebt und weiß auch, dass man am Anfang verlieren kann und trotzdem den Titel holen.“ Das heißt freilich nicht, dass der Keeper Deutschland als Favoriten sieht. Das Team könne aber vom Habfinale träumen.

Am Donnerstag, 2. Januar, geht’s zur einwöchigen EM-Vorbereitung. Zuvor bestreitet der TVB, nach zuletzt drei Siegen, aber noch zwei Bundesliga-Spiele. Am zweiten Weihnachtsfeiertag tritt der Viertletzte beim TSV Hannover-Burgdorf an (14 Uhr). Und am Sonntag, 29. Dezember, kommen die Füchse Berlin in die Porsche-Arena (13.30 Uhr) – mit Silvio Heinevetter.

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