TVB Stuttgart Kein Vertrag mehr für Kreisläufer Manuel Späth

, aktualisiert am 20.11.2019 - 17:09 Uhr
Manuel Späth, TVB, steigt gegen den TV Hüttenberg zum Wurf hoch. Foto: Steinemann

Manuel Späth muss sich einen neuen Verein suchen. Der Handball-Erstligist TVB Stuttgart wird den zum Saisonende auslaufenden Vertrag mit dem 34-jährigen Kreisläufer und stellvertretenden Kapitän hinter Johannes Bitter nicht verlängern. Das hat der Verein am Mittwoch bei einer Pressekonferenz bekanntgegeben. Samuel Röthlisberger und Zarko Pesevski werden 2020/2021 das Kreisläufer-Duo bilden.

Die Verträge von Johannes Bitter, Robert Markotic und Manuel Späth laufen am Ende dieser Saison aus. Nun ist die erste Personalentscheidung gefallen. „Wir haben uns dazu entschieden, dass wir Manuels Position intern besetzen möchten – mit Samuel Röthlisberger“, sagt der TVB-Trainer und -Geschäftsführer Jürgen Schweikardt bei der Pressekonferenz. Röthlisberger, Abwehrchef der Schweizer Nationalmannschaft, sei ein sehr junger und talentierter Spieler, der nun in Späths Fußstapfen treten soll.

Manuel Späth habe das Projekt TVB Stuttgart in seinen zweieinhalb Jahren, in denen er nun da sei, deutlich vorangebracht. Es sei aber klar gewesen, dass der TVB den zur aktuellen Saison begonnenen Umbruch fortsetzen wolle. Röthlisberger sei ein wichtiger Baustein in der neuen, verjüngten Mannschaft. „Wir möchten ihm noch mehr Bedeutung geben, er soll auch im Angriff mehr Einsatzzeiten bekommen.“

Wir möchten uns weiter für die Zukunft aufstellen

Der Abschied von Späth sei dem TVB nicht leichtgefallen. „Es gehen dabei immer Dinge verloren, Manuel hat eine sehr wichtige Rolle auf dem Feld.“ Auch wenn Röthlisberger in der Defensive individuell mittlerweile auf Augenhöhe sei mit Späth, sei der einen ganzen Schritt weiter, was die Führungsqualitäten angeht. „Weil wir uns aber weiter für die Zukunft aufstellen möchten, haben wir uns für diesen Schritt entschieden.“

Für Manuel Späth selbst war die Entscheidung letztlich nicht mehr überraschend. Er sei schon länger in Gesprächen gewesen mit Jürgen Schweikardt, der ihm die Pläne des TVB angedeutet habe. „Ich bin zwar der Meinung, dass ich der Mannschaft noch hätte weiterhelfen können, aber ich kann die Entscheidung absolut nachvollziehen, Samuel mehr in die Verantwortung zu nehmen.“

Sein Partner im Mittelblock habe sich in den vergangenen beiden Jahren hervorragend entwickelt. Vor allem in der Abwehr sei er für den TVB schon ein sehr wichtiger Spieler. „Im Angriff hat er sicherlich noch Verbesserungspotenzial, aber das hat er auch drauf.“ Auch wenn der Abschied nicht ganz freiwillig ist, will Späth bis zum letzten Spiel alles für den TVB geben. „Jeder, der mich kennt, weiß, dass das mein Naturell ist.“

Ein „Abenteuer“ im Ausland?

Noch sei nicht sicher, welchen Weg er nun einschlage. Zunächst einmal müsse er überlegen, ob er weiterhin professionell Handball spiele oder nach 14 Jahren Bundesliga seine aktive Karriere beende. „Vielleicht versuche ich auch, mich auf meine zweite Karriere zu fokussieren.“ Beim Hauptsponsor Kärcher habe er ein Praktikum absolviert, um in diverse Bereiche reinzuschnuppern, sagte Späth, der sein Studium des International Management abgeschlossen hat. „Ich werde das jetzt zusammen mit meiner Familie entscheiden.“ Wenn ein Vereinswechsel mit einem Umzug verbunden sei, sei das natürlich ein größerer Aufwand. Dann müsse es nicht nur sportlich passen, es müsse auch die Lebensqualität für seine Familie gewährleistet sein. „Es gibt aus beiden Richtungen lose Anfragen, jetzt muss ich erst mal sondieren, was das Beste für uns ist.“

Nicht ausgeschlossen sei’s, dass er die letzte Chance wahrnehme, ein „Abenteuer“ im Ausland zu wagen. „Unser erstes Kind ist erst drei Jahre alt, das zweite erwarten wir im Januar. Sie sind also in einem Alter, wo es noch problemlos möglich wäre.“ Zu groß indes soll das Abenteuer auch nicht werden. Länder wie Katar kämen nicht infrage. „Da würden mir Frankreich oder Portugal schon eher zusagen.“


Manuel Späth

Manuel „Urmel“ Späth wurde am 16. Oktober 1985 in Ostfildern geboren. In der Jugend spielte er bei der JSG Ostfildern. Über den TB Ruit und den TSV Neuhausen kam er 2006 zu FA Göppingen. In elf Jahren verpasste der Kreisläufer lediglich eine Partie – wegen der Geburt seiner Tochter.

Zur Saison 2017/2018 wechselte Späth zum TVB Stuttgart, für den er in bislang 80 Bundesliga-Spielen 118 Tore erzielte. Insgesamt absolvierte er 451 Partien, 38-mal spielte er für die deutsche Nationalmannschaft.

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