TVB Stuttgart Schlechtester Start macht den Trainer nicht nervös

Enttäuscht verließ der TVB Stuttgart nach der klaren 27:36-Niederlage bei den Füchsen Berlin die Max-Schmeling-Halle (von links): Nick Lehmann, Johannes Bitter, Sascha Pfattheicher, Tim Wieling, Betreuer Herbert Stadler, David Schmidt und Manuel Späth. Foto: Michael Hundt

Vier Spiele, 1:7 Punkte, drittletzter Platz, schlechtester Saisonstart in der Bundesliga: Es sieht nicht besonders gut aus bei den Handballern des TVB Stuttgart. „Es gibt viele Möglichkeiten, Kritik an uns zu üben“, sagt Jürgen Schweikardt. „Davon dürfen wir uns nicht anstecken lassen.“ Der Trainer und Geschäftsführer glaubt nach wie vor an seine Mannschaft.

24:29 in Erlangen, 28:31 in Leipzig, 24:24 gegen Minden, zuletzt 27:36 in Berlin: Mit nur einem Punkt nach vier Spielen – und nur einem Top-Team als Gegner –, ist die Ausbeute des TVB Stuttgart äußerst bescheiden. Und es ist zu befürchten, dass sich die Bilanz in diesem Monat nicht wesentlich verbessern wird, schließlich stehen die schweren Partien gegen den verlustpunktfreien Spitzenreiter TSV Hannover-Burgdorf und das Derby bei FA Göppingen auf dem Programm. „Wir schauen natürlich auch auf den Spielplan“, sagt der TVB-Trainer Jürgen Schweikardt. „Auf die Tabelle zugegebenermaßen ungern.“

Wenn’s dumm läuft, reisen die Stuttgarter am 5. Oktober mit 1:11 Punkten zum Abstiegskandidaten Eulen Ludwigshafen und stünden spätestens in dieser Partie mächtig unter Druck. „Das kann schon passieren“, so Schweikardt, der jedoch weit davon entfernt ist, in Panik zu verfallen. Es gelte jetzt, die Situation nüchtern zu analysieren und an den Defiziten zu arbeiten.

Problem: Rückzugsverhalten

Zunächst einmal spiele es seinem neuformierten und vom Verletzungspech geplagten Team nicht eben in die Karten, von den ersten sieben Spielen fünfmal in der Fremde antreten zu müssen. „Andererseits ist es vielleicht auch gar nicht so schlecht, dass wir in unserer schwierigen Lage nicht gleich fünf Heimspiele haben.“ Schweikardt setzt darauf, dass die Mannschaft in ein paar Wochen deutlich eingespielter auftreten wird.

Woran es immer noch krankt, war am Sonntag in der Berliner Max-Schmeling-Halle unverkennbar. Besonders gestört hat Schweikardt das „konfuse Rückzugsverhalten“ seiner Spieler. „In der ersten Halbzeit haben wir uns selbst geschlagen.“ Zwei Angriff-/Abwehrwechsel waren zu viel des Guten, die Laufwege und Absprachen passten nicht zusammen. Die ausgebufften Berliner hatten so leichtes Spiel. Das Chaos auf dem Spielfeld übertrug sich schließlich auch auf die Auswechselbank. Wie schon in der Partie in Leipzig, erlaubten sich die Stuttgarter gleich zwei Wechselfehler. „Den Spott müssen wir jetzt über uns ergehen lassen“, so Schweikardt. „Jeder wollte es besonders gut machen, da ging beim einem oder anderen der Überblick verloren.“

Füchse mit besserem Torhüter und Spielmacher

Während der TVB insgesamt fünf Zeitstrafen kassierte, musste kein einziger Berliner auf die Strafbank. Diesbezüglich fühlte sich Schweikardt, wie auch bei der Verteilung der Siebenmeter, „ein bisschen benachteiligt“. Spielentscheidend freilich sei dies nicht gewesen. Stärker ins Gewicht fiel, dass die Füchse das Torhüter- und Spielmacher-Duell klar für sich entschieden. Johannes Bitter erreichte längst nicht das Niveau aus dem Minden-Spiel, und Max Häfner wirkte verunsichert. Auf der anderen Seite führte Simon Ernst klug Regie.

„Max hatte in den letzten beiden Spielen nicht so viel Glück“, sagt sein Trainer. Von derartigen Negativ-Erlebnissen werde er jedoch profitieren, sie machten ihn noch stärker und gehörten zu seiner Entwicklung dazu. „Man kann nicht von einem 23-Jährigen verlangen, dass er in jedem Spiel über 60 Minuten performt.“

Schweikardt mit dem Angriff über weite Strecken zufrieden

Auch wenn es bei Häfner nicht so richtig flutschte und Heinevetter nur zwei seiner neun Würfe passieren lassen musste: Mit 27 Toren ist die Ausbeute des TVB so schlecht nicht. So war Schweikardt mit dem Angriff „über weite Strecken“ zufrieden. Auch mit dem Tempospiel – sofern der TVB dazu kam.

Glücklich war Schweikardt, wie gut sich David Schmidt nach langer Leidenszeit bei seinem Comeback präsentiert hat. „Dass es schon so funktioniert, hätte ich nicht gedacht.“ Deshalb blieb der Linkshänder auch länger auf dem Spielfeld als geplant. Mit ihm und Robert Markotic hat Jürgen Schweikardt nun endlich wieder beide Linkshänder im rechten Rückraum zur Verfügung – wenn auch noch nicht in bester Verfassung.

Mit Rudolf Faluvégi und Dominik Weiß fehlen nur noch zwei Spieler. „Sie sind zwar wesentlich, aber wir haben endlich jede Position besetzt. Jetzt könnte die Vorbereitung beginnen“, sagt Schweikardt.

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