TVB Stuttgart Trotz Pokal-Aus: Schweikardt stolz auf sein Team

Der THW Kiel kam in der Scharrena fast ins Straucheln, der TVB bot dem Pokalsieger einen heißen Kampf. Hier nimmt sich Adam Lönn Nikola Bilyk zur Brust (links Patrick Wiencek, rechts Samuel Röthlisberger. Foto: Jens Körner

Der größte Erfolg in der Vereinsgeschichte ist den Bittenfelder Handballern am Dienstag verwehrt geblieben, der Respekt vor der Leistung bei der 34:35-Niederlage im Pokal-Viertelfinale gegen den großen THW Kiel war jedoch groß. „Stuttgart hat es uns unglaublich schwer gemacht“, sagte der Kieler Trainer Filip Jicha bei der Pressekonferenz nach dem Spiel. „Das war ein Kraftakt, die Spieler sind total am Ende.“

Der ehemalige Welthandballer, der nach der Champions-League-Gala gegen Montpellier vor ein paar Tagen sein Team in höchsten Tönen gelobt hatte („Ich liebe meine Mannschaft“), war „einfach nur glücklich“ über den Einzug ins Final Four, das Anfang April in Hamburg stattfindet. Viel indes hat nicht gefehlt, und der TVB wäre in die Hansestadt geflogen. Liebesgefühle hatte Jichas Trainer-Kollege zwar nicht, doch immerhin stand Jürgen Schweikardt in der letzten Viertelstunde „mit Gänsehaut“ am Spielfeldrand. „Ich bin wahnsinnig stolz auf das Team“, sagte er.

Die größte Möglichkeit, das Spektakel zu einem guten Ende für den TVB zu bringen, hatte Adam Lönn drei Minuten vor Schluss. Nachdem der Schwede für den 32:33-Anschluss gesorgt hatte, scheiterte er in der nächsten Aktion am dänischen Weltmeister Niklas Landin. Es wäre der Ausgleich gewesen. „Der Wurf war fast schon drin“, so Schweikardt. „Landin hat ihn mit dem letzten Fetzen T-Shirt gehalten.“

Kein Unterschied zum THW Kiel

Lönn, der mit einer schmerzhaften Fersenprellung ins Spiel gegangen war, bekam von seinem Trainer auch ein Sonderlob. „Er hat alles rausgehauen.“ Großer Stabilisator in der Deckung war Manuel Späth, der auch im Angriff Akzente setzte – wie auch David Schmidt, der sich im Laufe der Partie steigerte und den Kielern enorme Probleme bereitete. „Wir haben vorne ein richtig gutes Spiel gemacht“, sagte Schweikardt. „Ich habe keinen Unterschied zu Kiel gesehen.“

Den gab’s auch in der Defensive kaum – weil Johannes Bitter nach dem Feueralarm auf Betriebstemperatur kam und am Ende das Duell gegen Landin und Dario Quenstedt ausgeglichen gestaltete.

Was machte also am Ende den Unterschied? „Kiel hat auch Schwächephasen, die sind kürzer als bei anderen Teams“, so Schweikardt. Zudem haben die Zebras eine ganze Reihe von Spielern, die ein Match alleine entscheiden können. Den Rückraum der Kieler hatte der TVB am Dienstag ganz gut unter Kontrolle, gegen die Kaltschnäuzigkeit und Treffsicherheit von Niclas Ekberg (Schweikardt: „Er ist eine Maschine“) indes war nichts auszurichten.

Der TVB scheint in der Saison angekommen zu sein

Auch wenn die Enttäuschung nach dem knapp verpassten Einzug ins Pokal-Halbfinale zu spüren und die Punktausbeute in der Liga nach wie vor mager ist: Der TVB scheint in der Saison angekommen zu sein. Das zeigen nicht zuletzt die Leistungen und Ergebnisse gegen drei Top-Teams: Der SG Flensburg-Handewitt trotzte der TVB ein Remis ab, gegen die Rhein-Neckar Löwen und Kiel fehlte hierzu lediglich ein Tor.

„Wichtig ist, dass die Mannschaft spürt, wie viel Potenzial in ihr steckt“, sagt Schweikardt. Die nächste Gelegenheit, zu punkten, hat sie bereits am Samstag (20.30 Uhr) bei der HSG Wetzlar. Fünf Tage später kommt die MT Melsungen, die am Dienstag mit dem 33:30-Sieg gegen die Füchse Berlin ins Final Four einzog. Drei Tage danach gibt’s in der Porsche-Arena bereits ein Wiedersehen mit den Kieler Zebras.

  • Bewertung
    1
Der ZVW Morgen-Newsletter

Gut informiert in den Tag starten. Einfach kostenlos anmelden.

Heute in Ihrer Tageszeitung

  • Waiblinger Kreiszeitung
  • Schorndorfer Nachrichten
  • Winnender Zeitung
  • Welzheimer Zeitung
Lust auf mehr?

Lesen Sie Ihre Zeitung immer und überall digital: Hier ePAPER-Angebote entdecken!