TVB Stuttgart - TSV Hannover Burgdorf Nächste Baustelle: Dem TVB flattern die Nerven

David Schmidt (beim Wurf) war einer der besten Stuttgarter bei der 23:28-Niederlage gegen Hannover. Nicht alle seiner Kollegen waren so treffsicher wie der siebenfache Torschütze. Hier sperrt ihm Manuel Späth gegen Nejc Cehte (links) und Timo Kastening den Weg frei. Foto: Ralph Steinemann Pressefoto

Der Handball-Erstligist TVB Stuttgart ist auch im fünften Saisonspiel ohne Sieg geblieben. Vor 4982 Zuschauern in der Porsche-Arena unterlag er dem Tabellenführer TSV Hannover-Burgdorf mit 23:28. Das Team von Trainer Jürgen Schweikardt scheiterte in erster Linie an seiner miserablen Effektivität im Abschluss. Mit 1:9 Punkten liegt der TVB nun auf einem Abstiegsrang.

Der Handball-Erstligist TVB Stuttgart ist auch im fünften Saisonspiel ohne Sieg geblieben. Vor 4982 Zuschauern in der Porsche-Arena unterlag er dem Tabellenführer TSV Hannover-Burgdorf mit 23:28 (9:15). Das Team von Trainer Jürgen Schweikardt scheiterte in erster Linie an seiner miserablen Effektivität im Abschluss. Mit 1:9 Punkten liegt der TVB nun auf einem Abstiegsrang.

Wenn der nach vier Spielen sieglose Drittletzte gegen den nach fünf Partien verlustpunktfreien Spitzenreiter mit fünf Toren Differenz verliert, dann ist das keine große Überraschung. Der TVB Stuttgart indes muss sich schon ein wenig ärgern, dass er der TSV Hannover-Burgdorf zu einem Vereins-Startrekord verholfen hat. Furchteinflößend nämlich präsentierten sich die Recken am Donnerstagabend nicht – trotz ihrer jetzt 12:0 Punkte.

Es war ein äußerst zäher Start von beiden Seiten. Symptomatisch für das Spiel des TVB war der erste Angriff, der mit einem Fehlpass von Elvar Asgeirsson endete. Die Stuttgarter suchten fortan lange nach Lücken in der beweglichen Hannoveraner Deckung vor dem starken Torhüter Domenico Ebner. Weil auf der anderen Seite auch Johannes Bitter gut ins Spiel fand, stand’s nach 17 Minuten gerade einmal 6:3 aus Sicht des Spitzenreiters. Das war einerseits ein Indiz dafür, dass auch die TVB-Defensive ordentlich arbeitete.

Im Angriff war der Wurm drin

Der Wurm drin indes war im Angriff. Patrick Zieker traf per Konter zum 4:6 (18.) – es war allerdings bereits sein fünfter Versuch. Der ansonsten treffsichere Linksaußen vergab die aussichtsreichsten Gelegenheiten, unter anderem einen Siebenmeter.

Hannover musste sich nicht allzu sehr ins Zeug legen, um seinen Vorsprung zu verteidigen. Dabei unterliefen den Gästen auch etliche Fehler. Der eingewechselte Robert Markotic sorgte mit einem Doppelpack zum 6:8 und 7:9 (24.) dafür, dass die TSV nicht enteilte. Nach der zweiten – ziemlich unnötigen – Zeitstrafe gegen den Abwehrchef Manuel Späth und der achten Parade von Ebner geriet das Heimteam noch vor der Pause vorentscheidend ins Hintertreffen. Vom 12:9 zog Hannover zum 15:9-Halbzeitstand davon, nutzte dabei zwei Fehlabspiele und den elften Fehlwurf des TVB eiskalt aus.

Eine Aufholjagd in den zweiten 30 Minuten schien angesichts der schwierigen Personallage mit etlichen geschwächten Spielern kaum möglich. Evgeni Pevnov legte im ersten Angriff zum 16:9 nach, Cristian Ugalde zum 17:10 (32.). Der TVB ging weiterhin allzu fahrlässig mit seinen klaren Chancen um. Stets ein Auge haben mussten die Gäste jedoch auf David Schmidt, der bei seinem zweiten Saisoneinsatz wieder ein gutes Spiel macht. Nachdem der Linkshänder zum 14:19 (38.) und Zarko Pesevski zum 15:19 (40.) getroffen hatten, kam Stimmung auf in der Porsche-Arena.

Gäste können sich auf Rückraum verlassen

Die Hannoveraner konnten sich aber auf ihre gefährlichen Rückraumspieler Ivan Martinovic und Fabian Böhm verlassen, die zusammen für die Hälfte der Gästetore verantwortlich waren. Immer, wenn der TVB die Chance hatte, näher heranzurücken, stand er sich selbst im Weg. So kassierte er in Überzahl gleich zwei Gegentreffer zum 15:21 (42.) – oder eine Zeitstrafe.

Mangelnder Kampfgeist war dem TVB nicht vorzuwerfen – und der hielt ihn lange im Spiel. Nach zwei entschlossenen Abschlüssen von Asgeirsson stand’s zehn Minuten vor dem Ende nur noch 19:22.

Auch vom erneuten Fünf-Tore-Rückstand (19:24/52.) ließ sich das Team nicht entmutigen. Zweimal David Schmidt und Adam Lönn verkürzten auf 22:24 (55.). Dann kam auch noch Pech hinzu. Ein Wurf von Martinovic fand den Weg durch Bitters Beine zum 22:25, der folgende Versuch von Lönn landete am Pfosten. Der deutsche Nationalspieler Fabian Böhm sorgte 180 Sekunden vor Schluss mit dem 22:26 für die Entscheidung. Ausgiebig feierten die Gästen den 28:23-Sieg, der sie bis zum nächsten Spiel gegen den Deutschen Meister Flensburg-Handewitt an der Tabellenspitze hält.

Der TVB hat nicht lange Zeit, die Niederlage zu verdauen. Am Mittwoch (20 Uhr) kommt Erlangen im DHB-Achtelfinale in die Scharrena. Es wäre der perfekte Zeitpunkt, um Selbstbewusstsein zu sammeln.

TVB Stuttgart: Bitter, Lehmann; Häfner (1), Asgeirsson (3), Späth (3), Lönn (3), Markotic (3), Röthlisberger, Schmidt (7), Zieker (1), Pfattheicher, Pesevski (2), Wieling, Nicolaus, Maier.

TSV Hannover-Burgdorf: Ebner, Lesjak; Cehte, Martinovic (6), Mävers, Patrail, Thiele, Pevnov (2), Böhm (8), Ugalde (3), Olsen (3/2), Donker, Feise (1), Jönnson, Kastening (5/1), Büchner.

  • Bewertung
    0

Heute in Ihrer Tageszeitung

  • Waiblinger Kreiszeitung
  • Schorndorfer Nachrichten
  • Winnender Zeitung
  • Welzheimer Zeitung
Lust auf mehr?

Lesen Sie Ihre Zeitung immer und überall digital: Hier ePAPER-Angebote entdecken!