Umbau Mehr Wellness im Hallenbad Heslach

 Foto: Hörner

Stuttgart - Eines der schönsten Bäder der Stadt ist in die Jahre gekommen: Das frühere Stadtbad und heutige Hallenbad Heslach schließt deshalb an diesem Sonntag in Teilbereichen für rund zwei Monate. Umgebebaut wird in der denkmalgeschützten Badeanstalt unter anderem der Saunabereich.

Mit seinem 50-Meter-Becken galt das Stadtbad Heslach bei seiner der Eröffnung im Jahr 1929 als modernste Badeanstalt Deutschlands. Bahnenschwimmen ist immer noch möglich, allerdings nur noch auf der halben Distanz, nachdem vor Jahren aus einem Großbecken drei kleinere Becken wurden - geschuldet dem Wunsch der Badegäste hin zu mehr Fitnessangeboten im Wasser.

Nun gilt es erneut, sich den veränderten Bedürfnissen, der Besucher anzupassen. Das verlangt das einst umstrittene Bäderkonzept der Stadt Stuttgart, wonach Einrichtungen mit überwiegend Publikumsbetrieb, nicht nur instand zu halten sondern auch attraktiv zu gestalten seien. Das in dieser Kategorie eingruppierte Hallenbad in Heslach erfüllt diese Anforderung offenbar nicht mehr. "Der Saunabereich ist nicht mehr zeitgemäß", sagt Anke Senne-Bunn, Geschäftsführerin der städtischen Bäderbetriebe. Die Sauna-Gäste verlangten eine verstärktes Wellness-Ambiente. Die neuerliche Baumaßnahme in der traditionsreichen Einrichtung nach einer Teilmodernisierung im Jahr 2006 begründet die Bäder-Chefin mit "Trends, die sich ständig ändern".

Vor vier Jahren wurden zwei Saunakabinen für 120.000 Euro vergrößert und auf den neusten Stand gebracht. Zu mehr habe damals das Geld gefehlt, so Anke Senne-Bunn. Dieses Mal investiert der städtische Eigenbetrieb eine Etage tiefer 350.000 Euro in den Umbau respektive die Modernisierung von Wärme-, Heißluft- und Dampfraum. Erhalten bleiben die unterschiedlichen Schwitzräume und das Wechselbad. Das so genannte russisch-römische Saunabaden bleibt so auch nach dem Umbau möglich. Im Zuge der turnusmäßigen Instandhaltung wird auch die Schwimmhalle zu Beginn der Sommerferien für zwei Wochen geschlossen. Zwischen dem 2. und 16. August, werden unter anderem kaputte Fließen ausgetauscht und feuchte Stellen trockengelegt.

Die längst kommunalpolitisch geführte Debatte, dass hier in große Bäder viel Geld investiert wird, während die kleinen Schul- und Vereinsbäder zunehmend marode werden, mag die Bäderchefin nicht führen. Letztere habe man natürlich im Blick, aber auch Publikumsbäder erfüllten als "weicher Standortfaktor" eine soziale Aufgabe: "Hier treffen sich jung und alt und alle soziale Schichten." Im Übrigen bilde Stuttgart beim Sanierungsstau im Bereich Kleinschwimmhallen keine Ausnahme. Auch in anderen Großstädten ging vor rund 40 Jahren der Trend hin zu Stadtteilbädern, von denen nun viele saniert werden müssten.

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