Umstrittene Baustelle in Korb Steinacher Straße: Viel Wasser, keine Bauarbeiter

Der Blick aus dem Nachbarhaus auf die Baustelle am Ende der Steinacher Straße – das Wasser stand hier zwischenzeitlich noch höher in der Baugrube. Foto: Striebich Foto: ZVW/Sebastian Striebich

Korb. Nachdem auf der Baustelle in der Steinacher Straße vergangene Woche endlich gearbeitet wurde, ist nun wieder Stille eingekehrt. Allerdings steht in der Baugrube das Regenwasser – und auch im Gewölbekeller des Nachbarhauses sprudelte es aus dem Boden.

Vergangene Woche hatte der Bauträger in der Steinacher Straße, die MIM Planen und Bauen GmbH, verkündet, dass den Bauarbeiten nun nichts mehr im Weg stünde – schließlich habe das Oberlandesgericht Stuttgart entschieden: Der Antrag des ursprünglichen Bauträgers, der WMC Objektbau GmbH, auf Erlass einer einstweiligen Verfügung sei nicht rechtskräftig. Der Widerspruch im Grundbuch, der die Bauarbeiten verhinderte, besteht also nicht mehr. Tatsächlich herrschte auf der Baustelle, die bei Nachbarn wegen ihrer Erschließung über einen schmalen Stichweg auf Ablehnung stößt, endlich Betrieb: Die Baugrube wurde erweitert.

Wenn die direkte Nachbarin Siglinde Wahler allerdings dieser Tage einen Blick aus einem Fenster an der Nordwestseite ihres Häuschens wirft, sieht sie keine Bauarbeiter, sondern einen kleinen Baggersee. Die starken Regenfälle der vergangenen Tage haben die Baugrube gefüllt – und in Siglinde Wahlers altem Gewölbekeller sprudelte zwischenzeitlich das Wasser aus dem erdigen Boden. „Das Wasser sucht sich eben seinen Weg“, sagt die Korberin.

Wasser soll abgepumpt werden

Die Seniorin glaubt, dass ein Zusammenhang zwischen dem See in der Baugrube und dem Wasser in ihrem Keller herrscht. Sie könne sich nicht erinnern, dass so etwas in ihrem Haus, das dort seit dem Jahr 1928 steht, schon einmal passiert sei. Beweisen kann sie den Zusammenhang zwischen ihrem Wasserschaden und der vollgelaufenen Baugrube freilich nicht. Auf Wahlers Keller angesprochen, sagt der MIM-Pressebeauftragte Hubert Grosser: „Ich vermute, dass das mit uns nichts zu tun hat.“

Für die rasch wieder eingekehrte Ruhe auf der Baustelle hat Grosser indes eine Erklärung: Die Bauarbeiter hätten diese Woche frei – „ab Montag geht es zügig weiter“. Das Wasser in der Baugrube soll abgepumpt werden. Und dann? Gehe alles seinen ganz normalen Weg – Fundament, Keller, Rohbau, ... Die MIM werde das Projekt rasch umsetzen, schließlich wollten die Wohnungskäufer ja einziehen. Wie lang genau es noch dauern soll, bis die 28 Wohnungen in vier Häusern fertiggestellt sind, dazu möchte die Firma keine Angabe machen.

Die Nachbarn werden genau hinschauen, was sich zwischen Steinacher Straße und Bachstraße tut. Das gilt auch für die anderen Korber Baustellen, die zunächst von der WMC (für die nun ein vorläufiger Insolvenzverwalter bestellt ist) betreut und dann von der erst im April 2018 gegründeten MIM übernommen wurden – deren Geschäftsführer die WMC mitgegründet hatte.

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