Unechte Einbahnstraße in Schwaikheim Zeitenwende für die Anwohner

Denen, die hier rechts rein wollen, verwehren Schild und Baken die Einfahrt. Für die Linksabbieger, die aus der Gegenrichtung kommen, stellt sich die neue Situation nicht so deutlich dar. Foto: Schneider / ZVW

Schwaikheim. Ein kleiner Schritt für Schwaikheim, bezogen auf die gesamte Verkehrslast dort, unter der es leidet, ein großer Sprung für die seit vielen Jahren verkehrsgeplagten Anwohner der Ludwigsburger Straße: Die unechte Einbahnstraße, die den Verkehr aus Richtung Remseck abweist, ist da. Bescherung kurz vor Weihnachten.

Kein Weihnachtsmann, kein Rentierschlitten, „nur“ eine auswärtige Baufirma und ein Bauhof-Trupp: Unspektakulär vollzog sich an einem trüben, nasskalten Tag die Zeitenwende, die zunächst nur eine vorläufige ist. Eine halbjährige Testphase mit Verkehrszählungen zwischendurch soll Erkenntnisse über die Auswirkungen bringen, ehe endgültig entschieden wird. Erste Beobachtung an Tag eins: So mancher bremst an der Einmündung ab, kommt schier mit seinem Gefährt zum Stehen, will’s offenbar gar nicht glauben, fährt erst, als er sich wirklich vergewissert hat, geradeaus weiter, wie vorgeschrieben. Wobei, ein unmittelbarer Anwohner hat auch schon gesehen, dass am Morgen zumindest einige, die aus der Gegenrichtung kamen, also von der Hauptstraße, der Ortsmitte her, trotz des Einfahrtverbotsschilds auch in ihrer Richtung nach links in die Ludwigsburger Straße eingebogen sind. Trotz des Schildes mit der Fahrtrichtungsangabe geradeaus zehn Meter vorher und trotz auch des Hinweisschildes, dass sich die Verkehrsführung geändert hat, rund 50 Meter voraus.

Geisterfahrer durchs Linksabbiegen von der Hauptstraße her

Weil die ebenfalls neuen Baken, die die Rechtsabbieger aus der Gegenrichtung abweisen, das bisherige Ausholen fürs Linksabbiegen nicht mehr zulassen, schneiden die nunmehrigen Geisterfahrer die Kurve und begegnen dort denen, die von der Ludwigsburger Straße her rauswollen.

Da wird dann halt in der Not auf den Gehweg ausgewichen, damit es nicht zum Crash kommt. Fußgänger, die dort gerade unterwegs sind, haben halt Pech gehabt. Das Recht des Stärkeren. Aber, so glauben zumindest diese Angrenzer, das wird sich nach einer Umgewöhnungsphase schon einspielen, hoffend, dass bis dahin nichts passiert.

In der Hauptrichtung, um die es bei der neuen Regelung geht, also für den Verkehr aus Richtung Remseck, ist auch alles entsprechend ausgeschildert, und die Baken lassen ja keinen Zweifel aufkommen, eigentlich. Entsprechende Fahrbahnmarkierungen werden noch kommen.

Auch an die Fußgänger, die die Ludwigsburger Straße an der Einmündung queren, ist gedacht: Zwischen den Baken gibt es für sie eine Gasse. Radfahrer, auch das ist ausgeschildert, dürfen nach wie vor in die Ludwigsburger Straße rein, sollten sich aber besser nicht darauf verlassen, dass jeder Autofahrer, der ihnen da entgegenkommt, weiß, dass es die Ausnahme für die Radler gibt.

Sie finden, die Einbahnstraße in der Gegenrichtung wäre besser

Für die beiden genannten Anwohner, die seit vielen Jahren an diesem Knotenpunkt wohnen und die mit ihren Beobachtungen und Erlebnissen ein Buch füllen könnten, ändert sich unmittelbar wenig. Sie haben den Verkehr nach wie vor direkt vor der Haustür. Ihrer Einschätzung nach wäre allerdings die Einbahnregelung in der Gegenrichtung besser.

Weil in der abendlichen Hauptverkehrszeit ein Teil des Durchgangsverkehrs, der ja nach wie vor durch die Ludwigsburger Straße zurückflutet, künftig durch die Vorfahrtsregelung an der Einmündung noch schwerer auf die Straße Richtung Remseck rauskommen werde. Die Entlastung für die Anwohner, die „innen“ an der Ludwigsburger Straße wohnen, sehen auch sie sehr wohl.


Unechte Einbahnstraße

Die unechte Einbahnstraße bedeutet, dass aus einer Richtung nicht in diese Straße hineingefahren werden darf. Innerhalb der Straße selbst, also bei all denen, die dort bereits drin sind, darf nach wie vor in beide Richtungen gefahren werden, ebenso in beiden Richtungen aus der Straße heraus.

Wegen des zusätzlichen Verkehrs auf der Hauptstraße soll das bislang zulässige, gleichwohl schon immer gefährliche und oft bemängelte Halten und Parken in Fahrtrichtung ortsauswärts in einem Abschnitt nach der Einmündung der Brückenstraße künftig verboten sein, ebenso im weiteren Verlauf an der Schulstraße im Bereich gegenüber dem Rathaus und der Eichendorffschule.

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