"Unendlich beliebt" Das bieten die 57. Plüderhäuser Festtage

Ob Breakdance, Fliegender Teppich oder XXL-Funhouse: Der Rummel ist bei den Festtagen seit vielen Jahrzehnten fester Bestandteil. Foto: ZVW/Benjamin Büttner (Archiv)

Plüderhausen. Unendlich beliebt: So lautet das diesjährige, an die Gartenschau angelehnte Motto der Plüderhäuser Festtage. Beliebt ist das seit 1963 stattfindende Volksfest allemal: bei Ehrenamtlichen, Vereinen und nicht zuletzt den Plüderhäusern selbst. Am Freitag starten die Festtage zum 57. Mal. Hier geht es zum Programm.

Ein echtes Volksfest, das alle Gesellschaftsschichten erreicht – und obendrein noch Qualität bei Musik, Fahrgeschäften, Essen und Trinken bietet: Das ist der Anspruch, den Hartmut Bay von der Arbeitsgemeinschaft für die Festtage formuliert. Einen, dem er und seine Mitstreiter auch in diesem Jahr wieder entsprechen wollen – was bei der Masse an Festen, die es im Moment gibt, keine Selbstverständlichkeit ist. Auch Bürgermeister Andreas Schaffer sagt: „Man muss, da es sehr viele Feste gibt zurzeit, aufpassen, dass man die Leute bekommt.“ Dass dies am Wochenende gelingen wird, daran haben die beiden aber keine Zweifel. Noch stets hätten die Plüderhäuser dem Fest die Treue gehalten – als Gäste wie als Ehrenamtliche.

Knapp 1400 Musiker treten am Jubiläumssonntag auf

Zudem gibt es in diesem Jahr ja auch noch ein ganz besonderes Jubiläum zu feiern: Der Musikverein Hohberg feiert sein 50-jähriges Bestehen. Gefeiert wird dies zusammen mit rund 1400 Musikern am Sonntag beim 35. Kreismusikfest Ostalb. Insgesamt 34 Kapellen werden dabei aufmarschieren und am im Vergleich zum Vorjahr doppelt so großen Umzug durch die Gemeinde teilnehmen. Aufgrund der schieren Größe wurde die Festzugsstrecke in diesem Jahr aber geändert. Sie führt diesmal vom Festplatz über die Heuseebrücke und die Birkenallee und die Unterführung beim Edeka zur Jakob-Schüle-Straße auf die Hauptstraße und von dort über die Gleis- und Remsstraße zurück auf den Festplatz mit einem Fahneneinmarsch ins Zelt. Auch 15 geschmückte Piaggio-Dreiräder werden zwischen den Kapellen, Motivwagen und Fußkapellen unterwegs sein und hernach auf dem Festgelände ausgestellt.

Aufspielen werden die Jubilare von Hohberg aber nicht nur zum Jubiläum, sondern bereits beim Auftakt am Freitag um 18 Uhr und dem anschließenden Sommerstammtisch der Jahrgänge, Vereine und Betriebe. Otmar Praher, Sohn des Vereinsgründers Leopold Praher, hat zu diesem Anlass eigens ein Stück komponiert: Die „69er-Hymne“, passend zum Geburtsjahr des Musikvereins, der einst aus einer Abspaltung von der Gemeindekapelle entstand. Die Unstimmigkeiten (erst 1974 wurde der MV Hohberg ins Festkomitee aufgenommen) sind in Plüderhausen aber längst überwunden. Und so werden selbstredend, bevor sich der Festzug am Sonntag in Bewegung setzt, alle 34 Kapellen zum Geburtstag des Musikvereins auf dem Rasenplatz gemeinsam singen.

Auftritt der Bang Bags beginnt später

Zwei wichtige Hinweise für alle, die wegen des Rock’n’Roll alljährlich nach Plüderhausen pilgern: Der Auftritt der Bang Bags beginnt diesmal anderthalb Stunden später, nämlich um 15.30 Uhr. Dafür gibt es erstmals, nach vielfachem Wunsch, eine Tanzfläche. Und, auch das eine Reaktion auf Besucherwünsche, bei den gesamten Festtagen eine erweiterte Weinauswahl.

Den Höhepunkt am Jubiläumsfesttag bilden dann aber die „Fääschtbänkler“, die in ihrem Bereich, der Neuen Volksmusik, „das sind, was Take That für Boygroups war“, so Bay, nämlich die Größten. Unterm Strich könnten die Besucher sich also auf ein „Megakreismusikfest“ einstellen.

Der Samstag zuvor startet mit dem mittlerweile 18. Entenrennen, für das extra tausend neue Plastikenten angeschafft wurden (Remstal-Card-Inhaber erhalten darauf 25 Prozent Ermäßigung). Musikalisch werden den Tag auf dem Festplatz die Blasmusiker „Jonge Remstäler“ sowie die „Partyfürsten“ bestimmen. Wer in Dirndl oder Lederhose erscheint, erhält ein Mottoherzle aus Lebkuchen gratis dazu.

Bei allen Veranstaltungen ist der Eintritt frei

„Bislang gelingt es uns immer noch, das Ganze eintrittsfrei zu halten“, sagt Hartmut Bay nicht ohne Stolz. „Auch wird niemand genötigt, eine Spende zu tätigen.“ Und das, obwohl Bands spielen, für die andernorts Eintritt fällig ist. Die Festtage sollen eben wirklich ein Fest für das Volk sein und das auch weiter bleiben. Gern gesehen sei daher auf dem Festgelände nicht nur, wer viel Geld liegenlasse, sondern auch, wer nur kommen und schauen wolle.

Traditionell wird es zum Abschluss der Festtage am Montag noch einmal etwas familiärer: mit dem Familientreff, dem Kinder-Spielefest, dem Auftritt der Plüderhäuser Musikanten sowie dem Feuerwerk.

Und darauf legen Schaffer wie Bay dann auch besonderen Wert: die spezielle familiäre Atmosphäre, die dafür sorge, dass, egal ob alt oder jung, sich jeder angstfrei auf dem Fest bewegen könne.


Blasmusik, Rock’n’Roll oder Entenrennen

Am Donnerstag, 18. Juli, starten die Festtage ab 18 Uhr mit der achten Auflage des Blasmusikfestivals Rems-Regio. Acht Kapellen - von Bühlertann bis Unterweissach - werden im Festzelt aufspielen und auch drei Stücke gemeinsam spielen.

Die Fahnenschwinger werden am Freitag, 19. Juli, vor dem Zelt die Gäste begrüßen, bevor um 18 Uhr offizieller Auftakt ist: mit Hohberg-Musikanten, Hip-Hop-Show, Volkstanz und Rock’n’Roll. Bieranstich des Bürgermeisters ist um 19 Uhr im Festzelt. Im Anschluss gibt es Volkstümliches mit den Hohberg-Musikanten für den Sommerstammtisch der Jahrgänge, Vereine und Betriebe.

Der Festtagssamstag, 20. Juli, beginnt um 14.30 Uhr mit dem Entenrennen. Start ist an der Mittleren Brücke, Ziel an der Heuseebrücke. Hauptgewinn in diesem Jahr ist eine Ballonfahrt für zwei Erwachsene und ein Kind. Ab 15 Uhr spielen die „Jonge Remstäler“ böhmisch-mährische Volksmusik. Ab 20 Uhr unterhalten die neunköpfigen Partyfürsten, die regelmäßig auf dem Wasenfestzelt beim Göckelesmaier gebucht sind.

Der Sonntag, 21. Juli, steht ganz im Zeichen des Musikverein-Jubiläums. Um 9 Uhr gibt es aber zunächst einen ökumenischen Gottesdienst mit der Sängervereinigung und dem Posaunenchor. Ab 10 Uhr gibt es Ochs am Spieß und ein Frühschoppenkonzert mit dem Musikverein „Frohsinn“ Walkersbach. Um 12.30 Uhr schmettern dann 34 Kapellen schmissige Melodien zum Geburtstag des MV Hohberg, bevor um 13 Uhr der Jubiläumsfestzug startet. Moderierter Fahneneinmarsch ins Festzelt ist dann um 15 Uhr. Ab 15.30 Uhr spielen die Bang Bags Live-Rock’n’Roll. Zum Abschluss des Jubiläums bringen ab 19.30 Uhr die Fääschtbänkler aus der Schweiz Volksmusik, Schlager, Rock, Pop und House auf die Bühne.

Zum Finale am Montag, 22. Juli, gibt es ab 11.30 Uhr einen Mittagstisch. Unterhaltung zum Schunkeln, Singen und Mitklatschen mit dem Kreisseniorenblasorchester Ostalb ist dann um 14 Uhr beim Familientreff angesagt. Es schließt sich um 15 Uhr bis 17 Uhr ein Spielfest für Kinder von zwei bis 12 Jahren an. Das große Finale nehmen dann die Plüderhäuser Musikanten ab 19.30 Uhr in Angriff. Den traditionellen Abschluss bildet dann das von Schaustellern inszenierte Feuerwerk über dem Festgelände Gänswasen.

  • Bewertung
    7

Heute in Ihrer Tageszeitung

  • Waiblinger Kreiszeitung
  • Schorndorfer Nachrichten
  • Winnender Zeitung
  • Welzheimer Zeitung
Lust auf mehr?

Lesen Sie Ihre Zeitung immer und überall digital: Hier ePAPER-Angebote entdecken!