London.
Jeder Mensch hat seine ganz persönlichen Träume: Einmal auf den Pariser Eifelturm steigen, einmal in die Südsee zum Luxusurlaub, oder einmal Helikopter-Skiing in den Rocky Mountains. Einer meiner heimlichen Träume war es immer, ein Spiel im Fußball-Tempel Wembley zu erleben. Wohl kaum ein anderer Ort hat mehr Fußball-Historie zu bieten als dieses Stadion. Schließlich gab es hier im Jahr 1966 aus deutscher Sicht die Mutter aller Fußball-Fehlentscheidungen: Das Wembley-Tor. Und eben jenen Herzenswunsch habe ich mir nun erfüllt. In der Kartenlotterie der Olympischen Spiele hat es die Glücksfee jedoch nicht ganz so gut mit mir gemeint: Oder was soll ich sonst zum „Fußball-Klassiker“ Gabun gegen Südkorea sagen. Aber egal, schließlich kann man nicht immer alles haben und im Nachhinein muss ich sagen: Es hat sich mehr als gelohnt. 76 462 Zuschauer sorgten für Gänsehautstimmung und unvergessliche 90 Minuten. Allerdings muss ich ehrlicherweise sagen, dass die Spieler auf dem Feld nicht viel dazu beigetragen haben. Am Ende trennten sich die beiden Teams 0:0. Daran bin ich auch ein wenig selber schuld. Dass wir keine Tore sehen werden, hätte mir ja schon vorher klar sein müssen: Schließlich war der Ball 1966 ja auch nicht hinter der Linie.