Unser Verein 1000 Körbe voller Kinderkleider

Eine Frau schaut auf der 65. Kleiderbörse des Vereins im Jahr 2017 das Angebot durch (Archivbild). Foto: Palmizi/ZVW

Waiblingen. Zweimal im Jahr veranstaltet der Verein „Beinsteiner Kids“ einen Kinderkleiderbasar. Nur saubere und gut erhaltene Kleidung findet Platz auf dem Verkaufstisch. Alles andere können weder der Verein noch die Käufer gebrauchen. Mit ihrem Verkaufserlös unterstützen sie Projekte, Kinderhospize oder Schulklassen. Kinder und Jugendliche werden gefördert.

„Es ist eigentlich gegen jede Wahrscheinlichkeit, was wir machen, aber es funktioniert“, sagt Angelika Winterhalter. Die 52-Jährige ist die Erste Vorsitzende des Vereins „Beinsteiner Kids“ und Gründungsmitglied. Den Verein gibt es offiziell seit 1997. Bis 2003 hieß der Verein „Krabbel-Babbel Mutter-Kind Förderverein Beinstein“. Die Beinsteiner Kids veranstalten zweimal im Jahr eine Kinderkleiderbörse in der Beinsteiner Halle und finanzieren mit ihrem Erlös wichtige Projekte. Bereits 69- mal haben auf dem Kleidermarkt gebrauchte Anziehsachen neue Käufer gefunden. So haben viele Kunden die günstige und ökologische Einkaufsmöglichkeit genutzt und dem Verein Geld in die Kasse gespült, womit mit dem Erlös etwas Gutes bewirkt werden konnte.



Andrej Holly, erstes männliches Vorstandsmitglied, sagt: „Wir setzen zusätzliche Impulse, wo das Geld fehlt, und machen das möglich, was ohne uns nicht möglich wäre.“ Mit Fördermitteln hat der Verein beispielsweise den Spielplatz „Hennaneschd“ mitfinanziert und unterstützt unter anderem den Verein Clowns mit Herz, welcher sich für die Förderung von kranken und pflegebedürftigen Personen einsetzt.

Spenden bleiben nicht nur im Verein

„Die Spenden bleiben nicht nur in Beinstein. Wir fördern Schulen, Kinderhospize und Einrichtungen für kranke Kinder“, sagt Evelyn Hald, die Kassenwartin. „Wir Vereine können Dinge initiieren oder den Gemeinderat ansprechen. Notfalls sind wir auch eine politische Stimme“ sagt Angelika Winterhalter.

So funktioniert die Kleiderbörse: Die Kunden geben ihre Verkaufsware am Vortag der Kleiderbörse in der Beinsteiner Halle in Wäschekörben ab. Die Zahl der Wäschekörbe beläuft sich auf mehr als 1000. Neben Kinderbekleidung können unter anderem Faschingskostüme, Spielzeuge, Kinderwagen und Umstandsmode abgegeben werden. Diese werden mit Verkaufsnummern versehen und nach Größe geordnet. Parallel dazu werden lange Tische und für den Verkauf notwendiges Material bereitgestellt.

Eine Kinderkleiderbörse ist wie „eine Kreißsaalbesichtigung“

Die Stille vor dem Verkaufsbeginn bezeichnet Evelyn Hald als einen magischen Moment. Innerhalb von wenigen Minuten steige der Geräuschpegel in der Halle enorm. Von 13 Uhr an dürfen Schwangere mit einer Begleitperson die Halle betreten. „Es sieht aus wie eine Kreißsaalbesichtigung. Es gibt keinen Ort, wo man so viele Schwangere auf einem Fleck sieht“, sagt Angelika Winterhalter. Nach einer Stunde können andere Kunden dazukommen.

Damit jeder Verkäufer sein Geld bekommt, wird nach der Kleiderbörse sorgfältig abgerechnet und ausgewertet. Vom Gesamterlös behält der Verein 17 Prozent Provision ein. Das restliche Geld des Verkäufers wird in einem Umschlag kuvertiert und bei der Abholung der Ware übergeben. Nachdem die Verkäufer ihre nicht verkaufte Ware und Umschläge abgeholt haben, wird in der Halle aufgeräumt. Um 21 Uhr ist Schicht im Schacht – mit dem Ausschalten des Lichts in der Beinsteiner Halle endet die Kleiderbörse.



Welchen Nutzen haben die Vereinsmitglieder? Die Mitglieder zahlen keinen Mitgliederbeitrag. Dafür haben sie das Privileg, in der Vorbereitungsphase Kinderkleider beiseitelegen zu können, die sie kaufen möchten. Das heißt, in der Nacht von Freitag auf Samstag können Jeans und Shirts zur Probe mit nach Hause genommen werden. Was passt, bleibt zu Hause, und das Geld fließt am nächsten Tag in die Kasse. „Gebrauchte Kinderklamotten günstig kaufen zu können ist eine große Motivation“, sagt Andrej Holly. Evelyn Hald sagt: „Zwei Fliegen mit einer Klappe: Es ist eine Lebensbereicherung für uns alle und dann das Gefühl, etwas Gutes zu tun.“


Aktionen des Vereins

Die Mitglieder der Beinsteiner Kids haben beispielsweise das Beinsteiner Ferienprogramm initiiert. Sie ermöglichen die Teilnahme der Grundschule Beinstein am Programm „Klasse 2000“, damit Kinder gesund und selbstbewusst aufwachsen.

Informationen zum Verein gibt es unter info@beinsteinerkleiderboerse.de.

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