Unsere Haustiere Lieblingsfach: Fische füttern

Weinstadt. Sie wissen genau, was Fische wollen: Die Schüler der Naturkunde-AG kümmern sich seit Januar 2015 ums Aquarium des Remstal-Gymnasiums. Freiwillig und voller Leidenschaft. Im vierten Teil der Haustierserie geht’s darum, was bei Fischen alles beachtet werden muss. Denn ein Antennenwels hat andere Bedürfnisse als ein Guppy.

Als Bastian das Aquarium der Naturkunde-AG vor einem Jahr beim Tag der offenen Tür zum ersten Mal sah, stand für ihn sofort fest: Wenn ich aufs Gymnasium komme, mache ich da auch mit. „Ich finde das Angebot gut, denn zu Hause hat ja nicht jeder den Zugang.“ Den Fünftklässler fasziniert die Landschaft unter Wasser – und natürlich all das, was die Fische so machen. Mitschüler Julian gefällt es vor allem, die Tiere dabei zu beobachten, wie sie sich gegenseitig verfolgen. Und Lehrerin Eva Hering freut es unheimlich, dass sich die Kinder so für die Tiere interessieren. Nicht nur das: Ums regelmäßige Füttern kümmern sich die Schüler genauso wie ums Reinigen. Sie haben sogar einen Kuchenverkauf organisiert, um Geld für neue Fische einzunehmen. Und das alles macht die Bio- und Chemielehrerin schon ein bisschen stolz. „Die Schüler fühlen sich mitverantwortlich.“

35 Kinder machen mittlerweile mit

Seit Januar 2015 gibt es am Remstal-Gymnasium das Aquarium, dank einer Spende aus dem Lehrerkollegium. Mit einem Wels und jeder Menge Guppys haben sie angefangen. Inzwischen tummeln sich in dem 120-Liter-Aquarium neben den Guppys Kupfersalmler, drei Garnelen, vier Zebraschnecken, drei Harnischwelse und vier Antennenwelse (der Älteste von ihnen heißt übrigens Hannibal). Die Naturkunde-AG besteht derzeit aus 35 Schülern aus der fünften, sechsten und siebten Jahrgangsstufe. Eva Hering hat mittlerweile zwei Gruppen gebildet, die sich jeweils alle zwei Wochen am Dienstag um 13.15 Uhr treffen. Natürlich geht es da nicht nur um Fische, sondern auch mal um Naturkosmetik oder andere Tiere. Doch der Hauptgrund, warum die AG so einen enormen Zulauf hat, ist klar: Das liegt am Aquarium.

„Unter Wasser breitet sich Schall schneller aus“

Wenn Eva Hering Fragen zu den Fischen stellt, schnellen in der Naturkunde-AG die Finger sofort nach oben. Die Schüler kennen sich mittlerweile richtig gut aus. Sie wissen zum Beispiel, dass sie in der Nähe der Fische nicht zu laut sein dürfen. Denn die sind keineswegs taub, sondern sehr lärmempfindlich. „Unter Wasser breitet sich Schall schneller aus“, erklärt Schülerin Chiara. Die Mitglieder der Naturkunde-AG haben auch längst gelernt, dass Welse ein Problem bei der Nahrungsaufnahme haben, wenn noch andere Fische mit im Aquarium leben. Denn die sind schneller und fressen ihnen alles weg – es sei denn, für die Welse gibt es eine Extra-Futter-Tablette, die sie abschlecken können. Die erhalten sie jeden Montag, Mittwoch und Freitag, natürlich von den Schülern selbst. Es gibt einen festen Fütterungsplan, für dessen Einhaltung die AG-Mitglieder sorgen. Am Freitag stellen sie den Fütterungsautomat an, damit die Tiere auch übers Wochenende ihre Nahrung erhalten. Gereinigt wird das Aquarium in den AG-Stunden. Nur in den großen Sommerferien muss Eva Hering das selbst erledigen, denn sie kann ja schlecht den Schülern ihren Schlüssel geben.

Niemand muss allerdings Mitglied der Naturkunde-AG sein, um sich am Aquarium zu erfreuen. Es befindet sich in einem Schaukasten im Untergeschoss, direkt bei der naturkundlichen Sammlung. Steckbriefe informieren über die einzelnen Fische, über ihre Größe, ihre Nahrung, ihre Lebenserwartung und die von ihnen bevorzugte Temperatur. Um die 20 Grad ist das Wasser im Schulaquarium warm – was natürlich nicht jedem Fisch recht wäre. „Wir haben keine Heizung drin. Deshalb können wir ganz viele tropische Fische gar nicht nehmen“, sagt Eva Hering.

Beim Tag der offenen Tür am 4. März kann jeder die Fische angucken

Sie ist unheimlich froh, wie sich alles entwickelt hat. Mit einem gespendeten Aquarium und 150 Euro vom Förderverein „Freunde des Remstal-Gymnasiums“ ist Eva Hering gestartet, ohne zu wissen, ob es funktionieren wird. Nach kleinen Anfangsschwierigkeiten kann sie sich mittlerweile auf ihre Schüler verlassen. Und um Nachwuchs macht sie sich keine Sorgen: Am Freitag, 4. März, ist von 15 Uhr bis 17.30 Uhr am Remstal-Gymnasium Tag der offenen Tür – und da ist die Naturkunde-AG wieder präsent.

Für die Zukunft überlegt sich die Bio- und Chemielehrerin, fürs Schulaquarium auch Skalare anzuschaffen. Das sind Raubfische, die kleine Fische fressen. Das würde Eva Hering allerdings nur machen, wenn sich die Guppys zu stark vermehren würden. „Sonst lassen wir es so, wie es ist.“ Eines ist klar: Das Aquarium soll nicht wieder aus dem Remstal-Gymnasium verschwinden, sondern noch lange bleiben.

Sieben Tipps der Schüler-AG

Einsteiger sollten sich kein Meerwasseraquarium zulegen, sondern eines mit Süßwasser. Das macht die Sache wesentlich leichter.

Kleine Aquarien sind ebenfalls kompliziert, denn hier kann das biologische Gleichgewicht schneller umkippen als gedacht. Anfänger sollten sich mindestens für ein mittelgroßes Aquarium entscheiden. Sprich für eines mit einem Fassungsvermögen von 120 Litern, so wie die Remstal-Gymnasiasten.

Tauschen Sie niemals das Wasser eines Aquariums komplett aus. Ein plötzlicher Wechsel in reines Leitungswasser ist der sichere Tod.

Messen Sie alle zwei Wochen in Ihrem Aquarium den Gehalt an Nitrit, Nitrat und Phosphat.

Stellen Sie Ihr Aquarium nie zu nah an ein Fenster. Das fördert nur das Algenwachstum.

Nervt es Sie, wenn das Glas Ihres Aquariums schnell verdreckt? Dann legen Sie sich Welse zu. Die sorgen tatsächlich dafür, dass der Besitzer die Scheiben weniger oft putzen muss.

Nicht alle Fische mögen es, wenn sie die ganze Zeit dem grellen Tageslicht ausgesetzt sind. Welse zum Beispiel lieben Rückzugsmöglichkeiten – und für die kann im Aquarium leicht gesorgt werden.

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