Unsere Haustiere Traumberuf: Tierfotograf

Weinstadt-Beutelsbach. Erst wollen sie das Meerschweinchen unbedingt – und nach zwei Wochen haben die Eltern die ganze Arbeit an der Backe: So läuft’s oft, wenn sich Kinder ein Tier wünschen. Nicht so bei Leon Gammerdinger: Er versorgt seinen Tim und seinen Struppi ganz allein. Was er dabei alles beachtet, darum geht’s im sechsten Teil der Haustierserie.

Alles hat damit angefangen, dass einer Hundebesitzerin aus der Nachbarschaft vor rund einem Jahr drei Zehen amputiert wurden. Sie fragte auf Facebook, wer mit ihrem Hund Gassi gehen könnte – und Leon Gammerdinger erklärte sich spontan bereit. Darüber freute sich die Hundebesitzerin so sehr, dass sie dem heute Zwölfjährigen ein Geschenk machen wollte – und so kam Leon zu seinen beiden Meerschweinchen Tim und Struppi. Nicht seine ersten Tiere. „Wir hatten schon Fische, Hasen, Wüstenrennmäuse und Vögel“, sagt Leon. Er gehört allerdings nicht zu den Kindern, die sich nur kurz an einem Tier erfreuen und dann ihre Pflichten auf die Eltern abwälzen. Leon füttert seine beiden Meerschweinchen regelmäßig und reinigt auch den Käfig stets allein. Außerdem ermahnt er seine Eltern stets, rechtzeitig für Nachschub bei Nahrung und Stroh zu sorgen. „Man sollte auf die Meerschweinchen immer gut achten, damit sie nicht abhauen.“ Und auch Kabel sollten sich tunlichst nicht in der Nähe der Tiere befinden. Sonst passiert es nämlich, dass diese durchgebissen werden – so wie bei Leons Kopfhörer, den er auf seinem Meerschweinchenkäfig liegen ließ. „Das Kabel scheint lecker gewesen zu sein“, sagt der Zwölfjährige und lächelt. Mit Tieren ist eben immer was los.

Hündin Lexa versteht sich mit den Meerschweinchen gut

Leon kann sich auch gar nicht vorstellen, ohne sie zu leben. Ihm geht es da ähnlich wie seinem Vater Ralf Gammerdinger und seiner Mutter Andrea Gammerdinger, die ebenfalls ein großes Herz für Tiere haben. Wie zum Beispiel für Hündin Lexa, die von der Beutelsbacher Familie aus dem Donzdorfer Tierheim (Landkreis Göppingen) geholt wurde. „Es war Liebe auf den ersten Blick“, sagt Andrea Gammerdinger. Ihre Hündin möchte sie nicht missen, auch wenn Lexa immer heftig zu bellen beginnt, wenn jemand an der Haustür läutet. „Den Herrn von Bofrost kann sie nicht ab. Den Postboten behandelt sie dagegen gut.“ Ja, so hat Lexa ihre Marotten, aber Ehemann Ralf Gammerdinger findet, dass die Hündin immer noch die beste Alarmanlage ist. Und außerdem gibt es da noch eine weitere Besonderheit, die Lexa aus Sicht der Gammerdingers sehr liebenswert macht: Sie kommt mit den beiden Meerschweinchen gut klar.

Kastrierte Männchen sind weniger aggressiv

Tim und Struppi wiederum verstehen sich ebenfalls. Meerschweinchen sind schließlich Tiere, die einen Artgenossen brauchen. Nun sind Tim und Struppi Männchen, was die Gefahr erhöht, dass beide auch mal aggressiv aufeinander losgehen. „Die sollte man daher kastrieren lassen“, sagt Andrea Gammerdinger. Genau das hat die Beutelsbacher Familie machen lassen – und seitdem herrscht Harmonie im Meerschweinchenkäfig. Sohn Leon war hier übrigens auch wieder die treibende Kraft. So wie er sich überhaupt um alles kümmert. Da wäre einmal die Nahrung: Tim und Struppi essen vorzugsweise Heu, dazu Gurken, Karotten, Kirschzweige, Löwenzahn – und nur wenig Trockenfutter. Leon weiß auch genau, was seine Tierchen nicht vertragen. „Kohlrabi sollte man nicht reintun.“ Brot ist ebenfalls tabu, wegen des Getreides.

Leon säubert den Käfig immer selbst

Beim Reinigen des Käfigs ist Leon Gammerdinger penibel. „Ich mache es immer jede Woche, meistens donnerstags.“ Und wenn der Käfig schon nach ein paar Tagen dreckig wirkt, dann legt Leon eben eine zweite Wochenschicht ein. „Man muss auf jeden Fall immer gründlich reinigen und darf nicht die Hälfte drinlassen“, findet der Zwölfjährige.

An seinen Meerschweinchen hat Leon jedenfalls große Freude. Es sind Kleinigkeiten, die ihm gefallen. „Wenn man pfeift, antworten sie einem“, sagt der Beutelsbacher und lächelt. Beruflich würde er später gerne mal was mit Tieren machen. „Am besten Tierfotograf.“

Tiere in Kitas

Wer denkt, dass Kitas eine haustierfreie Zone sind, irrt. Andrea Gammerdinger arbeitet als Erzieherin in Stuttgart und kennt einige Kindergärten, in denen es Tiere gibt. „Ich weiß von einer Kita, die hat so große Smaragdschnecken und Stabheuschrecken.“

Kennen Sie einen Kindergarten in Weinstadt, in dem es seit längerer Zeit ein Haustier gibt? Und handelt es sich dabei nicht nur um ein vorübergehendes Projekt? Dann mailen Sie doch bitte an bernd.klopfer@zvw.de. Gerne können sich auch Kitaleiter direkt bei unserer Zeitung melden. Wir würden nämlich sehr gerne eine Folge der Haustierserie einer Weinstädter Kita und ihrem Tier widmen.

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