Unsere Haustiere Viel Freude an alter Tierheim-Katze

Weinstadt-Großheppach Wenn Kati mal stirbt, dann weiß Uschi Holland-Pühlhorn schon, was sie tun wird: Sie will sofort die nächste Katze bei sich aufnehmen – und zwar eine alte wie Kati. „Ich will keine junge, der musst du immer hinterherspringen.“ Im dritten Teil der Haustierserie erzählt die Großheppacherin, wie Kati ihr Leben verändert hat.

Es ging alles ganz schnell: Als sich Uschi Holland-Pühlhorn im August 2014 im Ludwigsburger Tierheim eine Katze aussuchen wollte, spazierte Kati als Erste direkt auf sie zu – und sprang auf ihren Arm. „Dann war’s eigentlich geschwätzt“, sagt die Großheppacherin und lächelt. Ihr war sofort klar: Diese Katze werden ihr Mann und sie bei sich zu Hause aufnehmen, obwohl das Tier damals schon zwölf Jahre alt war. „Ich habe mir die bewusst rausgesucht. Wir wollten eine alte.“

„Ich glaube, die ganze Wohnung gehört ihr“

Das Einzige, was Uschi Holland-Pühlhorn an ihrer Katze störte, war der Name, den sie sich im Ludwigsburger Tierheim für sie ausgesucht hatten: Da hieß sie Catgirl, was die 54-Jährige einfach nur bescheuert fand. Sie dachte kurz daran, ihr Tier Käthe zu nennen, aber dann entschied sie sich für Kati. „Es muss halt auch passen mit dem Namen. Kati ist süß“, sagt Uschi Holland-Pühlhorn und streichelt ihre Katze, die es sich auf ihrem Katzenbaum im Wohnzimmer gemütlich gemacht hat. Das mittlerweile 14 Jahre alte Tier liebt es nämlich, faul herumzuliegen – allerdings wechselt es gern mal den Ort. Und so gibt es im ganzen Haus und Garten viele Plätze für Kati. Sie hat das Leben von Uschi Holland-Pühlhorn und ihrem Mann eben ganz schön verändert. „Ich glaube, die ganze Wohnung gehört ihr – und wir sind bloß Mitbewohner.“

Große Probleme beim Eingewöhnen gab es mit Kati nicht. „Vom ersten Tag an hat sie genau gewusst, was sie machen muss“, sagt Uschi Holland-Pühlhorn. Na ja, zumindest in der Wohnung: Draußen lieferte sich Kati mit den Nachbarkatzen Revierkämpfe. Da wurde viel gefaucht – und zwar so laut, dass es Uschi Holland-Pühlhorn nicht verborgen blieb. „Das war wie auf Leben und Tod. So pfiffen die sich an.“ Das hörte jedoch schlagartig auf, nachdem Kati von einem Marder gebissen wurde. Acht Wochen war sie da verletzt, musste einen Socken um den verletzten Fuß tragen. „Das war ganz übel“, erinnert sich Uschi Holland-Pühlhorn. Seither ist jedoch Ruhe. Kati bleibt jetzt meist im Garten, was ihrer Besitzerin gerade recht ist: Auf der nahe gelegenen Kreisstraße, auf der die Autos nach dem Ortsausgangsschild mit Tempo 70 dahinrauschen, ist schließlich schon so manche Katze aus der Nachbarschaft angefahren worden.

Die Sehnsucht nach einer eigenen Katze war bei Uschi Holland-Pühlhorn schon lange vorhanden. Jahrelang fütterte sie immer Nachbarskatzen, die bei ihr im Garten vorbeischauten. Eine dieser Gastkatzen kam fast drei Jahre zu ihr – und dann plötzlich nicht mehr. Uschi Holland-Pühlhorn fragte aus lauter Sorge in der ganzen Nachbarschaft nach, bis eine Frau zu ihr sagte: Schaffen Sie sich doch eine eigene Katze an. Das war etwas, was Uschi Holland-Pühlhorn jahrelang vermieden hatte. Sie dachte, dass es aufgrund ihrer Berufstätigkeit nicht geht, eine Katze zu halten. Seit sie Kati hat, zeigt sich: Das funktioniert sehr wohl.

"Wenn wir in den Urlaub gehen, dann packen wir immer heimlich"

Für die Urlaube hat die Großheppacherin ebenfalls schnell eine Lösung gefunden. Eine nette Nachbarin bot spontan an, sich um Kati zu kümmern – und tut dies seither im Ernstfall auch zuverlässig. Das Ding ist nur: Seit Kati im Haus ist, fahren Uschi Holland-Pühlhorn und ihr Mann gar nicht mehr so gern oft weg. „Wenn wir in den Urlaub gehen, dann packen wir jetzt auch immer heimlich“, sagt die 54-Jährige und lächelt. „Völlig bescheuert, ich weiß.“ Auch Silvester läuft jetzt anders ab – denn all die Raketen und Böller machen Kati Angst. „Da bleiben wir halt jetzt drin, nehmen sie in unsere Mitte – und dann wird gestreichelt und beruhigt.“

Dass Kati alt ist, heißt aber noch lang nicht, dass ihre Instinkte nicht mehr funktionieren. Einmal, das wird Uschi Holland-Pühlhorn nie vergessen, zoffte sich Kati mit einer Nachbarkatze um eine Maus – wodurch das Beutetier fast entkommen wäre. Nach dem Motto: Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte. Dass die Maus dann doch noch sterben musste, erfuhr die Großheppacherin, als Kati ihr das tote Tier präsentierte und es vor ihren Augen auffraß. Uschi Holland-Pühlhorn dachte sich nur: „Kati, du bist ja brutal!“

Wenn es gut läuft, dann kann Kati 15 bis 18 Jahre alt werden. Allerdings weiß Uschi Holland-Pühlhorn, dass es jeden Tag vorbei sein kann. Gern denkt sie daran nicht – aber was sie dann tut, das weiß sie schon. „Dann hole ich mir wieder eine alte Katze – definitiv.“

Tierschutzverein vermittelt Fundtiere weiter

Uschi Holland-Pühlhorn hat sich als Mitglied des Waiblinger Tierschutzvereins bewusst für eine Katze aus dem Tierheim „Franz von Assisi“ in Ludwigsburg-Hoheneck entschieden. Das wird vom dortigen Tierschutzverein betrieben und kooperiert mit der Stadt Ludwigsburg sowie 43 umliegenden Kommunen.

Ihre Katze Kati hätte Uschi Holland-Pühlhorn aufgrund des hohen Alters des Tiers sogar umsonst erhalten. „Ich habe allerdings trotzdem Geld dazugegeben – als Spende“, sagt die 54-Jährige. Sie weiß zwar nicht, welcher Katzenrasse ihre Kati nun angehört, aber das ist ihr auch nicht so wichtig.

So ist das Tierheim „Franz von Assisi“(Kugelberg 20, 71642 Ludwigsburg-Hoheneck) zu erreichen: unter ) 0 71 41/25 04 10, per Fax unter 0 71 41/25 04 62 oder per Notfalltelefon, das natürlich nur für echte Notfälle da ist () 0 71 41/64 34 684). Mehr Infos gibt es unter www.tierheim-lb.de im Internet.

Der Tierschutzverein Waiblingen kümmert sich übrigens auch um Kernen, Korb, Weinstadt und Remshalden-Grunbach. Er nimmt auch dort Tiere auf, organisiert deren Pflege und vermittelt ihnen ein neues Zuhause. Da die Waiblinger Tierschützer kein eigenes Tierheim haben, kooperieren sie mit Pflegestellen von Privatpersonen.

Ein Notfall-Telefon für Fundtiere hat der Waiblinger Tierschutzverein natürlich schon: 01 74/80 64 748. Weitere Informationen gibt es unter www.tierschutzverein-waiblingen.de im Internet.

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