Unter Regie der Gemeinde Alfdorfer Straßenfest in alter Stärke

Das Alfdorfer Straßenfest hat zur alter Stärke zurückgefunden - die vielen Besucher sind der Beleg dafür. Foto: Ralph Steinemann Pressefoto

Alfdorf. Das Alfdorfer Straßenfest hat zu alter Stärke zurückgefunden: Viele Menschen auf dem Marktplatz und in der Oberen Schlossstraße, an den Ständen läuft es rund. Erstmals in 33 Straßenfestjahren hat die Gemeinde das Fest veranstaltet, unterstützt von 27 Vereinen und Gruppen.

„Sensationell“, sagt Klaus Hinderer vom TSV, und auf die Frage, was er damit meint, zeigt er auf den vollen Marktplatz: „Alles.“ Dass wieder mehr mitmachen und das Angebot vergrößert wurde, mitsamt dem Wetter, das habe „alles“ gepasst.

Am Samstagabend, je später, desto lieber, bewegt sich ein Pulk sommerlich gekleideter Menschen entspannt im Slalomgang vorwärts. Für einen Extraschub sorgt der Auftritt von Sängerin Tina Schlechter. Im Schlossgarten gibt es kaum mehr ein Durchkommen, als die 19-jährige Alfdorferin Chart- und Pophits mit ihrer Stimme interpretiert. Erst vor wenigen Wochen hat sie den Gesangswettbewerb „Welcome to Europe“ im Europapark gewonnen. Wegen erhöhter Nachfrage habe sie nach der Kinderdisco außerplanmäßig eine zweite Stunde Zugabe gespielt, so Hinderer.

Klaus Hinderer: Mit dem Andrang haben wir nicht gerechnet

Auch der Sonntag kommt ohne Anlaufschwierigkeiten auf Touren: Schon die Sitzplätze fürs Mittagessen werden knapp. „Fast etwas überfrequentiert“ sei der Flohmarkt in der Oberen Schlossstraße bis hoch zur Schlossgartenschule. „Mit dem Andrang der Teilnehmer haben wir überhaupt nicht gerechnet“, sagt ein überraschter Klaus Hinderer.

Vereinsmitgliedern ist aufgefallen, dass nicht nur Alfdorfer durchlaufen, das Interesse kommt auch von außen. „Es kommt gut an, dass das Fest die neu sanierten schönen Plätze und Straßen nutzt und nicht mehr in den Schulhof abwandert“, so Stefan Erhardt vom Musikverein.

"Fressgasse" kommt gut an

„Der gute Ruf des Essens wirkt bis heute, auch wenn es einige Jahre einen Engpass gab“, gibt Michael Segan auf Nachfrage einen Tipp für den diesjährigen Boom ab. Von langjährigen Festkennern liebevoll und im lobenden, aufwertenden Sinne „Fressgasse“ genannt, verlässt die Straßen(fest)küche kulinarisch die eingetretenen, vielmehr die eingegrillten Pfade: Grillspieße aus Reh und Wildschwein, Jägerbraten, Kaiserschmarrn, am Sonntag auch Eiskaffee sind aufwendige Geschichten, die den Zubereitern einiges abverlangen. Über 100 Maultaschenburger haben die Jugendlichen rund um die Heavy Metal Band „Spirit of the future Sun“ von Hand belegt. „Die letzten Jahre konnte man streichen, als das Fest oben festsaß, dieses Jahr top“, sagt Aiko Semler.

Familien werden mit Spielen von klassischem Blechdosenwurf bis zum bunten Gummistiefelweitwurf der Volksmission und einem Bungee-Trampolin im Schlossgarten bestens bei Laune gehalten. Die Obere Schlossstraße nutzen Gewerbetreibende für Präsentationen, daran reiht sich ohne Lücke Flohmarktstand an Flohmarktstand.

Carmen, Pia und Jasemin aus Schorndorf hoffen, am Abend nichts mehr einpacken zu müssen – außer den Verkaufstisch, den sie sich teilen und der unter Bergen mit Klamotten, DVDs, Bilderbüchern und altem Computergeraffel nicht zu sehen ist. „Der war nach dem Ausladen noch viel voller“, winken sie ab. „Wir haben in allen Schränken und Ecken kräftig ausgemistet, und einiges haben wir schon verkauft.“ Die ersten Sammler hätten sie schon um 7 Uhr gesichtet, auf der Suche nach dem Wunsch-Trödel.

Besucher aus Alfdorf haben den Eindruck, man strengt sich mehr an

Drei Besucher aus Alfdorf haben den Eindruck, dass sich alle wieder mehr anstrengen. „Der Flohmarkt ist mal eine klasse Idee, findet Werner. Sigrid lobt, „dass die Gemeinde die Finanzierung übernimmt und es nicht mehr auf die Vereine abgewälzt wird“. Beim Aufbau der Festmeile an drei Plätzen und entlang der Oberen Schlossstraße hätten sie sich etwas überlegt: „Die absolut richtige Entscheidung“, meint Susanne: „Es gehört zu unserem Straßenfest, dass man die gesamte Straße runterlaufen kann und nicht oben hocken bleibt.“


40 Stände, 27 Teilnehmer

40 Stände und 27 Teilnehmer zählte das 33. Alfdorfer Straßenfest. Könnte sein, dass es künftig noch mehr werden. Einige Vereine hätten dieses Jahr noch abgewartet, wie es läuft, so Bürgermeister Michael Segan.

Erstmals trat die Gemeinde als Veranstalter auf. Unterstützt wurde sie vom örtlichen Veranstaltungsunternehmen Sevotion und Vereinen.

Kleiner Kritikpunkt von Michael Segan war die Mikrofon- und Lautsprecheranlage beim Auftritt von Tina Schlechter im Schlossgarten.

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