Unterer Marktplatz in Schorndorf Weniger Parkplätze, mehr Raum für Fußgänger und Radfahrer

Der Untere Marktplatz soll nach Ende der Gartenschau erst einmal wieder der Untere Parkplatz werden. Foto: ZVW/Benjamin Büttner (Archiv)

Schorndorf. Den Streit darüber, ob der Untere Marktplatz nach der Gartenschau wieder zum „Unteren Parkplatz“ werden oder ob er autofrei bleiben soll, versucht die Verwaltung mit einem Kompromissvorschlag beizulegen, der so aussieht, dass die Anzahl der Parkplätze deutlich reduziert wird und mehr Platz für Fußgänger und Radfahrer geschaffen wird. Zumindest grundsätzlich gab’s bei der Vorberatung im Technischen Ausschuss keinen Widerspruch, welche Variante zum Zug kommt, entscheidet der Gemeinderat am 26. September.

„Wir brauchen eine mittelfristige Lösung, aber keine, die die Gesellschaft spaltet“, sagte der Oberbürgermeister mit Blick einerseits darauf, dass eine endgültige Lösung für die künftige Gestaltung des Unteren Marktplatzes noch auf sich warten lässt, und andererseits darauf, dass es in der Stadt durchaus eine Lagerbildung pro und contra autofreier Unterer Marktplatz gibt. Als mittelfristigen Ausweg schlägt die Verwaltung deshalb eine Regelung vor, die sowohl den Interessen der Fußgänger und Radfahrer als auch denen der Autofahrer Rechnung trägt.

Grundsätzlich sieht dieser Vorschlag, für den es im Detail drei Varianten gibt, vor, die Westseite des Unteren Marktplatzes mit einfachen Mitteln aufzuweiten und mehr Raum für Fußgänger zu schaffen, die bislang, vom Bahnhof her kommend, relativ wenig Platz zwischen den dortigen Gebäuden und der vorhandenen Fahrbahn mit Ladezone haben. Und auch die Gastronomie mit Außenbewirtung schränkt den Raum für Fußgänger ein. Die vor der Gartenschau unmittelbar an die Außenbewirtung angrenzenden Parkplätze sollen aufgegeben und durch 32 Fahrradabstellplätze ersetzt werden. Auch vor dem Daimler-Denkmal soll der Fußgängerbereich so aufgeweitet werden, dass sich Fußgänger und Autofahrer nicht mehr ins Gehege kommen. Und möglicherweise könnte sogar der zur Gartenschau aufgestellte Fahrzeug-Ausstellungscontainer stehen bleiben.

Je nach Variante sind 18 bis 21 Parkplätze vorgesehen

Die Grundidee der drei Parkplatzvarianten, dass die Einteilung der Parkstände und die Abgrenzung des Fußgängerbereichs lediglich mit Farbe und ohne größere Tiefbaumaßnahmen erfolgen sollen. Eine zusätzliche Abgrenzung soll mit mobilen Baum- und Pflanzenkübeln erfolgen. Zwischen den den Pflanzen könnten bei entsprechender Anordnung Fahrzeuge die noch vorhandene Ladezone anfahren. Alle Varianten sehen einen Rundkurs, je zwei Behinderten-Parkplätze und eine Reduzierung der Anzahl der Parkplätze – im Vergleich zu dem, was vor der Gartenschau da war, von 37 auf, je nach Variante, 18 bis 21 Parkplätze - vor, wobei diese einschließlich des Rundkurses etwas nach Osten verschoben werden sollen. Bei zwei der drei Varianten würden die Parkplätze so im Mittelblock angeordnet, dass die Stellplätze auf der Ostseite des Unteren Marktplatzes entfallen könnten.

Bei allen drei Varianten wären Umbaumaßnahmen nur im westlichen Bereich der Parkscheinautomaten-Insel erforderlich, bei zwei von drei Varianten könnte die Verkehrsinsel mit Baum vor der Daimler-Apotheke erhalten werden. Im Wesentlichen unterscheiden sich die Varianten dadurch, dass im einen Fall alle Parkplätze gerade, im zweiten Fall alle schräg angeordnet sind und es bei Variante 3 eine Kombination aus beidem gäbe. Wichtig zu wissen aus Sicht der Verwaltung im Zusammenhang mit der vorgeschlagenen Reduzierung von Parkplätzen auf dem Unteren Marktplatz, dass die entlang der Rosenstraße geschaffenen 25 Ersatzparkplätze bis zu einer endgültigen Entscheidung über die Zukunft des Unteren Marktplatzes erhalten bleiben sollen.


Gesamtplanung Unterer Marktplatz und ZOB

2020 soll, wie schon 2018 in einem Haushaltsantrag der CDU-Fraktion gefordert und von der Verwaltung seinerzeit auch zugesagt, mit den Planungen für eine Gesamtgestaltung von Unterem Marktplatz und Zentralem Busbahnhof (ZOB) begonnen werden.

So seien, heißt es in der Verwaltungsvorlage zum Unteren Marktplatz, bereits Angebote für die für die vorgesehene Bügerbeteiligung nach der Methode „Zufallsstichprobe“ – angewandt bereits beim Verfahren zu den Windkraftstandorten im Mittelbereich Schorndorf – eingeholt worden. Aber natürlich, so Oberbürgermeister Matthias Klopfer, würden auch Vertreter aller relevanter Gruppierungen und Interessenvertretungen in die Bürgerbeteiligung einbezogen.

Am Ende des Verfahrens soll eine Empfehlung mit Rahmenbedingungen für die tatsächliche Umgestaltung von ZOB und Unterem Marktplatz an den Gemeinderat stehen. Die weitere Konkretisierung der Planung soll dann von 2021 an in einem Wettbewerbsverfahren mit Einbindung des Gestaltungsbeirats erfolgen.

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