Urbach Coca-Cola erhält Standort Urbach

Coca-Cola in Urbach. Foto: Habermann/ZVW

Urbach. Eine Weile lang schien es fast, als könnte Coca-Cola seinen Standort in Urbach komplett aufgeben. 2017 wurde die Produktion des Urbacher Mineralwassers dort eingestellt, 102 Mitarbeiter verloren ihre Jobs. Doch für Lager und Logistik hat Coca-Cola den Standort sogar ausgebaut. Währenddessen lagert die Urbacher Firma Dungs Forschung und Entwicklung in ehemalige Coca-Cola-Büros aus.

Es war für Urbach eine schmerzliche Entscheidung: Als Coca-Cola ankündigte die Produktion und den Vertrieb der Mineralwasser-Marken Urbacher und Schurwald einzustellen, dann traf das nicht nur die Mitarbeiter ganz direkt – es war auch darüber hinaus mit Emotionen verbunden. Schließlich kam mit dem Wasser seit den 1970er Jahren der Name Urbach weit über die Ortsgrenzen hinaus zu Bekanntheit.

Das ist seit bald zwei Jahren Geschichte, die letzten Sprudelflaschen wurden im Sommer 2017 abgefüllt. 102 Mitarbeiter waren von der Einstellung der Produktion betroffen. Laut Coca-Cola gab es keine betriebsbedingten Kündigungen, 40 Mitarbeiter haben demnach innerhalb des Konzerns andere Stellen angetreten, 62 haben ihn mit einer Ausgleichszahlung verlassen.

2018 verließen Urbach vier Millionen Getränkekisten

Verblieben sind in Urbach Lager und Logistik von Coca-Cola. Die Produktionshalle wurde, nachdem die Maschinen weg waren, zum Lager umgebaut. Eine Million Euro hat der Konzern nach eigenen Angaben investiert. Der Standort Urbach hat laut Pressemitteilung jetzt eine Lagerfläche von 17 000 Quadratmetern. 2018 wurden von dort vier Millionen Getränkekisten in die Region Stuttgart und den Südwesten von Deutschland ausgeliefert. „Die zusätzlichen Lagerflächen sind für Coca-Cola wichtige und dringend benötigte Lagerkapazitäten“, so schreibt der Konzern in einer Pressemitteilung.

225 Mitarbeiter arbeiten derzeit am Standort Urbach, darunter sind auch Servicekräfte, die sich um die Reparatur, Wartung und Befüllung von Getränkeautomaten kümmern. Einen großen Teil der Werkstattaufgaben, zu denen auch die Reparatur von Kühlern, und Zapfanlagen gehörte, hat Coca-Cola allerdings in Mainz zentralisiert.

Für die nicht mehr benötigten Büroflächen am Standort Urbach gibt es nun eine neue Nutzung. Die Firma Karl Dungs, die in Urbach ihren Hauptsitz hat, mietet sich in 1200 Quadratmeter Bürofläche ein – zunächst für einen Zeitraum von fünf Jahren. Dungs lagert seine Bereiche Forschung und Entwicklung sowie das Gesundheitsmanagement vorübergehend dorthin aus, wie es in einer Pressemitteilung heißt. Dazu gehören demnach auch die Entwicklungslabore. Insgesamt sollen 55 Mitarbeiter in die Büros auf dem Coca-Cola-Gelände umziehen. Weit ist der Weg nicht, da die beiden Firmen Nachbarn sind.

Dungs stellt Komponenten und Systeme der Gas-, Sicherheits-, und Regeltechnik her. Mit dem Umzug will das Unternehmen laut Pressemitteilung die Softwareentwicklung weiter ausbauen. Das Ziel von Unternehmer Karl Dungs ist es demnach, Produkte digital zu vernetzen und künstliche Intelligenz zu integrieren. „Wir beginnen in diesem Jahr auf unserem Gelände mit einem Neubau und reißen alte Gebäude ab“, sagt Dungs. Sein Plan ist, die Büroflächen bei Coca-Cola ab April zu beziehen. Der Umbau soll in den kommenden Wochen erfolgen.

Bei der Unterzeichnung des Vertrags zwischen den beiden Firmen war auch die Urbacher Bürgermeisterin Martina Fehrlen dabei. „Dungs und Coca-Cola gehören zu den größten Arbeitgebern in unserer Gemeinde“, sagte sie. „Ihr Fortschritt und ihre Kooperation sind für uns sehr wichtig und stärken Urbach als Wirtschaftsstandort im Großraum von Stuttgart.“

Urbacher und Coca-Cola

Seit den 1970er Jahren sprudelt aus 80 Meter Tiefe das Urbacher und Schurwalder Mineralwasser. 1997 übernahm die Coca-Cola Erfrischungsgetränke AG den Abfüllbetrieb Lachenmaier und damit auch das Mineralwassergeschäft.

Heute ist die Coca-Cola European Partners Deutschland GmbH (CCEP DE) für den Standort verantwortlich.

Zur Einstellung der Marken Urbacher und Schurwald-Mineralwasser schrieb der Konzern: „Trotz intensiver Bemühungen ist es Coca-Cola nicht gelungen, Urbacher und Schurwald im hart umkämpften Mineralwassermarkt rentabel zu betreiben.“

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