Urbach Die smarte Schule der Zukunft

Mathe in Klasse 6 bei Lehrerin Melanie Falkenstein an der Wittumschule: Luca Holtz baut und verschiebt Körper auf dem Smartboard. Foto: Gabriel Habermann / ZVW

Urbach. Die Wittumschule in Urbach ist in Bewegung, nicht nur bei der Entwicklung zur Gemeinschaftsschule, sondern auch in Sachen Technik ist sie ganz vorne dabei. „Während anderswo noch lautstark nach finanziellen Hilfen für die Digitalisierung gerufen wurde, sind an der Wittumschule sukzessive Fakten geschaffen worden“, sagt Konrektor Michael Seiz maximal selbstbewusst.

An der Wittumschule sind mittlerweile zehn Unterrichtsräume mit sogenannten Smartboards ausgestattet. Diese sehen ein bisschen aus, wie sehr große an die Wand gehängte Smartphones oder Tablet-PCs. Alle Zimmer der Gemeinschaftsschulklassen, also Klasse 5 bis 8, haben solche digitalen Tafeln dort, wo früher die grüne Kreidetafel hing. Es ist eine Technik, die nicht billig ist, die sich die Wittumschule aber ganz bewusst und aus Überzeugung geleistet hat. Man habe jahrelang auf Anschaffungen verzichtet, von denen man wusste, dass sie schnell überflüssig werden würden, sagt der stellvertretende Schulleiter Michael Seiz. Dazu gehört auch solche Ausstattung, bei denen die Schule überzeugt war, dass sie durch die technische Entwicklung bald überholt sein wird, wie die an vielen Schulen eingesetzen „Whiteboards“, die mit Beamern betrieben werden.

Die so gesparten Mittel aus dem Budget, das die Gemeinde als Schulträger zur Verfügung stellt, und aus den Sachkostenbeiträgen des Landes habe man zum Beispiel für die Smartboards eingesetzt, sagt Michael Seiz. Dazu kamen in den damit ausgestatteten Klassenzimmern Laptops oder PCs für die Schüler und Lehrer.

Die Digitalisierung koste aber nicht nur Geld, betont Seiz, sie spare auch andere Mittel ein: in Form von Papier oder Folien für Overhead-Projektoren. Das Ziel definiert der Konrektor so: „Bestmöglicher Mitteleinsatz für den bestmöglichen Unterricht.“

„Das ist ein viel effizienteres Arbeiten und Lernen“

Das Ganze funktioniere, sagt Michael Seiz, weil das Kollegium der Wittumschule den Weg engagiert mitgehe. Melanie Falkenstein, die Mathe, Kunst, Französisch und den Fächerverbund Biologie, Natur und Technik unterrichtet, meint: „Wir haben ein engagiertes Team, das ständig an der Schulentwicklung arbeitet.“ Sie gehört mit 28 Jahren zu den Jüngeren im Kollegium, meint aber, dass auch ältere Kollegen gut mit der neuen Technik klarkämen und ihre Vorteile nutzen würden. Sie habe am Anfang selbst gedacht: „Oh Gott, ob ich das verstehe?“ Aber man könne sich in den Umgang mit den Smartboards sehr einfach einarbeiten, man verstehe die Funktionen sehr schnell. Mittlerweile wolle die Technik keiner mehr missen.

Melanie Falkenstein schwärmt regelrecht von den Smartboards. Damit könne man viele Dinge machen, die mit einer herkömmlichen Tafel unmöglich waren. Gerade für die Arbeit in der Gemeinschaftsschule, bei der sie für die Schüler drei verschiedene Niveaustufen anbieten muss, könne sie mit der digitalten Tafel unkompliziert zwischen Aufgaben und Inhalten der unterschiedlichen Stufen umschalten. Sie müsse auch nicht mehr im Unterricht lange Tafelanschriebe verfassen, sondern könne sie schon zu Hause in digitaler Form vorbereiten und dann einfach einspielen, dazu alle möglichen Medien, Bilder, Audiodateien oder Filme ohne zusätzliche Geräte. „Das ist ein viel effizienteres Arbeiten und Lernen“, sagt die Lehrerin. Außerdem habe man jederzeit Zugriff und könne auf Inhalte zurückspringen, wenn es noch Klärungsbedarf gebe. „Bei einer grünen Tafel wischt man es weg, dann ist es weg.“

Hochmotivierend für die Schüler

Für die Schüler sei es „hochmotivierend“, mit der neuen Technik zu arbeiten. Nebenbei bekämen sie dadurch Medienkompetenz vermittelt. „Das wird immer wichtiger“, sagt Falkenstein. Die Investition in die Smartboards, die pro Stück etwa 7000 Euro kosten würden, habe sich absolut ausgezahlt: „Sie haben sich im Alltag bewährt.“ Der Schule sei es ein Anliegen gewesen, gleich richtig zu investieren. Die Whiteboards mit Beamer, die an vielen Schulen angeschafft wurden, nennt Melanie Falkenstein „nichts Halbes und nichts Ganzes“.

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