Urbach Kanalsanierung kostet rund 5,75 Millionen Euro

Ortsschild der Gemeinde Urbach. Foto: ZVW/Joachim Mogck

Urbach. Rund 5,7 Millionen Euro hat Urbach in den letzten zwölf Jahren für die Regenwasserbehandlung ausgegeben. Fast genau die gleiche Summe muss die Gemeinde in den nächsten zehn Jahren in die Sanierung der Kanäle stecken. Und dann sind auch nur die schlechtesten wieder auf Vordermann gebracht.

Der Gemeinderat hat die Nachricht einigermaßen gefasst aufgenommen. Vielleicht deshalb, weil einerseits das Landratsamt Rems-Murr-Kreis mitgeteilt hat, dass es keine zeitliche Vorgabe für die Sanierung gibt. Andererseits hat das mit der Untersuchung der Kanäle beauftragte Büro Riker + Rebmann ermittelt, dass das Sanierungspotenzial einer vergleichbaren Kommune im Rems-Murr-Kreis bei etwa zehn Millionen Euro liegt. So gesehen ist Urbach noch einmal gut weggekommen, zumal das Kanalnetz insgesamt sage und schreibe 50,3 Kilometer lang ist.

Hetzinger: Kein Grund zur Panik

In diesem Jahr stehen für Kanalsanierungen 240 000 Euro zur Verfügung. Hohe Priorität haben Schäden an Kanälen, die im Grundwasserbereich liegen. Dies ist im Gewerbegebiet zum Teil der Fall, Grundwasser dringt auch im Bereich des Urbachs im Gebiet Banrain/Kreuzweg ein. Diese Schäden sollten nach Ansicht der Verwaltung vorrangig saniert werden. Im Gemeinderat regte sich gegen diesen Vorschlag kein Widerspruch.

Bürgermeister Jörg Hetzinger wertete das Ergebnis der Untersuchung als „nicht dramatisch“, es gebe „keinen Grund zur Panik“. SPD-Fraktionsvorsitzender Joachim Habik freute sich darüber, dass die Zahlen jetzt endlich auf dem Tisch liegen. Er übte aber auch leise Kritik: Die Gemeinde habe die Sanierung des alten Kanalnetzes „vielleicht etwas vernachlässigt“. Habik wollte wissen, inwiefern sich die Kosten für die Sanierung auf den Wasserpreis auswirken.

Keine Unterlagen von den ganz alten Kanälen

Hetzinger antwortete, das sei „sehr komplex, das kann man im Moment nicht sagen“. Denn es gebe hier sehr viele Parameter. Beispielsweise „wissen wir nicht, was in der Kläranlage kommt“ und welche Abschreibungen auslaufen. Zudem gebe es von den ganz alten Kanälen gar keine Unterlagen. Und schließlich sei der Preis von 5,39 Euro für einen Kubikmeter Wasser mit Abwasser, der in Urbach bezahlt werden müsse, „eher unterdurchschnittlich“.

„Wir begrüßen die Gesamtkonzeption“

CDU-Gemeinderätin Patricia Bäuchle war angesichts der Auskunft aus dem Landratsamt froh darüber, „dass wir nicht sofort Handlungsbedarf haben“. Klar sei aber auch, „dass viele Kanäle in Urbach eben 40 bis 50 Jahre alt sind“. Und damit sanierungsbedürftig. Der Urbacher Bauamtsleiter Markus Baumeister sah das genauso, dachte aber gleich weiter: Wenn jetzt die maroden Kanäle nach und nach saniert werden, „heben sie wieder rund 50 Jahre“.

„Wir begrüßen die Gesamtkonzeption“, sagte Gemeinderätin Sandra Bührle von den Grünen. Sie erinnerte die Verwaltung aber daran, „dass wir verschiedene Fragen geschickt haben“. Sie wollte wissen, ob die Chance bestehe, dass sie noch beantwortet werden. Hetzinger sagte, er habe darüber mit dem stellvertretenden Leiter der Kämmerei, Kai-Uwe Schick, gesprochen. Er habe gesagt, aus der Beantwortung der Fragen „kann man eine Doktorarbeit machen“. Der Rathauschef schlug Bührle und ihren Fraktionskollegen Burkhard Nagel deshalb vor, dass beide einen Nachmittag bei Kai-Uwe Schick verbringen und er ihnen die Antworten so nach und nach verklickert. Mit dieser Vorgehensweise war Sandra Bührle einverstanden.

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