Urbach Kick-Off-Party mit viel Musik

Urbach. Mit Rock’n’Roll und viel guter Stimmung wurde in Urbach am Samstagabend das neue Jahr eingeläutet. Der Verein „Schatzkiste“ lockte mit drei Bands und einem DJ Hunderte Besucher in die Auerbachhalle. Die Einnahmen der bereits sechsten „Kick-off-Party“ werden wieder einem wohltätigen Zweck zugutekommen.

Während draußen der Schneeregen die Straßen in Matschpisten verwandelt, skandiert Matthias Meitinger auf der Bühne „We’re not gonna take it“. Ziemlich kraftvoll intoniert der Urbacher zusammen mit Lebensgefährtin Sandy Schwaab den Rock-Klassiker von „Twisted Sister“. So als wollte er dem Schmuddelwetter die Rote Karte zeigen. „Crosstrail“ heißt die sechsköpfige Band, die den Abend musikalisch eröffnet und sich mit kompakt und auf den Punkt gespielten Interpretationen allseits bekannter Rock-Hymnen in und um Urbach bereits einen Namen gemacht hat.

Benjamin Meitinger, der Bruder des Frontmanns und Vorsitzende des Vereins „Schatzkiste“, steht derweil am Eingang der Halle, begrüßt Gäste und ist sichtlich stolz. Denn die Party zum Neujahr findet nicht nur bereits zum sechsten Mal statt, sie hat sich als Konzertveranstaltung inzwischen auch hinsichtlich der Besucherzahlen etabliert. Rund 450 Besucher werden es in diesem Jahr wieder sein. Viele davon kommen seit Jahren. Eine Security benötigt die Party indes nicht. „Wir sind auch keine gewöhnliche Party“, sagt Meitinger. Hier treffen Jugendliche auf graumelierte Herren, Hipster auf Altrocker – vor allem aber ist sie ein beliebter Treffpunkt für Urbacherinnen und Urbacher zum Anfang des Jahres.

Um zehn nach halb zehn sind „Crosstrail“ mit ihrem Set durch und DJ Bobbel übernimmt die Regie. Während der Umbaupausen sorgt er für Unterhaltung – und knüpft musikalisch nahtlos dort an, wo „Crosstrail“ aufgehört haben.

Aus der Party heraus ist einst die Idee für den Verein entstanden

Mit der Liebe zur Musik hat all das einst angefangen, erzählt Benjamin Meitinger. Sein Freundeskreis hatte vor sieben Jahren eine Party organisiert und danach nicht nur bemerkt, dass das ziemlich Spaß macht, sondern obendrein etwas Geld übrig. Schnell stand der Entschluss fest, einen gemeinnützigen Verein zu gründen. Und weil sich die Freunde auf keinen bestimmten Zweck festlegen wollten, nannten sie ihn „Schatzkiste“ – „da ist für jeden etwas drin“. Schließlich, so Meitinger, könne jeder einmal hilfsbedürftig werden. „Deshalb haben wir auch kein Genre.“

Mit seinen Einnahmen, die der Verein vor allem über Aktionen wie diese generiert, hat die „Schatzkiste“ bislang Familien in Notlagen unterstützt, einen Weihnachtsmarkt im Urbacher Alexanderstift organisiert oder diesen Sommer einen Tag lang den Schwabenpark gemietet für Kinder mit Behinderung oder chronischer Krankheit und ihre Familien. Aus den anfangs sieben Gründungsmitgliedern sind seit 2014 fast Hundert aktive und Fördermitglieder geworden. „Das klappt hervorragend“, freut sich Meitinger, der weiß, dass er auf seine Vereinsmitglieder zählen kann, wenn sie gebraucht werden. Allein 40 Ehrenamtliche sind heute in der Auerbachhalle im Einsatz.

"Das ist Power pur!"

Auf der Bühne haben inzwischen die „Bang Bags“ die Regie übernommen. Mit Klavier, Saxofon, Kontrabass und schwarz-weiß gestreiften Anzügen lassen sie die fünfziger Jahre wieder aufleben. Ihr Bandlogo - ein Elvis-Verschnitt mit Tolle, Koteletten, der in ein Retro-Mikrofon singt - zeigt, wohin die Reise in den nächsten anderthalb Stunden gehen wird. Von Elvis’ „Crazy little Thing called Love“ über „Everybody needs somebody“ von den Blues Brothers bis zu „Barbara Ann“ von den Beach Boys reicht das Spektrum an Rockabilly, Rock’n’Roll und Surf Rock. Und während das „Schatzkiste“-Maskottchen Timi Hope durch den Saal streift, hüpft Sänger René Mags über die Bühne, steigt dabei auch schon mal aufs Klavier seines Bandkollegen Fabian Hörner – und bringt so das Publikum dazu, selbst gehörig die Hüften zu schwingen.

Eine Spende für den Verein gibt es obendrein. 550 Euro lassen die Rock’n’Roller der „Schatzkiste“ zukommen. Geld, das bei der Versteigerung ihres alten Bandoutfits zusammenkam. „Ich mag die Jungs brutal“, sagt Meitinger aber nicht wegen der Spende, sondern aufgrund des sensationellen Bühnenauftritts. „Das ist Power pur!“

Und da kommt der Abend ja erst richtig in Fahrt. „Minute Made“, die seit der zweiten Party dabei sind, werden noch auftreten, das Publikum wird mit einer Schwarzlichtshow sowie Songs von AC/DC, Westernhagen oder Kiss unterhalten – und DJ Bobbel im Anschluss noch mal auflegen. Die Rock-Pop-Schwoof-Party, sie endet, wie es sich gehört, erst tief in der Nacht.

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