Urbach Martina Fehrlen auf ihr Amt vereidigt und verpflichtet

Martina Fehrlen strahlt und auch ihr Ehemann scheint zufrieden, dass seine Frau am Montag nun auch offiziell Bürgermeisterin von Urbach ist. Foto: Habermann / ZVW

Urbach. Nun dirigiert Martina Fehrlen offiziell das Urbacher Gemeinde-Orchester aus hauptamtlichen und ehrenamtlichen Musikern. Zur Vereidigung und Verpflichtung am Montagabend in der Auerbachhalle erhielt sie vom Personalratsvorsitzenden Roland Hieber einen Dirigentenstab – den sie umgehend nach der Übergabe schwang – passend zu ihren klaren Worten im Anschluss: Sie will eine Gemeinde-Strategie 2030 und neue Lösungswege. „Das blüht Ihnen, Sie haben es so gewollt!“

Die 40-Jährige strahlt Selbstbewusstsein aus, wie sie da an das Rednerpult tritt und selbstsicher auf ein kleines Podest steigt. Das Pult war wohl noch auf ihren Vorgänger justiert, Bürgermeister a. D. Jörg Hetzinger. Das werde man schnell ändern, betont Ursula Jud, die als stellvertretende Bürgermeisterin die Einsetzung moderiert.

Durch Urbach weht ein neuer Wind

Nicht die einzige klare Ansage an diesem Abend. Wie bereits am Donnerstag bei der Verabschiedung von Hetzinger donnert es, draußen pfeift der Wind, es schüttet wie aus Eimern. Irgendwann verlassen die Vertreter der Freiwilligen Feuerwehr die Auerbachhalle. Einsatz. Durch Urbach weht ein neuer Wind. Ein kalter und regnerischer? Ganz sicher nicht. „Sie müssen sich in Urbach nicht warm anziehen“, betont Klaus Dieterle, der für die Ortsgemeinschaft spricht.

Martina Fehrlen spielt erneut die Karte Frau – und Mutter. Darauf hatte auch schon Landrat Dr. Richard Sigel abgezielt: Fehrlen ist die vierte Bürgermeisterin im Rems-Murr-Kreis, „ein neues, frisches und sympathisches Gesicht für Urbach“. Die 40-Jährige, noch ist sie auf der Suche nach einem Einfamilienhaus zur Miete und wohnt in Esslingen, ist stolz, dass sie nach 837 Jahren die erste Bürgermeisterin von Urbach ist.

„Frauen gehen Dinge anders an“, sagt sie, gehen „mit Menschen, Macht und Konflikten anders um“. Sie werde neue Lösungswege suchen, „das blüht Ihnen, Sie haben es so gewollt!“. Offen stellt sie fest, sie werde als „berufserfahrene Frau und Mutter einer dreijährigen Tochter“, nicht Urbachs neue Nachtwächterin werden. Digitalisierung und soziale Medien ermöglichten eine flexible Kommunikation, sie werde auch öfter mal „offline“ sein, sagt sie. Im nächsten Satz betont sie allerdings, sie wollen als Familie Fehrlen im Ort leben, sich aktiv einbringen. Somit werde sie ein „breites Bild“ von Urbach erhalten.

Gemeindestrategie 2030

Was hat sie vor? Urbach stehe in vielen Bereichen gut da, sie lobt die Mitarbeiter der Gemeinde. Und doch: „Ich werde manches anders machen.“ Die Kommunikation zwischen Rathaus und Bevölkerung will sie verbessern, neue Medien nutzen, Stichwort E-Government.

Für verschiedene Themen will sie Arbeitsgruppen bilden, die Bürgerschaft solle mitmachen, beispielsweise wenn es um die Nahversorgung im Norden geht, wie Experten. „Aktive Bürger sind eine Bereicherung für die Politik.“ Sie werde die Interessen aller beachten, nicht nur jene hören, die am lautesten sind. Früh wolle sie die Bürgerschaft informieren und einbringen.

Gemeinsam müsse man eine Gemeindestrategie 2030 entwickeln, die sich unter anderem mit Fragen der Mobilität und einer alternden Gesellschaft beschäftige. In puncto Gartenschau will sie Bürger, Vereine und Akteure einbinden. Die Schau müsse für Urbach zu einem gemeinsamen Fest werden. Sie bedankt sich für das eindeutige Wahlergebnis, das sie als „eindeutigen Vertrauensvorschuss“ betrachtet. Sie dankt ihrer Familie, die sie bei ihrem Ziel ihren Traumberuf zu erreichen, unterstützt hat sowie den Wahlhelfern.

Eine Bürger-Bürgermeisterin, die Motor und Motivatorin ist

Sie weiß: Es werde auch Konflikte geben, aber sie wolle eine breite Mehrheit für die jeweiligen Wege zum Ziel finden. „Ich will eine offene und faire Bürgermeisterin sein“, die die Anliegen der Bürger ernst nehme. Sie wolle „verständlich erklären, warum etwas passiert“, Motor, Motivatorin und Vermittlerin sein, eine „Bürger-Bürgermeisterin“. Die Urbacher sollen sie als eine von ihnen sehen, wünscht sie sich und kündigt es an. Sie endet: „Und nun genug der Worte.“ Jetzt müsse es um Taten gehen.


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