Urbach Mehr Betreuungsplätze als Kinder

Im Moment stehen keine Kinder auf der Warteliste für U-3-Plätze. Foto: Schneider/ZVW

Urbach. Während andere Kommunen Kindergartenplatzsuchende auf Wartelisten setzen, hat Urbach ein Luxusproblem. In den Einrichtungen gibt es im Moment mehr Plätze als Kinder in der Gemeinde leben. Das Kinderschüle steht deshalb vor dem Aus. Die Situation könnte sich indes ändern, wenn in das Baugebiet Urbacher Mitte II demnächst viele Familien ziehen sollten.

Bedarfsgerechte Kinderbetreuung ist eine kommunale Pflichtaufgabe – und nicht wenige Kommunen haben damit zu kämpfen, dieser nachzukommen. Schließlich ist die Nachfrage in den vergangenen Jahren teils sprunghaft angestiegen. Gerade im U-3-Bereich tun sich Eltern vielerorts schwer, einen Platz zu finden. Urbach hingegen ist auch im kommenden Kindergartenjahr wieder gut aufgestellt – und das in allen Altersbereichen.

Dies liegt zum einen an der großen Anzahl an Betreuungsplätzen: 358 Kinder zwischen einem und sechs Jahren leben, Stand September, in Urbach. 381 Plätze für Ein- bis Sechsjährige stehen ihnen zugleich im Ort zur Verfügung. Nur 221 Jungen und Mädchen aus der Gemeinde werden aber aktuell in einer Einrichtung betreut.

Auswärtige sind dabei nicht eingerechnet. Es gibt nämlich eine interkommunale Vereinbarung mit Schorndorf und Plüderhausen, nach der einige wenige Kinder auch in Nachbargemeinden einen Platz bekommen können. 2017 wurden 28 auswärtige Kinder in Urbach betreut (die meisten davon haben zuvor in der Gemeinde gelebt und waren dort übergangsweise noch in einer Einrichtung) sechs Urbacher Kinder in Schorndorf oder Plüderhausen.

Der Zuzug von Flüchtlingen hat die Nachfrage für Betreuungsplätze nur leicht erhöht. Bis zum Ende des Kindergartenjahres werden voraussichtlich 15 Flüchtlingskinder in einer Urbacher Einrichtung betreut, zwölf mehr als im Jahr zuvor.

Im Moment stehen keine Kinder auf der Warteliste für U-3-Plätze

Weniger Plätze als Kinder stehen lediglich für die Betreuung der Unter-Dreijährigen zur Verfügung. 50 Plätze, 40 davon im Kinderhaus und zehn in der Kita Wiese gibt es für die 134 Jungen und Mädchen dieses Altersbereichs in Urbach im Moment. Ein Angebot, das allerdings nur von einem kleinen Teil der Eltern genutzt wird. Gerade einmal 17 Urbacher Kinder besuchen aktuell eine Kinderkrippe.

Im Moment stehen deshalb keine Kinder unter drei Jahren auf einer Warteliste. Derzeit ist das Kinderhaus mit 19 (davon zehn auswärtigen) Kinder belegt. Bis zum Ende des laufenden Kindergartenjahrs wird die Zahl voraussichtlich auf 31 Kinder steigen. Die Krippengruppe der Kita Wiese ist derzeit mit acht Kindern belegt. Bis zum Ende des Kindergartenjahrs werden es wahrscheinlich noch sechs Kinder sein.

Die Zahlen bei den Unter-Dreijährigen sind nach dem Spitzenjahr 2014 (49 von 50 Plätzen belegt) kontinuierlich zurückgegangen. Besonders auffällig: Offenbar möchten wieder mehr Eltern ihre Kinder erst mit zwei Jahren in die Betreuung geben. Zu dem Rückgang könnte auch der Jahrgang 2016/17 beigetragen haben, der mit 58 Kindern im Vergleich zu den Jahrgängen davor und danach (jeweils 80) relativ geburtenschwach ausfiel.

Auch für Eltern, die eine Ganztagesbetreuung für ihr Kind benötigen, ist die Lage in Urbach vergleichsweise gut. 60 Plätze in den Kitas Wiese und Kunterbunt sind bis 17 Uhr verfügbar. Hinzu kommt eine 15-köpfige Gruppe im evangelischen Kindergarten, die bis 16 Uhr geöffnet ist. Die 50 Plätze für Kinder unter drei Jahren sind allesamt ganztagesbetreut.

Ausgelastet ist diese Form der Betreuung indes auch nicht. Ende des Kindergartenjahrs im Juli 2019 besuchen voraussichtlich 297 Kinder einen Kindergarten oder eine Krippe, davon werden 58 eine Ganztagesbetreuung wahrnehmen.

Auch nach Schließung des Kinderschüle noch Überkapazität

Aufgrund der relativ entspannten Situation kann die Gemeinde bei den Kindertageseinrichtungen auf die Regel-, nicht die Maximalbelegung setzen und dadurch eine höhere Betreuungsquote ermöglichen.

Weil es bereits im vergangenen Kindergartenjahr Urbach mehr Plätze als Kinder gab, hatte der Gemeinderat im vergangenen Jahr beschlossen, das Kinderschüle zum Ende des Kindergartenjahres zu schließen. 18 von 20 Plätzen werden dort voraussichtlich belegt sein. Die Plätze werden zum Beginn des Jahres 2019/20 dann von der Arche Noah übernommen, die infolgedessen um eine halbe Gruppe erweitert wird.

In der Bedarfsplanung ist deshalb eine leichte Überbelegung für die Arche vorgesehen. Es ist aber laut Melanie Rottenberger von der Gemeindeverwaltung schon jetzt absehbar, dass einige Eltern ihre Kinder in eine andere Einrichtung bringen wollen, die Überbelegung also so wohl nicht stattfinden wird.

Die Luxussituation, die trotz der Schließung des Kinderschüle so bleibt, ist aus Sicht von Bürgermeisterin Fehrlen aber durchaus sinnvoll. Schließlich werden in den kommenden Jahren in der Urbacher Mitte II 140 Wohnungen gebaut.

Tageseltern

Ergänzend zu den Angeboten der Kindertagesstätten ist in Urbach auch der Tageselternverein aktiv.

Neun Tageseltern haben (Stand Juli) 24 Kinder in Betreuung, darunter zwölf Unter-Dreijährige, drei Kinder im Alter zwischen drei und sechs Jahren sowie neun Kinder, die mehr als sechs Jahre alt sind.

Das Angebot stellt aus Sicht der Verwaltung daher hauptsächlich eine ergänzende Betreuung zu Schule und Kindertagesstätten dar.

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