Urbach Nach langem Warten: Aus Rastplatz wird „Erlebnis-Reich“

Den Grillplatz gab es schon, er wurde im Zuge der Aktion unter Zeyhers Leitung aber wieder aufgewertet. Foto: Ralph Steinemann Pressefoto

Urbach. Pünktlich zu Beginn der Remstal-Gartenschau hätte der Rastplatz an der Rems direkt beim Remstalradweg fertig sein sollen. Doch mehrere unglückliche Rückschläge sorgten dafür, dass die Eröffnung erst dieses Wochenende stattfinden kann. Dafür wird aus dem Rastplatz jetzt das „Erlebnis-Reich Rems“, in das Thomas Zeyher und seine Helfer viel Herzblut und unzählige Stunden investiert haben.

Man könnte meinen, dass Thomas Zeyher mit seinem Beruf als Arzt schon ganz gut ausgelastet ist. Trotzdem hat er mehrere Hundert Stunden ehrenamtlich investiert, um den Platz – „jetzt ist es ein richtiger Park“, sagt er – unmittelbar neben dem Remstalradweg aufzuwerten. „Das war mein ärztlicher Ausgleich“, scherzt er und strahlt, weil er so zufrieden mit dem Ergebnis ist. Ein Ergebnis, das drei Jahre hat auf sich warten lassen.

Eine Infotafel unten an der Rems, dort wo laut Zeyher diesen Sommer bis zu 1000 Radfahrer am Tag den Remstalradweg befahren haben – das war die Ursprungsidee. Eine Art „Starter-Platz“, so Zeyher, „damit die Leute wissen, was Urbach für tolle Sachen zu bieten hat“. Weil der Ortskern nun mal weiter oben liege statt an der Rems und die Gartenschau-Attraktionen wie der Walderlebnispfad, der Flowtrail und die Skulpturenachse nicht untergehen sollten.

Grillplatz wurde aufgewertet

Die Infotafel gibt es inzwischen zwar, sie verblasst aber - so hilfreich sie auch sein mag - zwischen den anderen Attraktionen des neu gestalteten Areals: Den Grillplatz gab es schon, er wurde aber aufgewertet; dazu kamen ein Niedrigseilgarten und ein Turm mit einer ungefähr 70 000 Euro teuren Plattform, von der aus Besucherinnen und Besucher nicht nur auf die Rems blicken, sondern auch auf den Turm an der Birke auf der einen und bis zur Afrakirche auf der anderen Seite. Den Remsstrand haben laut Zeyher während der Gartenschau bis zu 200 Leute täglich am Wochenende genutzt. Die Urbachmündung ist wieder deutlich erkennbar, der gesamte Platz ist gepflegter und die graue Fassade des Wasserhebewerks wirkt durch eine bunte Unterwasserwelt gleich viel fröhlicher.

Damit das Areal ein ansprechendes Gesamtbild vermittelt, haben Thomas Zeyher und seine Helfer keine Mühen gescheut, um das Gelände herzurichten. „Wir mussten den Platz von oben bis unten reinigen, Urwald entfernen, den Strand wieder erarbeiten ...“ Die Aufgabenliste war lang und endet auch nach der Einweihungsfeier am Sonntag nicht. Die normalen Grundpflegearbeiten übernimmt der Bauhof der Gemeinde, alles darüber hinaus wird weiter im Ehrenamt durch Patenschaften erledigt. „Die Zusammenarbeit mit der Gemeinde war gut“, sagt Thomas Zeyher. Ruben Sommer (Tiefbau und Projektarbeit Gartenschau bei der Gemeinde Urbach) kann das bestätigen. Während des langen Wartens auf Genehmigungen habe Thomas Zeyher immer wieder nachgefragt, wie er noch helfen könne.„Er ist mit Feuer und Flamme dabei“, so Ruben Sommer. Aber auch den Mitarbeiter der Gemeinde hat die Baustelle einige graue Haare gekostet.

Eine komplizierte Baustelle mit unvorhergesehenen Hindernissen

Als „eine kleine Baustelle mit so vielen Haken dran“, bezeichnet Ruben Sommer die Errichtung des Turms mit Aussichtsplattform und Klettermöglichkeit. „Das Ganze fing an mit einer Idee von Thomas Zeyher und unserem Alt-Bürgermeister Jörg Hetzinger“, erzählt er. 2016 hatte die Gemeinde ihre Bürgerinnen und Bürger aufgerufen, Einfälle für die Gartenschau einzureichen. Nachdem die Idee einer Hängebrücke sich aus Kostengründen zerschlagen hatte, musste eine Alternative her.

Dann kam die Idee einer Aussichtsplattform auf. „Wir wollten, dass sie pünktlich zur Gartenschau fertig wird“, so Ruben Sommer. Hochwasserberechnungen wurden erstellt, der Bauantrag wurde in einer Nachtaktion fertig gemacht und beim Baurechtsamt zur Genehmigung eingereicht. Danach folgte ein langes Warten.

„Es gab Meinungsverschiedenheiten zwischen dem baden-württembergischen und dem bayrischen Baurecht“, erzählt Ruben Sommer. Die verantwortliche Firma war aus Bayern. Als die Arbeiter im Frühjahr endlich mit den Aushubarbeiten anfangen konnten, folgte der nächste Schock.

Direkt zu Beginn stieß der Bagger auf eine 10 000-Volt-Stromleitung. „Wir haben natürlich im Vorfeld Auskünfte eingeholt, die sagten aber nichts von der Leitung“, so Sommer. In seinen Plänen verlief sie 25 Meter weiter links. „Wir können von Glück reden, dass wir sie nicht erwischt haben.“ Weil drei weitere Baustellen und das gegenüberliegende Pumpwerk von der Leitung abhingen, konnte sie auch nicht ohne Weiteres abgestellt werden.

Auch als der Turm endlich stand, ging das Drama weiter. „Einen Tag vor meinem Urlaub bekam ich die Nachricht, dass der Turm schon beschädigt wurde“, erinnert sich Sommer. Erst Ende August, konnte der Turm dann endlich für Gäste eröffnet werden. Weil dann die diversen Beteiligten abwechselnd im Urlaub waren, wird der Turm jetzt eben erst am vorletzten Gartenschau-Wochenende eingeweiht und das umgestaltete Areal gleich mit.

"Der Platz wird sehr gut angenommen"

Für Thomas Zeyher hat sich die Mühe trotz aller Schwierigkeiten gelohnt: „Der Platz wird sehr gut angenommen“, findet er. Seit die Gemeinde 2016 zur Bürgerbeteiligung aufgerufen hatte, ist viel passiert. Jetzt freut er sich, dass das „Erlebnis-Reich Rems“ endlich auch offiziell eingeweiht werden kann.


Eröffnungsfeier

Feierlich eingeweiht wird das „Erlebnis-Reich Rems“ am kommenden Sonntag, 13. Oktober.

Ab 11 Uhr spricht die Bürgermeisterin Martina Fehrlen.

Danach stellt Jugendhausleiter Dominic Eigner zusammen mit Jugendlichen die Graffiti-Aktion des „JuZe“ vor: Von 11 bis 17 Uhr werden die Brückenpfeiler der Bahnbrücke mit kreativen Graffiti verziert.

Auch Thomas Zeyher wird noch eine Rede halten und den Ablauf der Arbeiten auf dem neu belebten Gelände in Gedichtform Revue passieren lassen.

Es folgt die Enthüllung einer Überraschung, die an den Urbacher Hollywood-Flair aus jüngster Vergangenheit erinnern soll.

Nach dem kurzen Programm wird mit DJ und Bewirtung entspannt auf dem neu gestalteten Gelände gefeiert.

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