Urbach/Plüderhausen Tonnenschwere Stahlteile für das Hochwasser-Rückhaltebecken

Der Kran lupft das letzte der drei Flut-Tore (Schütztafeln) in das Durchlassbauwerk des Hochwasserrückhaltebeckens zwischen Plüderhausen und Urbach (rechts im Bild die B 29, Blickrichtung Urbach). Im Hochwasserfall wird hier der Abfluss des im Becken angestauten Wassers geregelt. Foto: Wald + Corbe

Urbach/Plüderhausen. Es sind die entscheidenden Teile für den Hochwasserfall: Die drei sogenannten Schütztafeln verschließen bei Flutung das Hochwasserrückhaltebecken zwischen Urbach und Plüderhausen und sorgen für einen kontrollierten Abfluss des Wassers. Am Becken wird noch bis Ende Juli gebaut, der Radweg, der daran vorbeiführt, soll aber schon früher fertig sein.

Umgangssprachlich nennt Hans-Peter Sieg, der Technische Geschäftsführer des Wasserverbands Rems, sie „Schieber“. Aber das ist eine Verniedlichung: Elf Tonnen schwer und 5,70 Meter lang und 4,40 Meter breit ist jedes der drei stählernen Flut-Tore, vom Fachmann Schütztafeln genannt, die per Kran an diesem Dienstag ins Durchlassbauwerk des Hochwasserrückhaltebeckens zwischen Urbach und Plüderhausen gesetzt worden sind. Im Hochwasserfall, wenn die Fluten im Becken eingestaut werden sollen, schieben sie sich vor die Durchflüsse in dem sieben Meter hohen Betonbau.

Durch den mittleren „Schieber“ können Hans-Peter Sieg und die ehrenamtlichen Stauwärter – einer wird beim Wasserverband übrigens noch gesucht – dann den Abfluss des Wassers regeln, so dass die flussabwärts liegenden Gemeinden nicht geflutet werden. Etwa 100 000 Einwohner, sagt Matthias Klopfer, der Schorndorfer Oberbürgermeister und Vorsitzender des Wasserverbands Rems, würden dadurch geschützt. Der Wasserverband der Rems-Gemeinden gibt dafür 17 Millionen Euro aus. Eine Million Euro davon kosten allein die Flut-Tore samt ihrer Steuerungstechnik.

„Unser kleinstes, aber teuerstes Becken“

Der Zeitplan ist durch das Hochwasser Mitte Januar etwas in Verzug gekommen. Die Einweihung des Hochwasserrückhaltebeckens ist für Ende Juli geplant. 665 000 Kubikmeter Wasser können dort eingestaut werden. „Es ist unser kleinstes, aber teuerstes Becken“, sagt Hans-Peter Sieg. Teuer macht es die Lage mit vielen „Zwangspunkten“, wie Sieg sagt, nah an B 29, Bahnlinie und Gewerbegebiet.

Neben den großen Toren für das Wasser gibt es übrigens noch zwei sogenannte kleinere „Ökoschütze“, eins auf jeder Seite. Durch sie sollen Tiere wie Füchse, die sich am Flussufer entlang bewegen, das Betonbauwerk durchqueren.


Radweg Ende April fertig

Der Bau des Hochwasserrückhaltebeckens zwischen Urbach und Plüderhausen dauert voraussichtlich noch bis Ende Juli. Früher fertig soll jedoch der Radweg sein, der südlich der Rems daran vorbeiführt und derzeit noch gesperrt ist.

Ende April, so Matthias Klopfer, der Schorndorfer Oberbürgermeister und Vorsitzender des Wasserverbands Rems, sollen die Radler den Weg wieder benutzen können, rechtzeitig vor Beginn der Remstal-Gartenschau also.

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