Urbach/Stuttgart. Das Stuttgarter Landgericht hat am Mittwoch jenen Urbacher angeklagt, der am 30. November seine Ehefrau im Streit so gewürgt hat, dass sie erstickte. Die Anklage lautet ausdrücklich nicht auf Mord.

Staatsanwalt Dr. Wolfgang Friedrich machte es kurz und deutlich: Der Angeklagte K. habe am 30. November vergangenen Jahres gegen 13 Uhr seine 32 Jahre alte türkischstämmige Ehefrau bei einem Streit zu Hause in Urbach gewürgt, und zwar in der Absicht, sie zu töten. Die Frau sei erstickt. Der Angeklagte habe „einen Menschen getötet, ohne Mörder zu sein“.

Der Angeklagte, gelernter Industriemechaniker, 1975 in Lettland geboren, doch inzwischen deutscher Staatsangehöriger mit akzentfreiem Deutsch und damit auch ohne Dolmetscher in der Verhandlung, zeigte bei der ersten Befragung durch Richterin Regina Rieker-Müller kurz Nerven. Auf die Frage nach dem Familienstand konnte er nicht antworten, die Richterin ergänzte für ihn „inzwischen verwitwet“.

Vier Nebenkläger, die Mutter der verstorbenen Ehefrau sowie drei Geschwister, waren anwesend. Sie werden üblicherweise vom Waiblinger Rechtsanwalt Jens Rabe unterstützt, der sich am Tag der Anklageerhebung jedoch von seiner Nellmersbacher Kollegin Claudia Arnold vertreten ließ.

Richterin Regina Rieker-Müller betonte, dass es vor Beginn der Verhandlung in Hinblick auf das Strafmaß keinerlei Absprachen zwischen der Anklage, den Nebenklägern und dem Angeklagten und seinem Rechtsanwalt, Albrecht Scherrer aus Stuttgart, gegeben habe. Der Angeklagte erklärte, dass er Aussagen zum Tathergang machen würde, dann wurde die Verhandlung auf kommende Woche Donnerstag vertagt.