Urbach Video: Direkt am Menschen sein

Der neue Jugendreferent in Urbach heißt Joshua Senk. Foto: Schneider / ZVW

Urbach. Die Deutschen haben einen Schuh für fast jeden Anlass. In Peru haben die armen Leute einen Schuh für alles: für den Kirchgang, für die Schule, fürs Kicken. Nicht für die Schuhe aber für andere Angelegenheiten rund um Kirche und Freizeit ist seit wenigen Wochen Joshua Senk verantwortlich. Er ist seit April der neue Jugendreferent der evangelischen Kirchengemeinde.

Die Eindrücke über peruanisches Schuhwerk erhielt er, als er in Südamerika für ein christliches Projekt tätig war und mit armen Menschen gearbeitet hat. Nun arbeitet er mit Jugendlichen in Urbach zusammen, organisiert Freizeiten und betreut Jugendgruppen. Im April hat er seine 50-Prozent-Stelle in Urbach angetreten.

Der 25-Jährige, der in Pfahlbronn aufgewachsen ist und seit sechs Jahren in Urbach lebt, studiert Diakoniewissenschaft und Soziale Arbeit in Ludwigsburg. Den Bachelor Soziale Arbeit hat er bereits in der Tasche. Nun will er parallel zur Jugendarbeit seinen Abschluss in Diakoniewissenschaft machen. Außerdem ist er ehrenamtlich in seiner „Heimatgemeinde“ in Plüderhausen aktiv, beim „Christlichen Zentrum life“.

Nach der Schule leistete er sechs Monate Zivildienst, war drei Monate in Peru, besuchte einen Monat die Bibelschule in Unterweissach und schaffte zwei Monate beim Daimler, um das Ganze auch bezahlen zu können.

In Peru lernte er Spanisch und die Menschen auf der Straße kennen. Er wollte wissen, „wie leben die Menschen auf einem anderen Kontinent. Wie begegnen die sich?“ Große Armut begegnete ihm vor allem dort, verbunden mit einem Gefühl der Zufriedenheit und Dankbarkeit. Als Deutscher neige man ja schon dazu, zu denken, „wie die denn mit ihrem Leben zufrieden sein können. Die sind zufrieden, mit dem, was sie haben“, sagt der 25-Jährige. Das sei faszinierend. Diese Freude am Leben habe er wieder mit nach Deutschland genommen. Dort fing er sein Studium an. Nun ist er an zwei Nachmittagen in Urbach aktiv.

„Die Jugendarbeit soll nach der Konfirmation weitergehen“

Montags kümmert er sich mit Kollegen um die Jungschargruppe. Mittwochs ist bis 18 Uhr offener Treff. Per WhatsApp-Gruppe organisiert er das Treiben. Um 19 Uhr startet der Jugendkreis, vorwiegend mit Ex-Konfirmanden. „Die Jugendarbeit soll nach der Konfirmation weitergehen“, ist das Bestreben der Kirchengemeinde. Dort trifft Senk auf viele christliche Menschen, aber auch auf jene, bei denen der christliche Glaube kaum eine Rolle spielt. Vielen „fehlt der Zugang“, denn nicht alle sind – wie er – vom Elternhaus christlich geprägt worden. Bei den Treffen, es wird gesungen, gekocht, Billard gespielt und gechillt, dreht sich daher auch nicht alles um den Glauben. Aber vor allem im Jugendkreis geht es um einen „christlichen Input. Die Leute wissen, ich bin Christ. Meine Aufgabe ist nicht, die Jugendlichen die ganze Zeit über mit meinem Glauben zu konfrontieren“. Aber Senk stellt klar, dass Glaube in seinem Leben eine sehr große Rolle spielt. Der gebe ihm Halt, Hoffnung und Freude. Das will er vermitteln. Dass er in Urbach als Jugendreferent arbeiten kann, sei eine „Topsache“.

„Ich bin begeistert davon, etwas mit jungen Leuten zu machen“

Es wird gesungen und geredet, Jugendliche können mit Problemen zu ihm kommen, sich aussprechen. „Ich bin begeistert davon, etwas mit jungen Leuten zu machen, sie zu unterstützen und auf ihrem Lebensweg zu begleiten“, sagt der Jugendreferent. Vertrauensarbeit sei dabei wichtig, „meine Aufgabe ist Beziehungsarbeit.“ Er will dabei eher Freund sein, als Lehrer. Das sei eine Beziehung „von oben“. Der Pfahlbronner möchte „direkt am Menschen sein“.

In Urbach ist er gut angekommen, wobei noch viele Eindrücke frisch sind. Allerdings war er im Zuge seines Studiums bereits in der Gemeinde aktiv, ist also kein Unbekannter. Darum freut er sich, wenn Jugendliche zu ihm kommen und mitmachen wollen, bei Festen, Spielen, Diskussionen, Ausflügen und auch beim Kicken, denn im Garten des Johannes-Brenz-Gemeindehauses steht eine Torwand. Vielleicht sollten die Jugendlichen mehrere Schuhe mitnehmen. Oder doch mit einem Paar alles machen – und zufrieden sein.

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