Urbacher Freibad Gratis-Baden am Ende der Rekordsaison

Nutzen noch einmal die Chance, in Urbach baden zu gehen: Besucher des Freibads am Freitagnachmittag. Foto: Schneider / ZVW

Urbach. An die 80 000 Badegäste haben das Urbacher Freibad in diesem Sommer besucht – eine Rekordzahl. Und das, obwohl seit Anfang August krankheitsbedingt eingeschränkte Öffnungszeiten gelten. Als kleine Entschädigung dafür sind an diesem Sonntag alle noch einmal eingeladen. Der Eintritt ist frei.

Am 4. Mai hatte Stefan Trojanus seinen letzten freien Tag. Seitdem war er jeden Tag in der Hagsteige 11, hat die Technik kontrolliert, den Chlorgehalt des Wassers getestet, Pumpen und Motoren begutachtet und auf dem Gelände nach dem Rechten geschaut. Er war meist da, bevor das Bad öffnete, und blieb fast immer, bis der letzte Gast ging. Das war in jeder Saison so, seit Trojanus vor sechzehn Jahren als Betriebsleiter in Urbach anfing.

Nur ein Schwimmmeister seit Anfang August

Doch dieser Sommer ist kein gewöhnlicher. Nicht nur, weil Juli und August fast durchgängig heiß und trocken waren – und deshalb die Besucherzahlen in die Höhe schossen. Sondern vor allem, weil seit 5. August sein Kollege, mit dem er sich die Aufgaben normalerweise teilt, krankgeschrieben ist. In den letzten Wochen musste der staatliche geprüfte Schwimmmeister - neben jeweils zwei Personen für Kasse und Aufsicht sowie den Kioskpächtern - alleine den Badbetrieb meistern, war also immer der Erste, der kam und der Letzte, der ging.

Eingeschränkte Öffnungszeiten: Die meisten hatten Verständnis

Die Gemeinde reagierte prompt, denn in Sachen Arbeitsschutz waren die langen Öffnungszeiten (9 bis 20.30 Uhr) oder gar die Früh- (ab 5.45 Uhr) und Spätbadetage (bis 21.30 Uhr) einer alleinverantwortlichen Person nicht zuzumuten. Deshalb ist das Freibad seit dem 8. August nur eingeschränkt geöffnet. Nicht allen habe das gefallen, berichtet Trojanus. An Vormittagen sei das Bad schließlich durchaus gut besucht gewesen. Auch an Frühbadetagen hätten bis zu 80 Besucher die Gunst der frühen Stunde genutzt. „Aber die meisten Badegäste hatten Verständnis.“

Trotz eingeschränkter Öffnung mehr Besucher als im Hitzesommer 2003

Und sorgten, da sie trotzdem in Massen kamen, für Rekordwerte in Urbach: Zum ersten Mal wird das Freibad in diesem Jahr an der 80 000-Gäste-Marke kratzen. Seit systematisch Zahlen erfasst werden, hat es das noch nie gegeben. In normalen Jahren finden sich weniger als 50 000 Besucher in dem Bad ein. Und selbst im Hitzesommer 2003, den Trojanus als deutlich intensiver in Erinnerung hat als den diesjährigen, waren es nicht ganz so viele.

Eine weitere Woche drangehängt

Sicher wären es bei normalen Öffnungszeiten sogar noch mehr gewesen. Gibt es doch zahlreiche berufstätige Gäste, die vor oder nach der Arbeit schwimmen gehen, dies dann aber in den letzten fünf Wochen nicht mehr tun konnten.

Der große Ansturm ist aber längst vorüber. „Mit dem Ende der Schulferien reißt der Betrieb meist ab“, sagt Trojanus. Eine weitere Woche hatte die Gemeinde als kleine Entschädigung dennoch drangehängt. Am Sonntag ist aber definitiv Schluss.

Pumpe soll umgebaut werden

Dann neigt sich auch für den Betriebsleiter ein arbeitsreiches Jahr dem Ende zu. Der 50-Jährige wintert dann das Bad ein; leert die Leitungen, räumt auf, führt kleinere Reparaturen an der Wärmepumpe durch, die das Freibad mit Warmwasser versorgt. Noch in diesem Jahr soll die Pumpe, die bislang das Wasser des Urbach aufstaut, umgebaut werden. Künftig wird dann das Bach-Wasser gefasst, ohne es aufzustauen. Damit kommt die Gemeinde einer Vorgabe des Landes nach.

Weitere größere Sanierungsmaßnahmen stehen vorerst nicht an. Erst vor zwei Jahren hat das Becken eine neue Folie und einen neuen Körper bekommen, in diesem Zuge wurden auch der Zaun und die Wegplatten erneuert.

Das Urbacher Bad soll auch künftig seinen Charakter behalten

Das Bad ist so weit also gut in Schuss. Und soll, wenn es nach Trojanus geht, auch künftig so bleiben, wie es ist: klein, aber fein, da überschaubar, familienfreundlich und ohne jeglichen Schnickschnack. „Wir wollen nicht größer werden.“ Personell sei dies ohnehin nicht zu leisten – und die Nische, in der das Freibad sich jetzt befindet, genau die richtige. Das habe dieses trotz schwieriger Umstände ziemlich erfolgreiche Badejahr deutlich gezeigt.

Solange das Urbacher Freibad seinen Charakter behält, kann sich der 50-Jährige vorstellen, hier bis zur Rente zu arbeiten. Wenn die Saison beendet und das Bad eingewintert ist, geht es für Trojanus aber erst einmal in den Angelurlaub. Überstunden abbauen, etwas Abstand gewinnen, neue Energie tanken für die nächste Saison.


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Am Sonntag, 16. September, heißt es zwischen 12 und 19 Uhr im Urbacher Freibad: Eintritt frei! Dies soll von Seiten der Gemeinde und Bürgermeisterin Fehrlen auch als kleine Entschädigung für die eingeschränkten Öffnungszeiten verstanden werden.

Das Wetter wird aller Voraussicht nach bei Sonnenschein und bis zu 25 Grad im Schatten mitmachen.

Gegen Abend wird es ein wenig Musik geben. Ein DJ oder eine Musikgruppe werden diese außergewöhnliche Saison im Freibad Urbach, Hagsteige 11, ausklingen lassen. 

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