Urlaub Beschwerden müssen schnell erfolgen

Nach der Rückkehr müssen enttäuschte Urlauber schnell handeln, wenn sie Ansprüche gegen den Veranstalter geltend machen wollen. Innerhalb eines Monats muss die Beschwerde bei ihm eingegangen sein, möglichst schriftlich und als Einschreiben mit Rückschein. Weil Veranstalter nach Ferienende viele Reklamationen recherchieren müssen, sind Bearbeitungszeiten von zwei, drei Monaten keine Seltenheit. Der Stuttgarter Anwalt Rainer Noll rät deshalb, den Veranstalter nach vier bis sechs Wochen an die Beschwerde zu erinnern. Wichtig ist hier: Solange das Unternehmen die Reklamation bearbeitet, läuft die zweijährige gesetzliche Verjährungsfrist nicht.

Sehen Touristen Chancen auf eine Reisepreisminderung oder gar auf Schadenersatz, sollten sie einen Anwalt konsultieren. Hier stellt sich allerdings die Frage nach Kosten und Aufwand.

Bleiben wir beim Beispiel des schmutzten Strandes: War dieser beispielsweise nur an zwei Tagen eines 14-tägigen Aufenthalts wegen Verdreckung nicht nutzbar, wird die Minderung laut Frankfurter Tabelle entsprechend anteilig angesetzt. Bei Aufenthaltskosten von beispielsweise 1400 Euro wären das zehn bis 20 Prozent von 200 Euro. "Bei einem Streitwert von 600 Euro liegen die gesamten Anwalts- und Gerichtskosten bei rund 400 Euro", rechnet Schwab vor. Diesen Betrag müsse der Mandant bei einer Niederlage vor Gericht aus eigener Kasse begleichen. "Die meisten Verfahren werden geführt, wenn die Rechtschutzversicherung die Risiken abdeckt", bestätigt er.

Nach Angaben des Deutschen Reiseverbandes (DRV) kommt es bei weniger als zwei Prozent der Reisen zu Reklamationen. Das sind jährlich rund 700000. Die Klagen liegen einer Sprecherin zufolge gar "im Promillebereich". Um die Wogen zu glätten, trösten viele Veranstalter ihre frustrierten Kunden mit Gutscheinen. Diese dürfen Anwalt Schwab zufolge aber nicht mit einer neuen Reise verrechnet werden. Der reklamierende Gast bekommt einen Scheck.

Pauschaltouristen klagen häufiger als Selbstorganisierer. Allein den größten Reisekonzern Europas, Tui, erreichen jährlich 63000 Reklamationen. Das heißt aber nicht, dass die Touristen, die ihren Urlaub auf eigene Faust und ohne Hilfe eines Dienstleisters gestalten, keine Probleme hätten. Reklamieren ist aber komplizierter für sie, denn sie müssen sie ihre Ansprüche direkt bei der Airline, der Unterkunft oder dem Ausflugsanbieter geltend machen. "Ist der Sitz im Ausland, ist das kaum durchsetzbar", gibt Markus Schwab zu bedenken.

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