No Pants Subway Ride Menschen weltweit fahren ohne Hose U-Bahn

Ohne Hosen in der Londonder U-Bahn. Foto: Dominic Lipinski/PA Foto: dpa

Berlin/Washington.
Pudelmütze auf dem Kopf, aber nackige Beine: In Städten weltweit sind am Sonntag tausende Menschen bei teils eisigen Außentemperaturen ohne Hose U-Bahn gefahren.

In Berlin nahmen beispielsweise nach Veranstalterangaben rund 100 Menschen an dem jährlichen "No Pants Subway Ride" teil, in London und New York waren es gleich mehrere Hundert.

Mit der Aktion sollte "den Fahrgästen ein Lächeln ins Gesicht" gezaubert werden, sagte eine Sprecherin der Initiative Mar-Mar, die in Berlin zur Teilnahme aufgerufen hatte. "Es ist eine reine Spaß-Veranstaltung. Wir haben keine politische Botschaft." Mitmachen konnte jeder, der mit gültigem Ticket und ohne Hose zustieg.

Demnach beteiligten sich hauptsächlich "junge Leute im Alter unter 30 Jahren". Vereinzelt hätten aber auch "deutlich ältere Menschen" teilgenommen. "Die Menschen sollen Spaß haben, wir wollen niemanden provozieren", sagte die Sprecherin. "Boxershorts mit lustigen Motiven oder alte Unterhosen aus den 20er Jahren sorgen aber immer wieder für Lacher."

Die Veranstaltung war 2002 in New York von der Performance-Gruppe Improv Everywhere ins Leben gerufen worden. In New York nahmen trotz eisiger Temperaturen auch diesmal wieder hunderte Menschen daran teil - und in Washington ließen sich viele auch von dichtem Schneefall nicht vom Mitmachen abhalten. Einige trugen aufwärts der Hüfte ihre volle Wintermontur, andere trotz Temperaturen um den Gefrierpunkt nicht mehr als ein T-Shirt. Der 40 Jahre alte Sam entschied sich für einen Anzug - ohne Hose. "Nach dem Motto: Wieso trägt dieser Typ eine Krawatte und keine Hose?" Es sei schön, die "seltsamen Reaktionen der Leute zu sehen".

"Es ist eine unglaublich lustige Veranstaltung völlig ohne Sinn", sagte Chad Bartlett, der das Treffen in Washington organisierte. "Eine dieser Sachen, die DC für alle lustig und bizarr und eigenartig und amüsant hält." Der 32-Jährige stand wenig später in roten Boxershorts und Kniestrümpfen in der U-Bahn und wies der Gruppe den Weg. "Hier sind so viele Menschen, die sich radikal selbst ausdrücken und sich wohl genug in ihrem Körper fühlen, um in Unterwäsche in die Öffentlichkeit zu gehen", sagt die 30 Jahre alte Teilnehmerin Mary England, die schon seit vielen Jahren dabei ist.

"Man schließt schnell neue Freundschaften, wenn man sich ohne Hose kennenlernt", sagte Will Fagg, Pizzabäcker aus Baltimore. Der 45-Jährige hatte gerade George Thurony wiedergetroffen, der aus Arlington angereist war. Was sie an der Veranstaltung besonders schätzen? Der 57 Jahre alte Thurony lachte. "Ich mag es, wenn in der Metro einfach neue Leute spontan mitmachen und auch ihre Hosen ausziehen."

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