Verhandlung am Amtsgericht Waiblinger verschickt Kinderporno über Whatsapp

Symbolbild. Foto: ZVW/Gabriel Habermann

Waiblingen. Wegen Verbreitung von kinderpornografischen Schriften musste sich ein Waiblinger am Montag vor dem Amtsgericht verantworten. Der Angeklagte wurde zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr verurteilt. Die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt.

In einer Whatsapp-Chatgruppe verschickte der Mann versehentlich im Februar 2017 ein Video mit kinderpornografischem Inhalt. Zu sehen war darin ein vierjähriges Kind, an dem sich ein Mann verging. Ein Mitglied der Chatgruppe zeigte den 58-Jährigen an. Die Polizei durchsuchte daraufhin die Wohnung des Angeklagten. Dabei wurden zwölf Dateiträger wie Tablet, Laptop und externe Festplatten mit legalem und illegalem Pornomaterial sicher gestellt. Wie der zuständige Kriminaloberkommissar vor Gericht aussagte, befanden sich darauf 8000 Bilder und Videos – darunter mehrere hundert Dateien mit kinder- und jugendpornografischem Inhalt.

Mehrere hundert Dateien

Zu der Tat wollte der Angeklagte keine Angaben machen. Nach dem Verschicken der Datei habe er versucht, das Video zurück zu holen – vergebens. In der Chatgruppe habe er sich für sein Verhalten entschuldigt.

Zu seiner Person sagte er aus, er sei verheiratet, lebe aber seit 2005 getrennt. Er sei seit 2015 nicht mehr berufstätig: Er sei zweimal an Krebs erkrankt und habe zwei Schlaganfälle gehabt. Sein Verteidiger fügte hinzu, dass sein Mandant hundertprozentig schwerbehindert sei und einen Schwerbehindertenausweis besitze.

Die Staatsanwältin forderte wegen des Besitzes von kinderpornografischen Schriften eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und einem Monat, mit einer Bewährungsauflage von 80 Arbeitsstunden. Positiv wertete sie, dass der Angeklagte von Anfang an geständig gewesen und seit der Tat nicht mehr aufgefallen sei. Der Verteidiger hingegen plädierte auf eine Freiheitsstraße von neun Monaten und eine Bewährungsauflage von 20 Arbeitsstunden.

Als der Angeklagte das letzte Wort hatte, sagte er: „Kann ich noch mal betonen, dass es mir sehr leid tut. Ich bin auch raus aus der Chatgruppe.“

Nur wegen Besitz verurteilt

Wegen des Besitzes von kinder- und jugendpornografischen Schriften verurteilte der Richter den Angeklagten zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr. Den Vorwurf der Verbreitung ließ er fallen. „Die Versendungsaktion war eher fahrlässig als vorsätzlich“, sagte Steffen Kärcher. Aufgrund des Gesundheitszustandes des Mannes wird von einer Arbeitsauflage abgesehen. Ein Bewährungshelfer soll den Mann ein Jahr lang begleiten.

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