Verkehr in Alfdorf Wie kommt man zum neuen Supermarkt?

Hier soll bald ein Supermarkt entstehen. Statt einer Erschließungsstraße (die erst zu einem späteren Zeitpunkt kommt) wird es an dieser Stelle vorerst nur eine Abbiegespur geben. Foto: Ellwanger/ZVW

Alfdorf. Im Gewerbegebiet Alfdorf-Ost soll ein Supermarkt entstehen. Außerdem sind Betriebserweiterungen vorgesehen. Im Zuge dessen hatte die Verwaltung eine Erschließungsstraße geplant. Der Gemeinderat hat sich entschieden, diese vorerst nicht zu beschließen. Stattdessen soll es nur eine Abbiegespur für den Supermarkt geben.

Drei Varianten hatte die Verwaltung dem Gremium vorgeschlagen. Mehr als eine Stunde haben die Gemeinderäte darüber diskutiert – und sich am Ende auf keine der Varianten einigen können. Notwendig geworden war die Planung, weil mehrere Betriebe, darunter die Firma ZF, zusätzlichen Flächenbedarf angemeldet hatten. Die Straße wäre aber auch eine Verkehrsentlastung für die Untere und Obere Schlossstraße sowie die Farbgasse. Die Vorbesprechung für den Flächennutzungsplan mit dem Gemeinderat war deshalb erforderlich.

Die drei Varianten zur Erschließung

Ein Planungsbüro hat der Gemeinde drei Varianten für die Erschließung vorgelegt. Bei Variante 1 würde das Gebiet über den westlichen Bereich zwischen Sportgelände und Supermarkt erschlossen. Das hätte aus Sicht der Verwaltung den Vorteil, dass die Anbindung kurz und direkt wäre. Durch einen Kreisverkehr würde außerdem der Ortseingang etwas verkehrsberuhigt. Allerdings wäre diese Straße mit rund 1,5 Millionen Euro sehr teuer und hätte den Nachteil, dass sie außer der Anbindung an den geplanten Supermarkt nur als Zufahrtsstraße dienen würde. Außerdem gebe es hier Grundstückseigentümer, die eine Straße ablehnten.

Variante 2 würde weiter östlich durch zwei noch zu entwickelnde Gewerbeflächen führen. Das hätte aus Verwaltungssicht den Vorteil des relativ direkten Anschlusses zur Landesstraße für das Gewerbe sowie das ZF-Logistikzentrum. Die Akzeptanz bei den Gewerbetreibenden schätze sie daher als groß ein. Außerdem wäre diese Variante kostengünstiger, da Erschließungsbeiträge umgelegt werden könnten.

Variante 3 wäre eine Zwischenlösung. Hierbei würde die Anschlussstraße unmittelbar östlich des geplanten Supermarktes gebaut. Dazu müsste aber das bestehende Rückhaltebecken teilweise umgebaut werden. Außerdem wäre die Straße mit geschätzten Kosten von etwa zwei Millionen Euro teuer und länger als die beiden anderen Varianten. Auch hier gäbe es außerdem Grundstückseigentümer, die gegen eine Straße seien.

Drei Varianten, keine Einigung

„Am schnellsten und problemlosesten umsetzbar wäre daher die Variante 2“, sagte Bürgermeister Michael Segan, „und für die Gemeinde die günstigste.“ Auch hätten die Grundstücksbesitzer bereits ihre Bereitschaft signalisiert. Die Anbindung des Supermarktes über eine Abbiegespur könne zeitnah und unabhängig davon erfolgen. Unter den Gemeinderäten fanden alle Varianten Zustimmung wie Ablehnung. Nur eine kleine Auswahl der Meinungen: Andrea Kolckmann (CDU) sprach sich für die Variante 1 aus – unter anderem wegen der direkten Anbindung an die Obere Schlossstraße. Martin Köngeter (Freie Wähler) ebenfalls – die direkte Anbindung wäre aus seiner Sicht die logischste Lösung.

Birgit Wiedmann (CDU) favorisierte hingegen Variante 2 – weil dadurch das Gewerbegebiet von dem Verkehr zum Logistikzentrum entlastet würde. Günter Mayer (ebenfalls CDU) bevorzugte hingegen Variante 3 – weil dadurch der Verkehr entzerrt würde, gab aber zugleich zu bedenken, dies nicht einfach schnell zu entscheiden. Stefan Ehrhardt (Freie Wähler) hingegen sprach sich für eine schnelle Erschließung - und die Variante 3 - aus. Michael Lauber (Freie Wähler) gab dann zu bedenken, dass zum jetzigen Zeitpunkt eine Entscheidung zu früh sei. Weder sei klar, wie konkret die gewerblichen Bauvorhaben seien. Noch seien die Kosten realistisch abzuschätzen.

Noch sind alle Optionen offen

Rainer Bulling (Freie Wähler) war es dann, der den Vorschlag für eine Minimallösung ins Gespräch brachte – die der Gemeinderat dann auch mehrheitlich befürwortete. Notwendig sei, so Bulling, jetzt schnell den Supermarkt zu erschließen. Die vom Investor für den Lebensmittelmarkt zu erstellende Zufahrt soll deshalb über eine Abbiegespur weiter westlich erfolgen, direkt neben dem bestehenden Feldweg. So hätte der Supermarkt eine Zufahrt und könnte bauen – und die Gemeinde noch alle Optionen offen. Sie könnte den Feldweg später verbreitern, um Variante 1 umzusetzen. Aber auch die anderen beiden Erschließungsmöglichkeiten wären nach wie vor möglich.

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