Verkehrsbehinderungen in Kernen-Rommelshausen Neuer Zebrastreifen, weniger Parkplätze

Symbolbild. Foto: ZVW/Joachim Mogck

Kernen-Rommelshausen. Auf der vielbefahrenen Waiblinger Straße wird der Verkehr in den kommenden drei Wochen ins Stocken geraten: Wie das Landratsamt ankündigt, wird hier ein Zebrastreifen angelegt, den sich die Gemeinde seit Jahren wünscht. Die Straße wird halbseitig gesperrt, eine Ampel den Verkehr regeln. Einige Parkplätze fallen weg.

Der Rems-Murr-Kreis lässt auf Wunsch der Gemeinde Kernen auf der Waiblinger Straße in Rommelshausen (K 1856) einen Zebrastreifen anlegen. Dadurch soll einer Pressemitteilung zufolge die Sicherheit des Fußgängerverkehrs deutlich verbessert werden. Der Fußgängerüberweg entsteht zwischen der Lilienstraße und dem Fliederweg.

Für drei Wochen halbseitig gesperrt

Für die Bauarbeiten wird die Straße von Montag, 19. August, an für rund drei Wochen wechselweise halbseitig gesperrt. Der Verkehr wird in dieser Zeit mit Hilfe einer Ampel an der Sperrung vorbeigeleitet. Um den Zebrastreifen früh erkennen zu können, muss laut Landratsamt künftig ein Parkabstand eingehalten werden: Dadurch entfallen entlang der Waiblinger Straße vor und nach dem Zebrastreifen einige der vorhandenen Längsparkplätze.

Wie auf den Plänen des Landratsamts für den Überweg zu erkennen ist, dürfen vor und nach dem Zebrastreifen auf jeweils 50 Metern Straße keine Autos parken, insgesamt also auf circa 100 Metern. Das ist Vorschrift, damit die geparkten Wagen die Sicht auf den Fußgängerüberweg nicht behindern. Momentan darf auf der Waiblinger Straße in Richtung Ortsmitte mit Einschränkungen entlang der Fahrbahn geparkt werden – ein Angebot, das ausgiebig genutzt wird.

Circa zwölf Parkplätze südlich der Erwin-Bahnmüller-Straße dürften durch den Bau des Zebrastreifens wegfallen.

Bisher gibt es nur zwei sichere Überquerungen – an den Enden

Nach Angaben des Landratsamts wünschten sich die Gemeinde Kernen sowie die Bürgerinnen und Bürger bereits seit mehreren Jahren eine sichere Überquerung der Waiblinger Straße. Bisher gebe es diese nur jeweils an den Enden der Kreisstraße: am Adlerkreisel und beim Bahnhof. Diesem Wunsch habe das Landratsamt als zuständige Verkehrsbehörde aufgrund rechtlicher Vorgaben nicht nachkommen können: Die Anzahl der Querenden war nicht hoch genug. Bereits im Jahr 2008 hatte die Gemeinde provisorisch eine Fußgängerampel aufgestellt, um zu ermitteln, wie viele Fußgänger die Straße in der Mitte tatsächlich queren. Doch weder dabei noch bei einer späteren manuellen Fußgängerzählung seien die in den Vorschriften geforderten Werte erreicht worden. Die Vorgaben hätten sich nun geändert: Das Verkehrsministerium des Landes Baden-Württemberg hat einen neuen Leitfaden herausgebracht, der in Verbindung mit den Richtlinien für Fußgängerüberwege eine andere Entscheidung ermöglicht. Die Richtlinie erweitert die Einsatzbereiche von Zebrastreifen deutlich: War vorher hauptsächlich die Anzahl der Querenden ausschlaggebend, ist nun deren Schutzbedürftigkeit stärker in den Fokus gerückt. Als besonders schutzbedürftig gelten Kinder, Mobilitätseingeschränkte wie etwa Blinde oder Sehbehinderte sowie ältere Menschen.

Erneute Prüfung beantragt

Bürgermeister Stefan Altenberger und Landtagsabgeordneter Jochen Haußmann (FDP) nahmen die geänderten Vorschriften zum Anlass, beim Landratsamt eine erneute Prüfung zu beantragen. Auf Grundlage der neuen Vorschriften konnte das Landratsamt den Antrag positiv entscheiden: Die erhöhte Schutzbedürftigkeit der Querenden sei gegeben – zum einem durch die Diakonie Stetten, zum anderen durch die Nähe zum Kinderhaus Pezzettino.

Das Landratsamt und die Gemeinde haben mehrere mögliche Standorte für einen Zebrastreifen geprüft. Eine wichtige Vorgabe ist dabei, dass der Zebrastreifen von weitem gut einsehbar sein muss.

Auch dürfen sich keine Einmündungen oder Grundstückszufahrten in unmittelbarer Nähe befinden. Im Ergebnis haben das Landratsamt und die Gemeinde den Standort nahe der Bushaltestelle Lilienstraße ausgewählt. Dort lässt das Landratsamt nun in den kommenden Wochen den Zebrastreifen anlegen.


Drei Wochen Bauzeit

Warum dauert die Errichtung eines Zebrastreifens drei Wochen? Es würden nicht nur die Streifen auf die Straße gepinselt, erklärt Ordnungsamtsleiterin Marianne Rapp, sondern auch Masten und Schilder aufgestellt, die Beleuchtung eingerichtet und eine bisherige Querungshilfe unterhalb der Erwin-Bahnmüller-Straße entfernt.

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