Verkehrschaos in Waiblingen Bus 207 hält nicht mehr in der Fronackerstraße

Die Markierung lässt unschwer erkennen: Hier in der Fronackerstraße befand sich eine Bushaltestelle. Foto: Schneider Foto: ZVW/Gaby Schneider

Waiblingen. Nicht nur zur Hauptverkehrszeit herrscht in der Fronackerstraße ein heilloses Durcheinander von Parkplatzsuchenden und Lieferwagen, die in der zweiten Reihe parken. Ein Grund, warum der Linienbus 207 von der Korber Höhe zum Bahnhof dort nicht mehr fährt – und nicht mehr hält. Zum Leidwesen insbesondere von Senioren.

Manchmal herrschte in der – vor allem von Parkplatz-Suchverkehr – stark frequentierten Fronackerstraße kaum ein Durchkommen für den Linienbus. Als oberste Priorität sehen die Verkehrsplaner vom Busunternehmen sowie von Stadt und Landkreis die Pünktlichkeit an. Denn rund 2500 Fahrgäste täglich nutzen die 207, um am Bahnhof Waiblingen in die S-Bahn oder den Zug umzusteigen. Ein Ärgernis für Pendler: In der Vergangenheit wurde der Anschluss allzu oft verpasst. Daher die neue Linienführung, welche die Altstadt und die Fronackerstraße ausspart.

Gelenkbusse kommen nur schwer durch die Engstelle

Als weitere Problemzonen auf der Linie galten das Beinsteiner Tor und der Stadtgraben. „Mit einem Gelenkbus ist es relativ schwierig, durch die Engstelle am Beinsteiner Tor zu kommen“, sagt der städtische Verkehrsplaner Frank Röpke. Am Stadtgraben musste der Bus wegen der am Straßenrand geparkten Autos oft warten, bis der Gegenverkehr durchgefahren war. Alles in allem verlor der Bus unterwegs zu viel Zeit und hatte Verspätungen.

Aus Sicht von SPD-Stadträtin Christel Unger leiden unter dem Wegfall der Haltestelle auf Höhe des ADAC in der Fronackerstraße ältere Leute, die nicht gut zu Fuß sind und früher quasi bis vor die Türen der dort ansässigen Arztpraxen fahren konnten. Die Gründe für die Verlegung der Linie auf die Talauenbrücke und die Bahnhofstraße seien dennoch gut nachvollziehbar, sagte Baubürgermeister Dieter Schienmann im Ratsausschuss. Die Fahrgastzahlen am Halt Fronackerstraße waren nur zweistellig. Der vorgeschriebene Radius von 300 Metern zur nächsten Haltestelle sei eingehalten. Im Einzelfall könne diese Distanz zu groß sein – „aber unter Umständen ist dann der Bus das falsche Verkehrsmittel“. Zudem verwies der Baubürgermeister auf weitere Maßnahmen zur Stärkung des öffentlichen Nahverkehrs.

Reisebusse nutzen die alte Haltestelle immer noch

Ein Ärgernis sieht ALi-Stadrätin Iris Förster, weil die aufgegebene Bushaltestelle immer noch von Bussen angesteuert werde. Allerdings von Reisebussen, die an der „prominenten Bushaltestelle“ in Nähe des Hotels über längere Zeit hielten.

Eine Alternative für den entfallenen Stopp der Linie 207 zeichnet sich ab: Der Citybus könnte zusätzlich in der Unteren Lindenstraße halten. „Ein entsprechender Prüfantrag läuft, die Sache ist aber noch nicht in trockenen Tüchern“, berichtet Schienmann. Diese Lösung wäre auch aus Sicht von Christel Unger „ganz toll“. Vorerst verweist die Stadt auf Umsteigemöglichkeiten auf die Linien 208 und 218.

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