VfB mit bisheriger Bilanz zufrieden "Ein gutes Pferd springt nur so hoch, wie es muss"

Torhüter Gregor Kobel und der VfB Stuttgart liegen nach sechs Spieltagen voll im Soll. Foto: Pressefoto Baumann

Regensburg/Stuttgart. Seine gute Laune hat Tim Walter schnell wiedergefunden. Bei bestem Wetter ärgerte sich der Trainer des VfB Stuttgart am Sonntag nicht mehr über manche Mängel seiner Mannschaft beim 3:2-Auswärtssieg bei Jahn Regensburg. Stattdessen freute sich der 43-Jährige über den Gesamteindruck.

Angesichts von 14 Punkten nach sechs Spielen sieht der Coach den VfB in der 2. Fußball-Bundesliga im Soll. Diese Bilanz trübten auch die beiden Gegentore beim ansonsten dominanten Auftritt in Regensburg nicht mehr. "Es ist halt so, dass eine gute Mannschaft wie ein gutes Pferd nur so hoch springt, wie es muss", sagte Walter. "Wir haben uns zwischenzeitlich in Regensburg ein bisschen zurückgelehnt - und danach haben wir wieder angezogen. Und das war sehr gut." Zumindest bis zum Spiel des Hamburger SV am Montagabend bleiben die Schwaben Tabellenführer.

Geldstrafe und Denkpause für Ascacibar

Ihre Zufriedenheit mit der aktuellen Ausbeute ließen sich Walter und Sportdirektor Sven Mislintat auch von Santiago Ascacibar nicht verderben. Während der zuletzt angeschlagene Mario Gomez am Sonntag wieder am Mannschaftstraining teilnahm, fehlte der Argentinier weiterhin - und wird das auch noch eine Woche lang tun. Aus disziplinarischen Gründen muss der 22-Jährige individuell trainieren und eine Geldstrafe zahlen, erst nach dem Spiel gegen die SpVgg Greuther Fürth am Samstag wird er wieder zum Team stoßen. 

Über die Gründe für die Maßnahme sowie die Höhe der Geldstrafe wollte sich Mislintat zwar erneut nicht äußern. "Er weiß, dass das nicht in Ordnung war, was er da gemacht hat und trägt das komplett mit", sagte er. Offenbar hatte sich der Argentinier bei der Sportlichen Leitung über seine Position beschwert. Darüber reden wollte aber auch Walter nicht, aber eine Aussage des Trainers ließ tief blicken: "Nächste Woche ist er wieder beim Team, und dann kämpft er um den Platz, den er vielleicht gerne haben möchte - oder um einen anderen."

Walter sieht seine Mannschaft auf einem sehr guten Weg

Sein Ansehen dürfte Ascacibar mit seiner Aktion bei Walter sicher nicht gesteigert haben. Gerade im Mittelfeld der Schwaben ist der Konkurrenzkampf riesig. In Regensburg saßen etwas überraschend Gonzalo Castro und Atakan Karazor zunächst auf der Bank. Stattdessen spielten Neuzugang Philipp Förster und Orel Mangala stark. Ascacibar sieht sich als Sechser, eine Position, auf der aufgrund seiner technischen Fähigkeiten aktuell Mangala im Vorteil sein dürfte.

Ihn freue die große Konkurrenz in seinem Kader, betonte Walter. Zudem sehe er seine Mannschaft "auf einem sehr guten Weg." Einen Wunsch hatte der Coach angesichts der zahlreichen vergebenen Torchancen in Regensburg aber auch: "Uns wäre es auch lieb, wenn wir die Dinger mal früher nach Hause fahren und zu Ende bringen."


"Total überzogen": Walter versteht DFB-Geldstrafe nicht 

Tim Walter kann die ihm vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) auferlegte 5000-Euro-Geldstrafe nicht nachvollziehen. "Ich finde es total überzogen und ich verstehe es auch nicht, warum", sagte der 43-Jährige am Sonntag. "Aber ich akzeptiere es." Zuvor hatte der DFB ihn wegen unsportlichen Verhaltens im Anschluss an das 0:0 beim FC Erzgebirge Aue am 23. August bestraft. 

Nach der Partie hatte Walter in Richtung Schiedsrichter Felix Zwayer gesagt: "Ich dachte, meine Frau pfeift heute. Die pfeift auch immer für die mit den schönsten Trikots." Auch den Video-Assistenten hatte er kritisiert. Walter und der VfB stimmten dem Urteil zu.


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