VfB-Neuzugang aus Liverpool Nathaniel Phillips hat seine Feuertaufe bestanden

Wurde zunächst für ein Jahr vom FC Liverpool ausgeliehen: Abwehrspieler Nathaniel Phillips. Foto: Pressefoto Baumann

Stuttgart. Die Feuertaufe ist bestanden - und jetzt? Im Pokal gegen Rostock feierte Nathaniel Phillips sein Debüt für den VfB Stuttgart und am vergangenen Freitag in Aue stand der junge Engländer zum ersten Mal in der Startelf der Schwaben. Da Kapitän Marc Oliver Kempf wohl auch im kommenden Heimspiel gegen den VfL Bochum (Montag/20.30 Uhr) fehlen wird, darf sich die Leihgabe des FC Liverpool mit großer Sicherheit erneut beweisen.

Lange Zeit flog Nathaniel Phillips unter dem Radar und war nur Kennern des englischen Fußballs ein Begriff. Geboren in Bolton, verließ der damals 19-jährige Innenverteidiger die Boltin Wanderers im Sommer 2016 ablösefrei in Richtung Liverpool, wo er bis heute als "versteckter Star" gilt. Im Juli diesen Jahres trat Phillips im Alter von 22 Jahren endgültig aus dem Schatten der etablierten Kräfte. Trainer Jürgen Klopp nahm den 1,88 Meter großen Engländer mit auf die USA-Tour des Champions-League-Siegers. Dort konnte er besonders auf sich aufmerksam machen und wurde von seinem Coach anschließend in den höchsten Tönen gelobt: "Nat hat eine herausragende Vorbereitung gespielt. Wir sind sehr zufrieden mit seiner Entwicklung."

Klopps Empfehlung überzeugte Mislintat von einem Transfer

Zurück am Trainingsgelände in Melwood wurde dieser stetigen Entwicklung Rechnung getragen. Der junge Verteidiger unterschrieb einen langfristigen Vertrag. Die harte Arbeit und eine professionelle Einstellung hatten sich ausgezahlt. Im Gegensatz zu anderen Profis wurde "Nat" nicht von vornherein alles in die Wiege gelegt, er musste sich vieles hart erarbeiten. Trotz der Belohnung, ein neues Arbeitspapier unterschrieben zu haben, war Phillips aber der Meinung, die Konkurrenz in der Verteidigung des FC Liverpool sei noch zu stark für ihn. Durch den engen Draht zwischen Jürgen Klopp und VfB-Sportdirektor Sven Mislintat entstand der Kontakt zwischen dem Spieler und dem schwäbischen Zweitligisten. Mislintat kannte Philipps bereits aus seiner Zeit als Scout beim FC Arsenal, die lobenden Worte von Klopp überzeugten ihn am Ende von einem Transfer.

Phillips mit starkem Pokal-Debüt in Rostock

Sein positiver Eindruck sollte sich als richtig erweisen. Nur wenige Tage nach der offiziellen Vorstellung als Neuzugang  wurde der junge Verteidiger ins kalte Wasser geworfen. Beim Pokalspiel in Rostock signalisierte Holger Badstuber in der Halbzeit, aufgrund von Problemen am Sprunggelenk nicht weiterspielen zu können. Damit schlug die Stunde des jungen Mannes von der Insel - sogar deutlich früher als erwartet. Phillips bestand in der hitzigen Atmosphäre im Ostseestadion und lieferte von der ersten Minute an eine solide Leistung im VfB-Trikot. Auch wenn VfB-Coach Tim Walter nur wenige Einheiten hatte, um dem Engländer seine Idee vom Fußball zu vermitteln, gefiel dieser mit kompromisslosem Zweikampfverhalten und ordentlichem Spielaufbau. Die Feuertaufe war bestanden, der Crashkurs in Sachen Spielsystem hatte schnell gefruchtet.

Verletzungen brachten die Karriere ins Stocken

Der Wille, dazuzulerenn und neue Vorgaben rasch umzusetzen, zeichnet Phillips aus. Dazu kommt die ruhige Art des eher introvertierten Fußballers, die sich auch auf seine Nebenleute zu übertragen scheint. Wäre "Nat" in seiner Profikarriere nicht von einigen Verletzungen heimgesucht worden, so stünde der junge Engländer nun womöglich ganz anders da - und wäre für einen Zweitligisten wie den VfB bestimmt nicht zu bekommen gewesen.

Doch nun ist Nathaniel Phillips für ein Jahr (ohne Kaufoption) ausgeliehen und spielt seinen Part in Abwesenheit des verletzten Polen Marcin Kaminski (Kreuzbandriss) mehr als ordentlich - so auch zuletzt in Aue an der Seite von Holger Badstuber.

VfB-Coach Tim Walter und die Qual der Wahl

Für den weiteren Saisonverlauf stellt sich aber die Frage, wie Trainer Tim Walter die Innenverteidigung in Zukunft besetzen möchte. Kapitän Marc Oliver Kempf dürfte gesetzt sein, laboriert aktuell jedoch an Oberschenkelproblemen und konnte in dieser Woche noch nicht mit der Mannschaft trainieren. Ist der Ex-Freiburger fit, dürfte an ihm allerdings kein Weg vorbeiführen - zu stark waren seine Leistungen in den vergangenen Wochen.

Bleiben noch Routinier Holger Badstuber, Maxime Awoudja, Youngster Luca Mack und eben Nathaniel Phillips, die sich ein enges Rennen um einen der weiteren Platz in der Viererkette liefern dürften. Es bleibt spannend zu sehen, ob sich "Nat" langfristig durchsetzen und einen Stammplatz beim VfB ergattern kann. Bevor er sich im nächsten Sommer - am liebsten mit dem Aufstieg in der Tasche - wieder in Richtung Liverpool verabschiedet.


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