VfB Stuttgart Alexandru Maxim: Vom Edeljoker zum Sorgenkind

Stuttgart.
14 Minuten gegen Sandhausen, 24 Minuten gegen Bochum - Alexandru Maxim stand in der Rückrunde lediglich 38 Minuten auf dem Platz. Der Rumäne hat unter VfB-Trainer Hannes Wolf einen schweren Stand. Nicht einmal nach dem Saisonaus von Carlos Mané aufgrund einer Knie-OP wurde der offensive Mittelfeldspieler in den Stuttgart Kader berufen.

Ideen- und harmloser Auftritt der schwäbischen Offensive gegen 1860

Nach dem über weite Strecken ideen- und harmlosen Auftritt der schwäbischen Offensive beim 1:1 in München, fragten sich viele Fans und Beobachter, wie es um die Stuttgarter Nummer zehn steht und warum der 26-Jährige nicht einmal im Stuttgarter Kader stand.

Der Offensivspieler verfügt über zwei feine Füße, ist trickreich, wendig und kann einer engen Partie mit einem gezwirbelten Freistoß oder einem Sololauf eine entscheidende Wendung geben. Qualitäten, welche die Stuttgarter am Mittwochabend in der Allianz Arena bitter nötig gehabt hätten.

"Er verhält sich gut in der Gruppe“

Auf der Pressekonferenz vor dem Spiel bei 1860 wurde Trainer Hannes Wolf zu Maxims schwieriger Situation befragt und antwortete ausweichend und diplomatisch: „Wir versuchen halt immer das Ganze zu sehen. Was kann ein Spieler einbringen? Was spricht dann für wen?", so Wolf.

"Er verhält sich gut in der Gruppe und ordnet sein persönliches Wohl dem Team unter, und das finde ich schon bemerkenswert." Eine schlüssige Begründung, warum der Rumäne aktuell meilenweit von der Stuttgarter Startelf entfernt zu sein scheint, lieferte Wolf hingegen nicht.

Hannes Wolfs Auswahlkriterien für das nächste Spiel 

Zu Hannes Wolfs Auswahlkriterien für das jeweils nächste Spiel gehören drei besonders wichtige: Die Leistung aus dem vorangegangenen Spiel, die Aufgaben für das nächste Spiel – und die die Eindrücke aus den Trainingseinheiten dazwischen. Folglich muss Maxim nicht das nötige Engagement im Training gezeigt bzw. nicht in den Matchplan für die jeweils kommende Aufgabe gepasst haben.

Zwei Tore hat Maxim in seinen bisherigen 18 Einsätzen für die Stuttgarter in der 2. Liga erzielt. Beide Male nach Einwechslung. Am 1. Spieltag gegen St. Pauli kam Maxim zur zweiten Halbzeit in die Partie und trug mit einem Treffer und einer Vorlage maßgeblich zum 2:1-Auftaktsieg des VfB über die Kiezkicker bei.

Der Edeljoker in Aktion

Sein zweites Tor erzielte er am 11. Spieltag nach seiner Einwechslung im Derby gegen den KSC. Im Wildpark beruhigte Maxim die hektische Schlussphase durch seinen Treffer zum vorentscheidenden 3:1. „Da hat er gezeigt, wie wichtig und wirkungsvoll er für uns sein kann“, lobte anschließend Sportvorstand Jan Schindelmeiser. Der Edeljoker in Aktion.

Doch warum schafft es der rumänische Nationalspieler nicht über die Rolle des Edeljokers hinaus? Hannes Wolf begründete seine Verzicht auf Maxim in der Hinrunde wie folgt: „Er definiert sich noch zu sehr über Einzelaktionen. Wir wollen aber dahin kommen, dass er unser ganzes Spiel trägt.“ Das hat Maxim in seiner Zeit beim VfB noch unter keinem Übungsleiter geschafft. Viel mehr hat sich Maxim vom Edeljoker zum Sorgenkind entwickelt.

Ein kleiner Lichtblick nach schweren Wochen

Maxim konnte immerhin in der Länderspielpause mal wieder auf sich aufmerksam machen. Mit seinem Treffer gegen den TSV 1860 II sicherte er dem VfB einen knappen 1:0-Testspielerfolg. Ein kleiner Lichtblick nach schweren Wochen.

Der Rumäne verlor seinen Platz im Stuttgarter Kader auch aufgrund der Winter-Neuzugänge wie Josip Brekalo und Julian Green. Für die rumänische Nationalelf war der 26-Jährige zuletzt ebenfalls nicht mehr berufen worden. Maxims Karriere gerät ins Stocken. Die Zeichen stehen folglich auf Abschied im Sommer.

"Die Optionen sind ja im Sommer um ein vielfaches besser“

Bereits im Winter gab es einige Transfergerüchte rund um Maxim. Im Januar erklärte sein Berater Herbert Briem, dass ein Winter-Wechsel seines Mandanten nur dann in Betracht kommen würde, wenn es ihn sportlich weiter nach vorne bringt: "Die sportliche Komponente ist das A und O. Ein Trainer sollte sagen: Ich will genau so einen Spieler wie dich. Das ist doch die Basis, um Freude am Fußball zu haben", so Briem in der Winterpause gegenüber dem SWR.  

Im Winter fand sich jedoch kein passender neuer Verein. Maxim reiste mit dem VfB ins Trainingslager nach Lagos und ackerte fleißig unter der portugiesischen Sonne. Schlechte Laune verbreitete er zu keinem Zeitpunkt. Der englische Club Leeds United und der mexikanische Verein Club América bekundeten im Winter ihr Interesse am Mittelfeldspieler. Ein Wechsel kam allerdings nicht zustande. Im kommenden Transferfenster könnte das allerdings schon wieder ganz anders sein: "Die Optionen sind ja im Sommer um ein vielfaches besser“, so Maxim-Berater Briem.

Die Glaubensfrage scheint beantwortet

Nachdem der rumänische Edeltechniker nun selbst nach dem Ausfall von Carlos Mané nicht berücksichtigt wurde, scheint die Sachlage klar. Die Frage, ob der VfB mit oder ohne Maxim besser spielt, war in der Hinrunde eine Glaubensfrage. Will man einen solchen Spielertyp grundsätzlich auf dem Rasen haben – oder will man ihn nur für spezielle Momente? Diese Glaubensfrage scheint nun - auch aufgrund seiner Nichtberücksichtigung - eindeutig beantwortet: Für Maxim gibt es im Stuttgarter Kader offenbar endgültig keinen Platz mehr.

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